Am Bahnübergang Klardorf war das Gleis gebrochen: DB hat mehrere Erklärungsansätze

Von Martin Kellermeier · 4. Februar 2026 um 19:00

Nach dem Gleisbruch am Bahnübergang in Klardorf (Stadt Schwandorf) hat die Bahn mehrere Theorien, wie es zu dem Schaden kommen konnte. Die Frage nach der Ursache ist spannend, schließlich war das betroffene Gleisteil erst wenige Jahre alt. Nicht nur die Witterung könnte für den Bruch verantwortlich sein, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) auf Anfrage der MZ.

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Wie berichtet, war es am Sonntag zu etlichen Zugausfällen auf der Bahnstrecke Schwandorf-Regensburg gekommen. Auslöser war ein Gleisbruch im Bahnübergang Klardorf, sofortige Maßnahmen waren unumgänglich. Um den Schaden zu beheben, mussten Teile des Bahnübergangs ausgebaut und über die gesamte Länge der Gleisquerung eine neue Ersatzschiene gesetzt werden. Das hatte nicht nur Auswirkungen auf den Zugverkehr. Auch Klardorf war durch den gesperrten Übergang wieder einmal zweigeteilt.

Die Bahnstrecke Schwandorf-Regensburg war im zurückliegenden Sommer eigentlich umfassend saniert worden. Der Bahnübergang in Klardorf blieb jedoch außen vor, denn laut einer Bahnsprecherin war die betroffene Schiene erst vor wenigen Jahren verbaut worden. „Der Bahnübergang wurde 2020 umfassend erneuert, deshalb war der Oberbau des Bahnübergangs nicht Teil der Sanierung im vergangenen Sommer“, hieß es dazu aus der Pressestelle.

Keine Anzeichen für Sabotage am Bahnübergang Klardorf

Doch auch nach rund fünf Jahren ist ein Gleisbruch eher untypisch, sagte ein Bahn-Insider der MZ. Bei der DB rätselt man ebenfalls, wie es zu dem folgenreichen Schaden kommen konnte. „Die Ursache für den Schienenbruch ist nicht eindeutig zu klären“, kommentierte eine Sprecherin. Anzeichen für Sabotage würden nicht vorliegen.

Nach einem Gleisbruch mussten am Sonntag Teile des Bahnübergangs in Klardorf ausgebaut werden. - Foto: Martin Kellermeier

Sowohl die Witterung als auch Korrosion könnten dagegen „mögliche Einflussfaktoren“ gewesen sein. „Ebenso in Betracht kommt die erhöhte Belastung des Bahnübergangs durch den Straßenverkehr aufgrund der Sperrung der Straßenüberführung“, teilte die Bahnsprecherin mit. Der Landkreis hatte bekanntlich im vergangenen Jahr die Brücke, die die Kreisstraße SAD2 bei Klardorf über die Bahngleise führt, über Monate saniert.

Inspektion, Wartung und Erneuerung der Infrastruktur erfolgen nach festgelegten Regularien und vorgeschriebenen Fristen, die das Eisenbahn-Bundesamt als Aufsichtsbehörde überwacht.Eine Bahnsprecherin

Laut DB würde die vorhandene Infrastruktur regelmäßig inspiziert werden, um mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen und zu beheben. „Inspektion, Wartung und Erneuerung der Infrastruktur erfolgen nach festgelegten Regularien und vorgeschriebenen Fristen, die das Eisenbahn-Bundesamt als Aufsichtsbehörde überwacht“, erklärte die Sprecherin. Die Inspektionsintervalle für die Regelinspektion seien festgelegt und würden sich „insbesondere nach der Belastung der Strecke“ richten.

Geringere Geschwindigkeit der Züge oder Sperrung als Maßnahmen

Die Bahn würde „allen Hinweisen aus dem laufenden Betrieb“ nachgehen und sie überprüfen. „Dabei gilt: Wo immer die DB besondere Auffälligkeiten entdeckt, werden diese schnellstmöglich behoben“, erklärte die Sprecherin. Um die Sicherheit im Bahnbetrieb zu gewährleisten, würden bis zur Reparatur gegebenenfalls betriebliche Maßnahmen ergriffen. Dazu zählten beispielsweise eine geringere Geschwindigkeit der Züge oder eine Sperrung der Anlage.

Beide Mittel sind den Klardorfer längst nicht mehr fremd. Im vergangenen Jahr gab es wiederholt Ausfälle beim örtlichen Bahnübergang. Damals war stets ein Fehler der Schrankenanlage der Auslöser. Die Bahn hatte im Dezember reagiert und einen Antriebsmotor ausgetauscht. Außerdem war angekündigt worden, weitere Antriebe sukzessive bis April 2026 zu erneuern. Die Maßnahmen zeigten Wirkung. Das Problem mit dem Schrankenantrieb wurde seitdem nicht mehr bekannt.