Adieu Platzmangel und Baustellenlärm: Kinder der Kita Herrnwahlthann sind wieder vereint

Von Alexandra Nurtsch · 7. Februar 2026 um 19:00

Die Zeit der Übergangslösungen in der Kita St. Leonhard in Herrnwahlthann ist vorbei. Mehr Platz bringt auch mehr Ruhe in den Alltag.

Die Herrnwahlthanner Eulen sind glücklich und mit ihnen Kita-Leiterin Michaela Krüger. Drei Jahre hatten die Kindergartenkinder ihren Gruppenraum im Ausweichquartier im Pfarrheim. Seit September sind sie wieder im Hauptgebäude der Kita St. Leonhard untergebracht. In den früheren Krippenräumen fühlen sich die Mädchen und Buben pudelwohl. „Das merkt man richtig“, sagt Krüger. Die vergangenen Jahre waren in der Kita geprägt von Platzmangel, Übergangslösungen und Baustellenlärm – keine leichte Zeit also. Doch die ist nun vorbei.

Anstrengend sei es gewesen, blickt Krüger zurück, für das Team, für die Eltern, aber auch für die Kinder. Immer wieder mussten Gruppen umziehen: Die Eulengruppe wechselte von der Turnhalle in das Pfarrheim. Die Spatzen waren erst im Container und dann ebenfalls in der Turnhalle untergebracht. Seit diesem Kindergartenjahr sind wieder alle unter einem Dach vereint.

Kindergartenkinder haben nun ausreichend Platz

Möglich wurde das mit dem Umzug der beiden Krippengruppen in den Neubau im April. Die freigewordenen Räume im Hauptgebäude wurden schließlich vom Bauhof bedarfsgerecht umgebaut. „Das Ergebnis ist toll“, ist Krüger begeistert. Statt eines einzelnen Raums wie im Pfarrheim haben Eulen wie Spatzen nun einen Gruppenraum mit Küchenzeile und einen Intensivraum – genügend Platz also, um zu spielen, zu toben und sich auch einmal zurückzuziehen. Die Stimmung in den Gruppen sei jetzt viel entspannter, sagt Krüger.

Mittagessen gibt es in den Gruppenräumen nicht mehr. Die alte Turnhalle und einstiger Gruppenraum wurde zum Speisesaal umgebaut. Hier essen auch die Krippenkinder, die vorher nur einen kleinen Bereich zum Essen zur Verfügung hatten, zu klein, als dass alle Eltern das Angebot in Anspruch hätten nehmen können.

Kita-Leiterin Michaela Krüger freut sich, dass die Arbeiten nun endlich abgeschlossen sind. - Foto: Nurtsch

Vor wenigen Wochen wurde der Raum fertiggestellt. Jetzt stehen noch kleine Restarbeiten an. „Aber das ist nicht mehr schlimm“, sagt Krüger, die hofft, dass dies die letzten Arbeiten für eine lange Zeit sein werden.

2020 war Erweiterung erstmals Thema

Seit 2020 befasste sich die Gemeinde Hausen mit der Erweiterung der Kita. Nun, sechs Jahre später, kann Bürgermeister Johannes Brunner zufrieden zurückblicken. „Für eine Maßnahme in dieser Größenordnung ist alles gut gelaufen“, sagt er. Erste Kostenschätzungen gingen von 4,2 Millionen Euro aus. Tatsächlich kosteten die Erweiterung und der Umbau rund 3,3 Millionen Euro, abzüglich einer Förderung von 1,14 Millionen Euro. Für Brunner ist das Geld gut angelegt. „Das ist eine Investition in die Zukunft“, sagt er.

Das ist eine Investition in die Zukunft.“Bürgermeister Johannes Brunner

Das sieht auch Michaela Krüger so – auch wenn für sie und ihr Team die vergangenen Jahre nicht einfach waren. „Es ist das Schlimmste für Pädagogen, wenn die Räume nicht passen.“ Dazu kamen der Lärm und der Dreck der Baustelle. Doch jetzt gibt es in der Kita ausreichend Platz und Stauraum.

Auch ein Raum für das Personal steht jetzt zur Verfügung. „Das haben wir uns verdient“, freut sie sich. Derzeit sind die Kinder und die Erzieherinnen dabei, sich die neuen Räume zu eigen zu machen und Neues auszuprobieren. Da wird dann auch mal die neue Turnhalle im Neubau zum Ruheraum umfunktioniert.

Waldgruppe in Frauenwahl hat sich gut etabliert

Die Turnhalle wird im Übrigen von Kindergarten- und Krippenkindern genutzt. Auch diese sind mittlerweile in ihren neuen Räumen angekommen. Vor dem Umzug hätten die Gruppen die neue Krippe immer wieder besucht. Dennoch seien die neuen Räume für die Mädchen und Buben anfangs fremd gewesen, berichtet Krüger. Die Pädagogen beobachteten Rückschritte trotz gleichen Personals. „Aber jetzt hat sich alles stabilisiert“, sagt Krüger.

Kinder der Mäusegruppe sind ins Spiel vertieft. Auch die Kleinsten haben sich mittlerweile in der neuen Krippe eingewöhnt. - Foto: Handschuh

Aktuell besuchen 129 Kinder die Kita St. Leonhard. In der Krippe gibt es noch einige und im Kindergarten vereinzelt freie Plätze. Die Dachse, die Waldgruppe der Kita in Frauenwahl, hätten sich mittlerweile gut etabliert und verzeichneten steigende Nachfrage. Hier seien auch bereits Gastkinder aus anderen Gemeinden aufgenommen worden, sagt Krüger.

Immer wieder werden Stimmen laut, die kritisieren, dass die Krippe zu überdimensioniert gebaut worden sei. Das verneint die Kindergartenleiterin. Hier sei vorausschauend investiert worden. Es habe schon Zeiten gegeben, in denen bis zu 30 Kinder in einer Kindergartengruppe gewesen seien. Nun besuchten maximal 25 Mädchen und Buben eine Gruppe. „Nun können wir so arbeiten, wie wir wollen. Wir haben zufriedene Kinder und zufriedenes Personal. Das ist der Lohn, dass wir durchgehalten haben“, sagt Krüger.

Wir haben zufriedene Kinder und zufriedenes Personal. Das ist der Lohn, dass wir durchgehalten haben.“Kita-Leiterin Michaela Krüger

Positives Feedback gibt es auch von den Eltern. Jahrelang gab es Probleme mit Platzsplitting und Übergangslösungen. „Das ist nun vorbei. Die Eltern sind dankbar für unser Betreuungsangebot“, sagt Bürgermeister Brunner.

Vergangenes Jahr wurde der Erweiterungsbau der Kita Herrnwahlthann fertiggestellt. In dem Anbau ist seit April 2025 die Krippe untergebracht. - Foto: Alexandra Nurtsch

Auch der Kritik, dass der Kindergarten schon viel früher hätte erweitert werden müssen, widersprechen Bruner und Krüger. Es sei gut gewesen, das Projekt etwas hinauszuzögern, „sonst hätte man zu klein gebaut“, sagt die Kindergartenleiterin und Brunner: „Es war perfekt, so wie wir es gemacht haben.“