Familien sollen in Schwandorf ein Zentrum bekommen – Verein „Pfad für Kinder“ will anschieben

Von Clara Lietzmann · 7. Februar 2026 um 15:00

Der Verein „Pfad für Kinder Schwandorf-Amberg“ möchte in Schwandorf ein neues Familienzentrum oder Mehrgenerationenhaus gründen. Für eigene Aktivitäten ist der Verein oft vergeblich auf der Suche nach geeigneten Räumen, wie Initiatorin Sonja Wiesner-Weber berichtet. Von der Einrichtung könnten alle Schwandorfer profitieren.

Interessierte sind aktuell aufgefordert, sich mit Ideen und Wünschen einzubringen. Die Vision des Vereins: „Ein Familienzentrum als Bereicherung für den Raum Schwandorf. Ein Ort, der verbindet, unterstützt und Platz für vielfältige Ideen bietet.“

Die eigentliche Kernaufgabe von „Pfad für Kinder Schwandorf-Amberg“ ist es, sich für die Interessen von Pflege- und Adoptivfamilien einzusetzen. Der gemeinnützige Verein bietet Informationen, Erfahrungsaustausch, Unterstützung und Beratung, regelmäßige Treffen sowie Freizeitaktivitäten an.

Dabei tauchten in der Vergangenheit immer wieder Herausforderungen auf: Besonders bei schlechtem Wetter sind passende Orte für Aktivitäten mit Kindern rar – Einrichtungen wie ein Indoor-Spielplatz sind teuer und oft weit entfernt. Auch aus Gründen der Privatsphäre können Treffen in öffentlichen Räumen problematisch sein, erklärt Wiesner-Weber, die auch für die Vereinskasse zuständig ist.

Der Bedarf entscheidet über die Förderung

Das Projekt soll Familien, Vereinen und Initiativen gleichermaßen nützen. Sonja Wiesner-Weber sieht nicht nur bei ihrer spezifischen Zielgruppe einen großen Bedarf. Das Haus soll Räumlichkeiten bieten, auf die zum Beispiel Eltern mit Kindern, Senioren oder Inklusionsgruppen leicht zugreifen können. Auch der Bildungsaspekt soll nicht zu kurz kommen: Schon zahlreiche Interessenten haben sich mit dem Wunsch gemeldet, selbst Kurse anzubieten. Von Geburtsvorbereitung und Stillberatung über Vorträge und Weiterbildungen bis hin zur Hausaufgabenbetreuung könnte einiges geboten werden.

Sogar private Nutzungen kann sich die Initiatorin vorstellen. „Da könnte ich zum Beispiel die Kindergeburtstage meiner Töchter ausrichten. Das würde mir total den Stress rausnehmen“, erzählt sie.

Erster Schritt zur Verwirklichung des Projekts ist die laufende Bedarfsermittlung: Wer hat Interesse? Wer möchte sich beteiligen oder unterstützen? Wer sucht Räume oder Angebote? Wer kennt Räume oder Angebote, die zur Verfügung stehen? Der ermittelte Bedarf ist ausschlaggebend für mögliche Förderoptionen. Zwei grundsätzliche Modelle gibt es, ein Familienzentrum oder aber ein Mehrgenerationenhaus. Ersteres würde von Land und Kommune gefördert, während die Zuschüsse für Mehrgenerationenhäuser über ein Bundesprogramm laufen. Die Bedingungen und Angebote müssen nach den Auflagen des Förderers gestaltet werden – auch darum ist die Bedarfsermittlung eine entscheidende Grundlage.

Mehrgenerationenhäuser gibt es im Landkreis schon, weiß Sonja Wiesner-Weber: in Wackersdorf, Maxhütte-Haidhof und Teublitz. Die Große Kreisstadt Schwandorf verfügt bislang nicht über eine derartige Einrichtung.

Die Anstrengungen, um das Projekt zu verwirklichen, sind beim Verein „Pfad für Kinder“r bereits in vollem Gange, mehrere Mietobjekte wurden schon besichtigt – bisher allerdings ohne Erfolg.

Jeder darf sich mit seinen Anliegen einbringen

Nun sind die Schwandorfer aufgefordert, sich einzubringen: Wer sich ein offenes Zentrum in Schwandorf wünscht, darf seine Vorschläge, Wünsche oder Angebote dem Verein zukommen lassen. Dazu wurde eine Online-Umfrage eingerichtet, die nach Angaben Wiesner-Webers schon 230 Mal ausgefüllt wurde. Bis zum 27. Februar ist sie online zu finden: www.umfrageonline.com/c/4nwhf9ta