Beleben, sanieren, investieren: Berchinger haken bei Bürgermeisterkandidaten nach

Zum Ende der MZ-Podiumsdiskussion mit den drei Bürgermeisterkandidaten von Berching im Hotel Post hatten die weit mehr als 250 Zuschauer die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen. Viele von ihnen nutzten diese Gelegenheit und fragten zu den Themen Berle-Bad, Leerstände in der Innenstadt und Finanzpolitik nach.
Welche Ideen haben Sie, um die Innenstadt angesichts vieler Leerstände zu beleben?
Dietmar Zeller (Bürgerliste) schlug einen Wettbewerb für Einzelhändler vor. Der erste Preis wäre ein Ladengeschäft mit vergünstigter Miete für einen festgelegten Zeitraum. Lothar Bierschneider (FW) kündigte ein aktives Leerstandsmanagement an. Er werde aktiv auf die Ladenbesitzer zugehen und mit ihnen Lösungen erarbeiten, zum Beispiel Mietzuschüsse der Stadt für Neuansiedlungen. Peter Hollweck (CSU) will aktiv die Ladenbesitzer und Mieter zum Gespräch zusammenbringen und kann sich von städtischer Seite zum Beispiel finanzielle Hilfen bei Planungsleistungen oder für Umbauten vorstellen.
Wie soll es mit dem Berle-Bad weitergehen?
Alle drei Kandidaten sprachen sich für den Erhalt des Bades aus. Um das jährliche Defizit des Bades zu minimieren, vor allem wegen hoher Energiekosten, müsste laut Peter Hollweck das Bad umgebaut werden. Wenn PV-Anlagen auf dem Dach technisch nicht möglich sind, könnte er sich Module auf den Liegewiesen vorstellen, die gleichzeitig im Hochsommer als Beschattung dienen können. Zeller ist sich im Klaren darüber, dass es wohl bundesweit kein einziges kommunales Bad gibt, das ohne Defizit auskommt. Jedoch ist er bereit, dies mitzutragen, will jedoch trotzdem die Attraktivität des Bades – möglichst mit Hilfe des Landkreises – erhöhen. Lothar Bierschneider gab die knappe Antwort: „Zukunftssicher machen, ausbauen, Betriebskosten senken.“

Soll die Stadt Berching Schulden machen, um vorwärts zu kommen oder schuldenfrei bleiben?
Peter Hollweck stellte klar: „Wir werden in sechs Jahren keine schwarze Null schreiben.“ Für die Aufgaben die vor der Stadt lägen, brauche es auch Kreditaufnahmen, die Stadt werde sich nicht zu Tode sparen. Man dürfe es aber nicht übertreiben. Auch Dietmar Zeller stellte angesichts eines großen Investitionsstaus fest, dass es ohne Schulden wohl nicht gehen werde. Diese Projekte müssten nun einfach angefangen werden, dennoch sollte man dabei aber so wenig Geld ausgeben wie möglich. Für eine notwendige Kreditaufnahme sei für Lothar Bierschneider vor allem wichtig, dass sie nur sinnvollen und zukunftsgerichteten Projekten vorbehalten ist – und zwar so, dass man den Überblick behalten und die Kredite dann auch wieder zurückzahlen kann.
Was passiert mit der Schule in Holnstein?
Alle Kandidaten waren sich einig, dass die Grundschule Holnstein einen besonderen Stellenwert besitzt. Zeller sagte daher: „Ich würde mir den Erhalt wünschen, kann das aber nicht versprechen. Die Zahlen sprechen wahrscheinlich dagegen.“ Auch Hollweck möchte die Schule erhalten, wenn es irgendwie möglich ist. Bierschneider werde alles dafür tun, dass die Schule erhalten bleibt, versprach er.