Familie Pongratz macht jetzt den Ritter für den Drachenstich Furth im Wald fit

Von Alexander Frimberger · 20. Januar 2026 um 15:15

Der Name wurde schon länger in Furth im Wald geflüstert, jetzt ist es Gewissheit: Die Familie Pongratz übernimmt ab sofort die Reitausbildung des Drachenstichritters. Die Voraussetzungen dafür sind gut und das nicht nur, weil Alexander Pongratz im Jahr 2023 als Ritter gezeigt hat, wie man eine ganze Festspielsaison lang erfolgreich den Drachen tötet.

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Viele Jahrzehnte hat Reittrainer Willi Späth die Drachenstich-Ritter sattelfest gemacht (wir berichteten). Dafür gab es beim Pressegespräch auf dem Gestüt der Familie noch einmal Lob und Anerkennung von Bürgermeister Sandro Bauer und von Josef Pongratz. Zusammen mit seinen beiden Söhnen übernimmt er in Zukunft das Training.

Viel Erfahrung mit Pferden

„Die Entscheidung“, sagt Bauer, „ist kurz vor dem Jahreswechsel gefallen.“ Auf die Suche hat er sich gemacht, als Späth im vergangenen Jahr signalisiert hat, dass er nicht mehr weitermachen möchte. Die Überlegung war demnach, wer in Zukunft infrage kommt. „Einen Reitlehrer finde ich schnell“, aber es müssten auch die Rahmenbedingungen stimmen. Reitplatz, Erfahrung, die Qualität der Unterbringung, viele Faktoren galt es zu beachten. „Und du brauchst jemand, der die Arena und die Situation in der man sich befindet, kennt.“

Da lag der Name Pongratz nahe: „Sandro ist an uns herangetreten, ob wir das machen möchten“, erinnert sich Josef Pongratz, der im Jahr 1984 den Ritter gegeben und auch schon einigen späteren Kollegen den Umgang mit Pferden beigebracht hat. Sein Sohn Alexander war Ritter und auch Dominik sitzt fest im Sattel.

Nachdem die Pferde Sam und Goya nicht mehr zur Verfügung stehen, muss Ersatz gefunden werden. „Wir können den Platz schaffen und welche einstellen“, so Vater Josef. Laut Bauer ist das Ziel der Stadt eine Vertragspartnerschaft, so dass zwei Pferde zur Verfügung stehen. Wer die beiden Pferde letztlich sind, steht noch nicht fest. Auf dem Gestüt der Familie soll es deshalb im März ein Casting geben: Jeder, der glaubt, ein geeignetes Pferd im Stall zu haben, kann sich anmelden und vorbeikommen.

Sandro Bauer (v. li.) hat gefragt, Alexander, Josef und Dominik Pongratz haben ja gesagt. - Foto: Alexander Frimberger

Blickt man auf die Philosophie der Reitprofis, macht das durchaus Sinn. Alexander sagt: „Das Ritterpferd ist immer das Pferd, das an diesem Tag zu mir passt.“ Bauer ergänzt: „Die Ritter, die gut reiten können, haben am Stadtplatz kein Problem.“ Um mit der Situation umgehen zu können, ist körperliche Fitness Grundvoraussetzung. Natürlich gehört eine Portion Mut dazu. „Ich habe enormen Respekt vor jedem Ritter, der noch nie auf einem Pferd gesessen ist, davor ziehe ich meinen Hut.“

Es ist demnach wichtig, dass der Ritter erst einmal lernt, wie man mit den sensiblen Vierbeinern umgeht und einiges über die Körpersprache lernt. Man müsse jedem Pferd eine Chance geben und positiv an die Sache rangehen. Beim Reittraining mache zu zwei Dritteln die soziale Komponente, also die Interaktion zwischen Mensch und Tier aus. Schlussendlich müsse der Ritter so gut sein, dass er mit einem normalen Pferd umgehen kann.

Grundausbildung wichtig

Daher sehen es die Reittrainer auch positiv, dass der Ritter auf mehreren Pferden trainiert. Auch der Unterricht bei drei Personen ist von Vorteil. Die gemeinsame Linie ist klar, aber jeder kennt andere Kniffe. Fakt ist laut Josef Pongratz allerdings: Die Grundausbildung im englischen Reiten müsse sitzen. „Wichtig ist dann, dass der Mensch einen Schlachtplan hat, aber reagieren kann, wenn es die Situation erfordert“, sagt Alexander.