Stadt Schwandorf rollte den Roten Teppich aus: Über 400 Gäste beim Jahresempfang

Der Jahresempfang in der Oberpfalzhalle ist einer der gesellschaftlichen Höhepunkte im Kalender der Großen Kreisstadt. Am Sonntag fand er zum siebten Mal statt. Alle, die in und um Schwandorf Rang und Namen haben, kamen zusammen. Im Mittelpunkt stand eine Rede von Oberbürgermeister Andreas Feller. Darin erklärte der Politiker unter anderem, warum er „mehr Leben“ in der Innenstadt sieht.
Mehr als 400 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, vieler Vereine, von Verbänden und Organisationen, Schulen und Pfarrgemeinden sowie Behörden waren der Einladung aus dem Rathaus gefolgt. Für das leibliche Wohl sorgte erstmals Caterer Kamseder aus Schwandorf. Am Buffet konnte man zum Beispiel zwischen Kartoffelsuppe, Bratensemmel und als Nachtisch Panna cotta wählen. Der Musikverein Dachelhofen sorgte unter der Leitung von Florian Meierhofer für die passende Musik.

Wie im Vorjahr machte heuer der Rathauschef die Begrüßung der zahlreichen Gäste zur Chefsache. Auch Bezirkskaminkehrermeister Peter Wilhelm kam auf die Bühne, um ein Grußwort zu halten. Der OB nutzte seine Begrüßung für Worte des Dankes. In den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft finde man in der Stadt überall Menschen, die sich engagieren. „Sie alle machen Schwandorf zu einem Ort, an dem man gerne lebt – dafür gilt Ihnen mein aufrichtiger Dank“, sagte Feller.
Der Oberbürgermeister ging in seiner 32 Minuten langen Rede zunächst auf die globalen Krisen und Herausforderungen ein. Feller klang dabei ernst und staatsmännisch. „Globale Konflikte, wie die andauernden Auseinandersetzungen in Osteuropa und im Nahen Osten, belasten nicht nur die betroffenen Regionen, sondern wirken sich auch auf die politische Stimmung und das Sicherheitsgefühl in ganz Europa aus“, stellte er fest.
Rede des Oberbürgermeisters: Erst die Weltlage, dann ein ausführlicher Rückblick
Internationale Beziehungen stünden im Umbruch, bei Initiativen zur Konfliktlösung stoße man auf „gewichtige Meinungsverschiedenheiten zwischen den Weltmächten“. All das mache den Weg zu Stabilität und Frieden nicht einfacher, fand Feller.

Der größte Teil seiner Rede war dann aber geprägt von einem Rückblick. Detailliert, fast schon im Stil eines Rechenschaftsberichts bei einer Bürgerversammlung, erinnerte der Rathauschef an Projekte, die man 2025 erfolgreich abschließen konnte. Der OB bilanzierte viel, Raum für Visionen gab es dagegen eher weniger. Im vergangenen Jahr sei eine Menge für Schwandorf bewegt worden, fand Feller. Wörtlich: „Mit Einsatz, Kreativität und guter Zusammenarbeit konnten wir viele Projekte voranbringen und neue Impulse setzen.“
Schwandorf ist eine Stadt in Bewegung, die wächst und sich stetig weiterentwickelt.Andreas Feller, Oberbürgermeister
Als Beispiele nannte der OB unter anderem die Weiterentwicklung des Interkommunalen Gewerbegebiets an der A93, den Neubau der Naabbrücken samt Sanierung der Beer-Kreuzung oder mehrere Bauvorhaben entlang der Hoher-Bogen-Straße. Die Stadt gewinne hier einen Ort, „der Wirtschaft, Soziales und Begegnung auf beeindruckende Weise zusammenführt“.
Auch für die Feuerwehren habe man viel Geld in die Hand genommen. Und das Fernwärmenetz sei um 1000 Meter erweitert worden. „Schwandorf ist eine Stadt in Bewegung, die wächst und sich stetig weiterentwickelt“, betonte Feller.
Die Entwicklung im Stadtzentrum ist für Feller „kein Selbstläufer“
Auch auf die Entwicklung in der Innenstadt, die „kein Selbstläufer“ sei, ging Feller ein. Er sah es – anders als der eine oder andere Bürger – als gelungen an, dass mehr Leben im Zentrum ist. Dies sei vor allem durch Veranstaltungen wie „Schwandorf bei Mondschein“ oder den Street-Food-Park gelungen. Leerstände könnte man dadurch zwar nicht „von heute auf morgen beseitigen“. Dennoch seien solche Aktionen ein wichtiger Beitrag, um Frequenz zu schaffen und die Sichtbarkeit zu erhöhen.










2026 will die Stadt an vielen Orten etwas bewegen, sagte der OB. Unter anderem ging er auf diese Projekte ein: Die Erneuerung der Schwellenwerksunterführung schreite planmäßig voran, und die neue Fußgängerbrücke von der Naabuferstraße zum Stadtpark soll noch im laufenden Quartal fertig werden. „Mit großem Gestaltungsanspruch“ treibe man ferner die Neugestaltung des Schmidt-Bräu-Areals voran. Und auch beim Sepp-Simon-Stadion habe man viel vor. Genauso wie auf den oberen beiden Parkdecks des Naab-Parkhauses. Dort soll bis Jahresmitte eine Bürgerfreifläche entstehen.
Fast 20 Sekunden Applaus bekam der OB nach seiner Rede. Dann war Zeit für Gespräche und zum Netzwerken. Feller zeigte sich zufrieden. Und auch viele Gäste schien der Jahresempfang zu gefallen. Nicht wenige blieben stundenlang in der Oberpfalzhalle.