Regensburgs erster Solarpark liefert Sonnenstrom vom Feld direkt ins Werk

Von Juliana Ried · 10. Februar 2026 um 17:00

Auf dem Energieareal Regensburg-Ost entsteht nicht nur Regensburgs erster Solarpark. Hier am Stadtrand wird auch an einem „Leuchtturm“ gebaut, da waren sich am Dienstag die am Spatenstich Beteiligten einig. Denn der Strom soll über eigene Leitungen direkt zu den drei benachbarten Firmen Aumovio, Schaeffler und Siemens fließen – ab 1. Juli. Die sparen sich damit die Netzentgelte.

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Mit elf Megawattpeak Leistung soll das Solarfeld fast zwölf Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das entspreche etwa einem Fünftel des Strombedarfs der beteiligten Unternehmen oder dem Verbrauch von circa 5000 mittelgroßen Haushalten, hieß es schon nach der Vertragsunterzeichnung im Herbst.

Projekt dieser Größe ist in Deutschland einmalig

Das Projekt sei in dieser Größenordnung deutschlandweit einmalig, sagte Joachim Scherrer, Vorstandsvorsitzender der Bürger-Energie-Region Regensburg. Die Genossenschaft ist der Bauherr, das elf Hektar große Grundstück pachtet sie von der Stadt, finanziell beteiligt an dem Sechs-Millionen-Euro-Projekt sind die 660 Genossen der BERR. „Das Ganze wird getragen von Bürgerinnen und Bürgern aus der Region“, hob Scherrer hervor. „Wir beweisen, dass Bürgerinnen und Bürger, Kommune und Industrie gemeinsam etwas auf die Beine stellen können.“

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) würdigte das Vorhaben als „Leuchtturmprojekt“. „Es bedeutet für uns einen weiteren Meilenstein hin zu einer Stadt, die sich immer weiter dahin entwickelt, CO2-frei zu sein.“ Aber hier gehe es auch um Standortpolitik, weil sich so die Bedingungen verbesserten, zu denen die Unternehmen grünen Strom bekommen könnten. Dabei bleibe die Wertschöpfung in der Region. „Das, was hier passiert, wird nicht in irgendwelche anderen Geldbeutel wandern.“

Der Regensburger Wirtschaftsreferent Georg Stephan Barfuß sagte: „Günstiger Strom ist Wirtschaftsförderung.“ Aber das Projekt sei auch ökologisch und sozial. 4000 Tonnen CO2 würden jährlich eingespart und die BERR sorge für die Bürgerbeteiligung. „Bei erneuerbaren Energien ist es entscheidend, dass man die Leute vor Ort mitnimmt.“ Zudem sei es in Zeiten, in denen sich die USA zur Konkurrenz entwickelten, auch wichtig, in der Energieversorgung unabhängiger zu werden.

Die Spaten stachen (von links) Johannes Graf (BERR), André Kühnle (Schaeffler), Axel Kagerer (Siemens), OB Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Wirtschaftsreferent Georg Stephan Barfuß, Joachim Scherrer (BERR) und Alexandra Bornemann (Aumovio) in den Sand. - Foto: Tino Lex

Vor mehr als zwei Jahren hatte André Kühnle, Standortleiter und Deutschland-Chef des Autozulieferers Schaeffler, die BERR für das Projekt gewonnen, das er „eine neue Ära der Energieversorgung“ nennt. Damit werde auch der Standort wettbewerbsfähiger, betonte Axel Kagerer, der Standortleiter des Siemens-Gerätewerks. Alexandra Bornemann, Standort- und Werkschefin des Autozulieferers Aumovio, sagte, sie freue sich besonders, dass auch die Mitarbeiter Gelegenheit hatten, sich an dem Projekt zu beteiligen. Mehr als 8000 Menschen sind auf dem Innovationscampus der drei Unternehmen im Stadtosten tätig.

Ein Sprung für die Versorgung der Stadt mit Solarstrom

Für die Versorgung Regensburgs bedeute das Projekt einen „Sprung“, sagte Wolfgang Wegmann, der als Vorstandsmitglied des Solarverbands Bayern unter den Gästen war. Mit der neuen Anlage steige die Photovoltaik-Leistung im Stadtgebiet, die derzeit bei 90,7 Megawattpeak liegt, um mehr als zehn Prozent, belaufe sich allerdings immer noch auf einen Bruchteil der Leistung im Landkreis: Dort sind Anlagen mit insgesamt 1149 Megawattpeak installiert.

In der Stadt Regensburg sind aktuell weitere Solarparks in Planung: In Haslbach soll in diesem Jahr auf einer Fläche von knapp vier Hektar Baubeginn sein, so wünscht es sich das Unternehmen Voltgrün, das im Regensburger Norden auf gut vier Hektar eine weitere Anlage errichten will. Dieses Projekt steht allerdings noch am Anfang, ähnlich wie ein Solarfeld in Harting.