Bis zu 160 km/h: Flucht vor Polizei bringt 23-Jährigen vor Amtsgericht Neumarkt

Von Thilo Eggerbauer · 10. Februar 2026 um 15:00

Was als routinemäßige Verkehrskontrolle begann, endete in einer Verfolgungsjagd und schließlich vor dem Amtsgericht Neumarkt: Ein Motorradfahrer musste sich wegen eines illegalen Rennens verantworten. Laut Anklage war er mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde vor einer Polizeistreife geflohen.

Video ansehen

Sportliche Kleidung, junge Gesichtszüge, ein schüchterner Blick: Der 23-jährige Angeklagte aus dem Landkreis Neumarkt, der sich am Montagnachmittag vor Richterin Lisa Hörmann verantworten musste, wirkte nicht wie ein verwegener Straßenrennfahrer.

Dennoch hatte es die Anklageschrift, der Staatsanwalt verlas, in sich: Die Rede war von Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde, einer Vollbremsung, die beinahe zu einem Unfall geführt hätte, sowie der rücksichtslosen Fahrt durch eine S-Kurve. Besonders schwer wog außerdem die Fahrt mit 130 km/h auf einem Radweg.

„Zunächst war der Motorradfahrer unauffällig“, erzählte einer der beiden Polizisten, die am späten Abend des 8. Septembers mit ihrem Streifenwagen in Neumarkt unterwegs waren. „Es wäre eine ganz gewöhnliche allgemeine Verkehrskontrolle gewesen.“

Angeklagter aus dem Landkreis Neumarkt gesteht Flucht vor der Polizei

Doch statt rechts ranzufahren, entschied sich der Motorradfahrer dafür, das Gaspedal durchzudrücken. Warum? Das konnte sich der Angeklagte am Montag im Gerichtssaal auch nicht mehr so recht erklären. Es sei eine Übersprungshandlung gewesen.

Der 23-Jährige gestand die Flucht vor der Polizei ein. Er bestritt jedoch die hohen Geschwindigkeiten sowie den Vorwurf, er habe während der Verfolgung keine Blinker gesetzt.

Es ist meines Erachtens von der Polizei ein bisschen übertrieben dargestellt.Rechtsanwalt Jürgen Loichinger

Rechtsanwalt Jürgen Loichinger plädierte auf Milde. Zudem stellte er einen für die Anklage wegen illegalen Autorennens zentralen Punkt infrage: Ob durch das Handeln des Motorradfahrers andere Verkehrsteilnehmer gefährdet worden seien. „Dass mein Mandant mit einer Strafe rechnen muss, weiß er selbst“, sagte er. „Aber es ist meines Erachtens von der Polizei ein bisschen übertrieben dargestellt.“

Richterin Lisa Hörmann folgte dem nicht. Die Aussagen der Polizisten deckten sich mit der Anklage. Zum Angeklagten sagte sie: „Es hätte wahnsinnig viel passieren können. Zum Glück ist es das nicht.“

Führerschein weg und 7500 Euro Strafe

Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 7500 Euro sowie ein einjähriges Fahrverbot und entsprach damit nahezu vollständig der Forderung der Staatsanwaltschaft.