Nach monatelanger Sperrung und Sanierung in Schwandorf: Brücke bei Klardorf ist nun frei

Aufatmen in Klardorf und darüber hinaus: Nach monatelanger Sperrung und teuren Sanierungsarbeiten ist die Brücke, die die Kreisstraße SAD2 bei Klardorf über die Bahngleise führt, feierlich freigegeben worden. Auch ein adventlicher Segen für alle Fahrer durfte nicht fehlen. Vollständig beendet sind die Arbeiten jedoch noch nicht.
Rund 950.000 Euro kostete die Sanierung den Landkreis Schwandorf – und Klardorfern wie Pendlern vor allem einige Nerven. Für die Bauarbeiten war die Straßen zwischen der Staatsstraße St2397 und der Autobahn A93 seit dem 14. Juli vollständig gesperrt gewesen. Der Verkehr im Süden der Kreisstadt musste umgeleitet werden, offiziell über die Hans-Kraus-Allee und die Steinberger Straße. Viele Autofahrer suchten sich jedoch den kürzeren Weg von oder zur Autobahn und wichen auf den Ortsteil Klardorf aus.
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Die Klardorfer und alle Anlieger freuen sich, „dass die Wege wieder kürzer werden“, stellte daher auch der evangelische Pfarrer Stefan Drechsler am Montagvormittag auf der Brücke fest. Zusammen mit seinem katholischen Kollegen Markus Meier segnete er das Bauwerk zur Wiedereröffnung mit Weihwasser. Beide wünschten allen künftigen Fahrern viel Glück. Meier freue sich über die fertige Brücke als ein Weg, „damit Menschen wieder zueinander finden“ – und scherzte: „Und vielleicht auch wieder in unsere beiden Kirchen.“

Oberbürgermeister Andreas Feller und Landrat Thomas Ebeling (beide CSU) nahmen die frischüberholte Brücke in Augenschein und bedankten sich bei allen Beteiligten. Das symbolische blau-weiße Band schnitten sie zusammen mit weiteren Vertretern des Landratsamts, des Kreistags, Klaus Strohmeier und Robert Croll von der Baufirma Guggenberger sowie Stefan Strauß vom Ingenieurbüro Preihsl+Schwan durch. Damit heißt es ab sofort wieder: freie Fahrt bei Klardorf.
Zahn der Zeit hatte an der Klardorfer Brücke genagt
Der Zahn der Zeit und der Rost hatten an der Spannbetonfertigteilbrücke, die in den Jahren 1971 bis 1972 über die Bahngleisverbindung zwischen Schwandorf und Regensburg gebaut worden war, zu nagen begonnen. 2021 wurde bei der einfachen Brückenprüfung ein nicht ausreichender Zustand festgestellt. Nach über 50 Jahren sei die Brücke nun grundlegend erneuert worden, erklärte Paul Witt von der Tiefbauverwaltung des Landratsamts. Unter anderem wurden der Asphalt, Brückengeländer, Schutzplanken, die Entwässerungseinrichtung und schadhafte Betonplatten erneuert. Gleichzeitig wurden nach dem aktuellen Stand der Technik auch zwei neue Böschungstreppen angelegt, die der Wartung der Brücke dienen.

Witterungsbedingt habe man zwei Wochen länger benötigt, als veranschlagt, sagte Witt. Auch teurer wurde das Projekt: Noch Anfang September waren die Kosten vom Landratsamt auf rund 860.000 Euro geschätzt worden. In diesen Posten fließen auch Nebenkosten wie die Sicherung der Bahntrasse, die Beprobung von Baustoffen oder Ingenieurleistungen ein.
Sanierung war durchaus eine Herausforderung
Organisatorisch war die Sanierung ebenfalls nicht einfach: Schon zwei Jahre vorher habe man nötigen Sperrphasen bei der Deutschen Bahn beantragen müssen, damit das sogenannte Kappengerüst an der Brücke auf- und abgebaut werden konnte. Der Abbau konnte laut Landratsamt nur nachts erledigt werden.
„Wir haben es geschafft. Es war eine Herausforderung“, fasste Witt die vergangenen Monate zusammen. Jetzt fehlen nur noch die Straßenmarkierungen. Diese sollen im neuen Jahr noch aufgetragen werden. Dafür werde die Straße erneut kurzzeitig gesperrt, allerdings nur halbseitig. Außerdem würden im Frühjahr bei besserem Wetter noch die Arbeiten unter der Brücke abgeschlossen, fügte Bauleiter Robert Croll hinzu. Witt hofft, dass die Brücke nun weitere 50 Jahre ohne Sperrung besteht.