Das Festspiel Drachenstich in Furth im Wald hat sein Ritterpaar 2026

Julia Baumann und Max Wild sind das Ritterpaar des Further Drachenstichs 2026. Die Verantwortlichen sind rundherum zufrieden, denn: Die beiden sind motiviert, im Drachenstich verwurzelt und überaus sympathisch.
Julia Baumann und Max Wild sind das Ritterpaar der Festspielsaison 2026. Dazu, dass die beiden junge Leute ausgewählt wurden, kann man Furth im Wald nur gratulieren. Das lässt sich schon nach der inoffiziellen Vorstellung im Rahmen eines Pressetermins mit Bestimmtheit sagen. Die beiden sind motiviert, im Drachenstich verwurzelt und überaus sympathisch.
Julias Familie hat zum Treffen eingeladen, dem Bürgermeister Sandro Bauer, Heinz Winklmüller, 2. Vorsitzender des Vereins Drachenstichfestspiele e.V., und Organisationsleiterin Anna-Lena Fischer gefolgt waren. Wie so oft, sei es eine glückliche Fügung gewesen, dass man zwei geeignete junge Leute gefunden habe, „die sich charmant ins Gespräch gebracht haben“, sagte Bauer mit einem Schmunzeln. Was er damit meinte, erklären Julia und Max im Einzelgespräch.
Das spontane Casting war ein voller Erfolg
Gleich nachdem im vergangenen Jahr der letzte Vorhang gefallen war, haben beide beschlossen, es miteinander zu versuchen. Also hat Julia kurzerhand beim Bürgermeister angerufen und sich als Ritterpaar ins Spiel gebracht. „Es hat sich anfangs so angehört, als sei schon eine andere Entscheidung gefallen.“ Beide haben lange nicht damit gerechnet, dass es noch etwas werden könnte.
Dementsprechend ist Max, wie er sagt, aus allen Wolken gefallen, als Mitte Dezember auf einmal Regisseur Alexander Etzel-Ragusa in seinem Fotogeschäft am Stadtplatz aufgetaucht ist und gefragt hat, ob beide noch am selben Abend Zeit für ein Casting hätten. Zum Glück für die anstehende Saison hatten sie. Noch größeres Glück, dass sie Etzel-Ragusa schon bei diesem ersten Treffen überzeugen konnten. Das kann auch Bauer bestätigen. „Ich habe gewusst, dass das passt und unser Regisseur hat mich nach dem Casting angerufen und gesagt, dass nichts gegen die beiden spricht.“
Sich um die Rollen zu bewerben, war nicht nur eine spontane Entscheidung. Seit vielen Jahren brennen sie für den Drachenstich und alles, was damit zu tun hat. Schon als Kind war Julia Teil des Historischen Kinderfestes, wirkte im Volk und in der Schranne mit. Im vergangenen Jahr war sie Zofe von Ritterin Antonia Buschek. Die hat Julia dann nach der Abschlussveranstaltung auch ermutigt, den Schritt zu wagen. Drachenstichverrückt ist im positiven Sinn die komplette Familie Baumann. Die Eltern Petra und Karl-Heinz sowie die Brüder Felix und Max engagieren sich seit vielen Jahren in vielfältiger Weise für das Further Volksschauspiel.
Letzter Test vor der Zusage: Er hat noch nie auf einem Pferd gesessen
Ähnlich intensiv ist die Festspiellaufbahn von Max Wild. Der 27-jährige Further läuft seit Kindertagen beim Festzug mit, war Mitglied verschiedener Formationen, wie dem „Igel“ und dem „Further Fähnlein“, dessen Gründungsmitglied er ist. „2024 gehörte ich zu den Ritterfreunden von Ludwig Fleischmann. Ich muss sagen, es war eine wunderschöne Zeit.“ Vor seiner endgültigen Entscheidung hat er Ludwig, der zu seinen besten Freunden gehört, gefragt, ob er es machen soll. Der hat reagiert, wie ein Freund reagiert und gesagt: „Wenn Du es machen willst, dann mach es.“ Bevor er endgültig zugesagt hat, stand aber noch ein letzter Test an. Er hat noch nie zuvor auf einem Pferd gesessen.
