Rofu-Insolvenz: So geht es in Schwandorf und Amberg weiter

Verlieren Schwandorf und Amberg einen großen Spielwarenhändler? Rofu Kinderland hat ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. In der Region beschäftigt das Unternehmen über 30 Mitarbeiter.
Seit Jahrzehnten ist Rofu vielen Familien ein Begriff: Puppen, Brettspiele, Bastelsets, Bücher oder Faschingskostüme finden sich beispielsweise in den Regalen des Spielwarenhändlers mit Sitz im rheinland-pfälzischen Hoppstädten-Weiersbach.
Auch in der Region ist Rofu seit Jahren eine feste Größe. In Schwandorf gibt es eine Filiale am früheren TWF-Gelände, zwischen den Märkten von Lidl und Rewe. Prominente Nachbarn hat Rofu auch in Amberg. In der Nachbarschaft von Kaufland und Media Markt hat sich auch der Spielwarenhändler „An den Franzosenäckern“ niedergelassen.
Für die Rofu-Läden im Umkreis gibt es nach Auskunft des Unternehmens zunächst Entwarnung. Die Filialen bleiben geöffnet, der Betrieb läuft zu den gewohnten Zeiten weiter. „Die Standorte in Schwandorf und Amberg haben weiter geöffnet und unsere Mitarbeiter sind für die Kunden da“, teilte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der MZ mit. In der Schwandorfer Rofu-Niederlassung sind aktuell zwölf Mitarbeiter beschäftigt, in Amberg sind es 20.
Rofu hat vor Weihnachten zu wenig Geschäft gemacht
Hintergrund für das laufende Sanierungsverfahren in Eigenverantwortung sind laut Unternehmen „ein schwaches Weihnachtsgeschäft, anhaltende Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten in der gesamten Wertschöpfungskette sowie ein intensiver Wettbewerb“. Das Amtsgericht Idar-Oberstein habe bereits am 19. Januar das vorläufige Verfahren angeordnet.

Ziel der Eigenverwaltung sei es, den Spielwarenfilialisten wirtschaftlich und strukturell neu aufzustellen. Die bisherige Geschäftsführung bleibe im Amt und werde von Sanierungsexperten unterstützt. Zusammen werde man das Unternehmen in den kommenden Monaten durch das Verfahren führen und den Sanierungsprozess umsetzen.
Für die Beschäftigten gibt es zumindest kurzfristig Planungssicherheit: Die Löhne und Gehälter sind nach Aussage des Unternehmenssprechers über das Insolvenzgeld bis Ende März gesichert. Ab April sollen sie wieder vom Unternehmen selbst bezahlt werden.
Unternehmen will weiter auf stationären Handel setzen
Parallel dazu will Rofu mit potenziellen Investoren sprechen. Gesucht wird ein finanziell starker Partner mit Branchenkenntnis und langfristigem Interesse an der Weiterentwicklung des Unternehmens, verlautete aus der Pressestelle. Zugleich setzt der Konzern weiterhin klar auf den stationären Handel als Herzstück der Marke. Wichtig sei, dass die Kunden den Filialen die Treue halten.
Bundesweit betreibt Rofu nach eigenen Angaben 104 Filialen in sieben Bundesländern und beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter. In der Oberpfalz ist das Unternehmen mit mehreren Standorten vertreten, zum Beispiel in Weiden, Cham und Regensburg.
Wie es für Rofu Kiderland insgesamt weitergeht, hängt nun maßgeblich vom Erfolg der Sanierung und der Investorensuche ab. Für Schwandorf und Amberg gilt zumindest vorerst: Die Läden bleiben offen – und 32 Arbeitsplätze sind zumindest vorerst gesichert.
Rofu Kinderland mehr als 100 Filialen in Deutschland
• Geschäfte: Das familiengeführte Unternehmen Rofu Kinderland mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach ist seit rund 40 Jahren im Spielwarenhandel tätig. Mit mehr als 100 Filialen in sieben Bundesländern und laut eigenen Angaben einem Sortiment von über 20 000 Artikeln zählt Rofu zu den größeren Anbietern in diesem Segment. Das Unternehmen beschäftigt laut Presseauskunft insgesamt rund 2000 Mitarbeiter.
• Angebot: In den Regalen sind Spielwaren bekannter Marken wie Lego, Playmobil oder Schleich zu finden. Darüber hinaus verkauft Rofu unter anderem Schreibwaren, Bastelartikel, saisonale Dekorationsware sowie Faschingskostüme und -zubehör für Kinder und Erwachsene. Auch Süßwaren und Artikel für Haustiere werden angeboten. Ein Babysortiment ergänzt die Produktpalette für Familien.