Überfüllte Züge: Schüler bleiben immer wieder am Schwarzenfelder Bahnhof zurück

Von Philipp Breu · 8. Februar 2026 um 05:00

Die Bahn ist eine beliebte Option für Schüler, die von Schwarzenfeld nach Nabburg (Landkreis Schwandorf) pendeln. Gerade einmal fünf Minuten dauert die Fahrt. Doch seit Längerem scheint es regelmäßig Probleme zu geben. Immer wieder ist der Zug so überfüllt, dass einige Kinder am Bahnhof zurückbleiben – oder zu spät zum Unterricht kommen.

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Mehrere Eltern berichten von diesem Szenario. Sie haben sich an die MZ-Redaktion gewandt, um auf die teils massiven Probleme aufmerksam zu machen, die ihre Kinder mit der Bahn haben. Konkret geht es um die Oberpfalzbahn, die täglich um 7.06 Uhr vom Schwarzenfelder Bahnhof Richtung Neustadt an der Waldnaab fährt.

Diese Verbindung wird von vielen Kindern und Jugendlichen genutzt, die die Naabtalrealschule, das Johann-Andreas-Schmeller Gymnasium oder die staatliche Berufsschule in Nabburg besuchen. Eine Alternative in Sachen Öffis gibt es eigentlich nicht. Denn mit anderen Verbindungen erscheinen die Schüler entweder viel zu früh oder zu spät zum Unterricht. Dementsprechend groß ist die Nachfrage nach dem Zug um kurz nach sieben.

Schulleiter des Nabburger Gymnasiums kennt das Problem

Doch immer wieder kommt es vor, dass nur ein Triebwagen zu dieser Zeit im Einsatz ist. Die Folge: Der Waggon ist teilweise so voll, dass nicht alle Schüler mitfahren können und so früh morgens am Bahnsteig zurückbleiben. Zwar verkehrt eine halbe Stunde später auch nochmal eine Oberpfalzbahn zwischen Schwarzenfeld nach Nabburg, doch die Schulen liegen vom Nabburger Bahnhof einige Gehminuten entfernt. „Wenn sie dann keiner spontan mit dem Auto abholen kann, kommen die Kinder zu spät in den Unterricht“, sagt eine Mutter, deren beide Töchter in Nabburg zur Schule gehen.

Auch Christian Schwab, Schulleiter des Johann-Andreas-Schmeller Gymnasiums, kennt das Problem. Es passiere immer wieder, dass einige seiner Schüler, die mit der Bahn unterwegs sind, erst zum Unterricht kommen, wenn dieser schon längst läuft. „Auch bei der Realschule ist das der Fall“, sagt Schwab. Man habe diesbezüglich mit den zuständigen Stellen mehrfach Kontakt aufgenommen und die Situation angesprochen.

Das scheint nun endlich Wirkung gezeigt zu haben. Weil die Oberpfalzbahn unter der Regie der Länderbahn verkehrt, beantwortet deren Sprecherin Katerina Hagen die Fragen der MZ. Es werde bereits an einer Lösung gearbeitet. „Die Probleme bei der Schülerbeförderung zwischen Schwarzenfeld ab 7.06 Uhr und Nabburg sind uns bekannt“, so Hagen. Man habe wegen der hohen Fahrgastnachfrage bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Freistaat alle Schienenpersonennahverkehre plant, bestellt und finanziert, eine sogenannte Doppeltraktion beauftragt. Das heißt, dass zwei Triebwagen gekoppelt fahren. So wächst die Fahrgastkapazität von 230 auf 460 Plätze. Das entspreche auch dem Bedarf.

Fahrzeugstörungen machten einen Strich durch die Rechnung

Die Doppeltraktion sollte eigentlich schon im Januar für Entspannung sorgen. Doch da sei es zu einigen Fahrzeugstörungen und damit zu „Unregelmäßigkeiten im operativen Betrieb“ gekommen. Das hatte zur Folge, dass häufiger nur ein Triebwagen statt der erforderlichen zwei zur Verfügung stand. „Das führte dann bei dem hohen Fahrgastaufkommen, unter anderem durch den Schülerverkehr, leider dazu, dass der Zug sehr voll wurde und den eingegangenen Beschwerden nach, auch Fahrgäste zurückgeblieben sind“, so Hagen.

Die Länderbahn nehme die Beschwerden sehr ernst. Inzwischen stünden auch wieder mehr Fahrzeuge zur Verfügung. Seit dieser Woche seien auf der Verbindung von Schwarzenfeld nach Nabburg um 7.06 Uhr zwei Triebwägen im Einsatz. „Gleichzeitig werden wir verstärkt dafür Sorge tragen, dass die erforderlichen Kapazitäten des Schülerzuges oberste Priorität genießen, um den Schulweg der Kinder zuverlässig abzusichern“, beteuert die Länderbahn-Sprecherin.