Hausärztin schließt ihre Praxis in Sindlbach und zieht nach Neumarkt um

Von Wolfgang Endlein · 29. Januar 2026 um 19:00

Die Gemeinde Berg verliert eine ihrer drei Hausarztpraxen. Dr. Eva Horndasch zieht nach Neumarkt um und hofft, dass möglichst viele ihrer Patienten den Schritt mitmachen. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Horndasch, die sich zu den Gründen und dem Umzugstermin äußert.

Horndasch hatte sich einst Dr. Karl Lehmeyer in dessen Praxis in der Ringstraße in Sindlbach angeschlossen. Nach dem Tod Lehmeyers im Jahr 2021 hatte sie die Praxis alleine weitergeführt.

Inzwischen erfülle diese aber nicht mehr die Anforderung an eine zeitgemäße Arztpraxis, sagt Horndasch. Die Räume in einem ehemaligen Wohnhaus erstrecken sich über zwei Geschosse. Ohne Aufzug müssen die Patienten etliche Treppen steigen. „Die Mehrheit kann das, aber es gibt auch welche, die das nicht können“, sagt Horndasch. Tendenz steigend: Denn die Gesellschaft wird zunehmend älter. Die Toiletten, die Rollstuhlfahrer nicht benutzen können, seien zudem nicht tragbar.

In der Summe führte dies alles dazu, dass Horndasch nach eigener Aussage seit drei Jahren nach neuen Räumen in der Gemeinde Berg suchte. Denn dort wollte sie bleiben. Allerdings wurde sie nicht fündig. Die ihr angebotenen Räume wären keine Verbesserung zur bisherigen Praxis gewesen, sagt Horndasch.

Ab 1. April neue Hausarztpraxis in Neumarkt

Daher wird die Medizinerin ab 1. April in Neumarkt praktizieren. In der Nürnberger Straße 44 hat sie barrierefreie Praxisräume gefunden. In unmittelbarer Nachbarschaft ist eine Apotheke. „Die Praxis ist gut erreichbar und hat eine gute Infrastruktur“, sagt Horndasch, die sich vorstellen kann, mit den neuen Räumen eine ärztliche Verstärkung zu finden. Die Nachfrage von Patienten sei ausreichend da.

„Es war eine unternehmerische Entscheidung im Sinne der Patienten“, betont Horndasch, die nicht in die politischen Diskussionen mit reingezogen werden möchte, die es inzwischen gibt.

Die SPD hat das Thema aufgegriffen. Aus deren Sicht müssen Kommunen alles dransetzen, um Ärzte zu halten. Sei es durch Hilfe bei der Immobiliensuche, durch eigene Räume der Gemeinde oder durch neue Konzepte wie Ärztehäuser oder Gemeinschaftspraxen. Von Bürgermeister Peter Bergler (LBG) wollte die SPD wissen, was die Gemeinde in dieser Hinsicht unternommen hat. Darauf habe es keine Antwort gegeben, sagt die Partei.

Gegenüber unserem Medienhaus erklärt Bergler, er habe die Gemeinderäte in nicht-öffentlicher Sitzung informiert. Er fühle sich dem Wunsch von Horndasch nach Verschwiegenheit verpflichtet, erklärt Bergler diesen Schritt. Entsprechend äußert sich Rathauschef auch nicht weiter gegenüber dieser Redaktion.