Ehrenamt in Stadt und Land: Kandidaten treten Berchings Vereinen auf den Schlips

Die Rolle des Ehrenamts und der Vereine nahm bei der MZ-Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten im Hotel Post in Berching breiten Raum ein. Die Vorschläge und Äußerungen zum Thema stießen bei einigen Zuhörern offenbar auf wenig Gegenliebe, wie einige Wortmeldungen von Bürgern nach der Diskussion zeigten.
Während CSU-Kandidat Peter Hollweck und Freie-Wähler Kandidat Lothar Bierschneider den Ehrenamtlichen jährliche Schulungsangebote mit hochkarätigen Referenten in Aussicht stellten, schlug Dietmar Zeller von der Bürgerliste den Vereinen vor, sie könnten den Bürgermeister „buchen“, um ihm ihre Anliegen vorzubringen und mit ihm über ihre Bedürfnisse zu diskutieren. Alle drei sprachen sich für mehr Dialog, mehr Wertschätzung, mehr Präsenz in der Öffentlichkeit aus.

Die Kandidaten zogen sich jedoch mit Aussagen über das ehrenamtliche Engagement vor allem in der Stadt Berching den Unmut einiger Zuschauer zu. Ein Zuschauer, Mitglied unter anderem im OGV Berching, zeigte sich bestürzt darüber, dass die Kandidaten die Vereine in der Diskussion aus seiner Sicht teils als untätig dargestellt hätten – im Gegensatz zu den Vereinen in den umliegenden Dörfern. Er nannte als Beispiel den Sinnespark in Berching, den der OGV in Eigenleistung auf die Beine gestellt hatte. Ein Zuhörer nannte als weiteres Beispiel das Soifererhaus in der Innenstadt.
Lothar Bierschneider hatte zu diesem Thema geäußert, dass er froh sei, dass es auf den Dörfern Dorfgemeinschaften gibt, die sich noch so einsetzten. Städtischen Vereinen attestierte er im Vergleich dazu weniger Bereitschaft zur Eigenleistung. Peter Hollweck hatte erklärt, dass in der Stadt Berching eh schon sehr viel passiere. Dass jedoch die Bindung zu den Vereinen und die Bereitschaft, sich einzusetzen, immer mehr abnehme, je größer der Ort werde.
Zeller stellte fest, dass es beim ehrenamtlichen Engagement im Dorf im Gegensatz zur Stadt eben eine andere Struktur gebe. Während es in den Dörfern meist jemanden gebe, der die Führung bei Projekten übernehme und andere damit mitreißt, fehle in der Stadt diese „Chefrolle“. Er zeigte sich jedoch bereit, als Bürgermeister zusammen mit der Verwaltung diese Rolle übernehmen zu wollen: „Ich bin sicher, da würden die Vereine mitmachen.“