Deshalb hat er sich bei einer Bekannten außerhalb von Furth mal auf den Rücken eines Pferdes geschwungen und ausprobiert, ob er überhaupt ein Gefühl dafür bekommt. Reiten, das ist generell das Thema, das im Vorfeld und während des Festspiels alle interessiert. Schafft es ein unerfahrener Reiter, den Drachen zu stechen? Das zu erreichen, soll ab diesem Jahr die Familie Pongratz trainieren. Der Ritter 2026 ist begeistert vom Training, das er bereits Anfang Januar aufgenommen hat. Mit Alexander Pongratz hat er einen Trainer, der 2023 selbst in die Arena galoppiert ist und auch vom Alter her gut zu Max passt. Alexanders Bruder Dominik und Vater Sepp strahlen eine Ruhe aus, „die ist beneidenswert.“ Jede Reitstunde ist anders, aber alle drei Trainer verfolgen die gleiche Linie. „Ich bin überzeugt, wenn es jemand hinbekommt, dann die drei.“ Derzeit reitet Max auf einem Lehrpferd, bei einem Casting im Frühjahr soll das Ritterpferd ausgewählt werden.
Julia hat im Moment noch nicht so viel Stress. Die Proben haben noch nicht begonnen, „aber einige Textpassagen haben sich in der Rolle als Zofe schon eingeprägt“, sagt sie. Am meisten freut sie sich im Moment auf die Szene mit dem Chamerauer. „Und was ist mit mir?“, grinst Max. Julia zeigt ihr strahlendes Lachen: „Auf die Szene, wenn Du den Drachen besiegt hast, natürlich auch.“

Ein tolles Ritterpaar, das die Tradition fortführt
Doch noch einmal zurück zum Anfang des abends, als die beiden offiziell noch gar nicht Ritterin und Ritter sind. Um 19.10 Uhr fragt Bauer den 27-Jährigen Max, ob er die Rolle übernehmen möchte. „Liebend gerne“, antwortet der. Auch Julia zögert keine Sekunde: „Sehr, sehr gern“, sagt sie. Der Further Rathauschef empfiehlt den jungen Leuten, trotz des eng getakteten Programms, die Zeit zu genießen. „Ich wünsche euch gutes Wetter, viele Zuschauer und natürlich, dass nichts passiert.“
Ich habe gewusst, dass das passt und unser Regisseur hat mich nach dem Casting angerufen und gesagt, dass nichts gegen die beiden spricht.Bürgermeister Sandro Bauer über Julia Baumann und Max Wild
Winklmüller betonte ebenfalls, man habe ein tolles Ritterpaar gefunden. „Der Drachenstich hat eine 500 Jahre alte Tradition, die ihr fortführen dürft.“ Die Stadt und ihre Menschen waren immer sehr bemüht um das Festspiel. Das mache die Further aus, dass sie den Drachenstich leben und mit Vollgas dabei sind. Von Fischer gab es Geschenke unter anderem mit Gutscheinen für eine Krone (Ritterin) und das Schwert (Ritter) sowie Blumen für Julia und die beiden Mütter Petra und Carina. Fischer: „Der Drachenstich 2026 darf sich damit wieder auf zwei authentische und engagierte Hauptdarsteller freuen, die Deutschlands ältestes Volksschauspiel mit Herz, Einsatz und Persönlichkeit repräsentieren werden.“
Da hat Anna-Lena Fischer Recht. Was der Reporter ganz persönlich ergänzen möchte: Julia Baumann und Max Wild fügen sich nahtlos in die Reihe sympathischer, weltoffener junger Menschen ein, was die Vorfreude auf die Festspielsaison und allem, was damit zu tun hat, enorm steigert.
Das Ritterpaar
Die Furtherin Julia Baumann ist am 5. Juli 2000 geboren und arbeitet als Immobilienmaklerin bei der Sparkasse im Landkreis Cham. Nach dem Realschulabschluss machte sie eine Lehre zur Bankkauffrau. Leidenschaftlich gerne hilft sie als Bedienung im Café kuL in Furth aus. Hobbys sind: Laufen, Wandern, Skifahren und Reiten.
Max Wild, ebenfalls aus Furth im Wald, ist am 13. Mai 1998 geboren. Nach dem Fachabitur machte er eine Ausbildung zum Fotografen und bildete sich ergänzend zum Filmemacher weiter. Er prägt seit 2017 als Festspiel- und Ritterfotograf den Drachenstich mit. Wild hat die Organspende-Initiative „Louder than death“ mitbegründet. Neben seinem sozialen Engagement gehören Fechten, Laufen, Radfahren zu seinen Hobbys. Schafkopfen ist seine Leidenschaft, er ist außerdem Mitglied beim Glühweinclub und den Further Ratsherren.