Umwelt, Wirtschaft, Altstadt: Bund Naturschutz löchert OB-Kandidaten mit Fragen

Von Martina Groh-Schad · 8. Februar 2026 um 10:00

Auf Einladung der Kreisgruppe Regensburg des Bund Naturschutzes (BN) stellten die Oberbürgermeister-Kandidaten oder Vertreter im Evangelischen Bildungswerk ihre Haltung zur Natur-, Klima- und Verkehrspolitik vor. Der BN hatte einen Fragenkatalog zu Klimaschutz, Bauleitplanung, Energiewende und Verkehrswende vorbereitet und den Teilnehmern jeweils eine Karte in Rot für ja, in Grün für nein und in Weiß für Enthaltung ausgehändigt.

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Dr. Astrid Freudenstein von der CSU zückte meist die weiße Karte. „Die Fragen lassen sich nicht mit ja oder nein beantworten“, sagte sie. Sie schlage sich weder auf die Seite der Wirtschaft noch auf die der Ökologie, aber: „Vieles, was sich die Stadt leistet, muss von der Gewerbesteuer getragen werden.“ Dr. Helene Sigloch von den Grünen hob den Artenreichtum hervor. Eine Absage erteilte sie der Regenbrücke. „Das Projekt hat nichts mit moderner Verkehrsplanung zu tun hat.“

Mehr Zusammenarbeit mit dem Landkreis

Thomas Thurow (Brücke) mahnte an, dass Klimaziele eingehalten werden müssten. Mit Blick auf die Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoß betonte er: „Wir halten daran fest.“ Zudem verwies er auf die Zusammenarbeit mit dem Landkreis beim Windkraft-Bau. Wirtschaft, Umwelt und Soziales müssten gemeinsam gedacht werden, betonte Dr. Thomas Burger (SPD). Er stehe für mehr Grün, Schatten und Wasser in der Altstadt. Bei Erneuerbaren sprach er sich für die Zusammenarbeit mit dem Kreis aus und erinnerte an die Stärke der Stadt bei der Entwicklung moderner Umwelttechnologien.

Christian Janele, CSB, sorgte sich um den Zustand der Altstadt. „Ich möchte nicht, dass sie zu einer Partymeile verkommt und ihren Charme verliert.“ Wichtig sei eine funktionierende Infrastruktur, um wirtschaftliche Abwanderung zu verhindern. ÖDP-Kandidat Benedikt Suttner möchte jedes Jahr 1000 Bäume pflanzen statt nur 500. Er lehnt die Regenbrücke ab und stellt den Ausbau von Bus und Bahn in den Mittelpunkt. Zudem fordert er mit Blick auf den Bau-Turbo, dass die Stadt auch künftig auf private Bauträger Einfluss nehmen müsse. Horst Maierhofer von der FDP hält eine reine Fokussierung auf ÖPNV und Fahrrad angesichts vieler Pendler aus dem Landkreis für unrealistisch. Er sieht im Parkhaus am Unteren Wöhrd eine verpasste Chance und hätte sich dieses größer gewünscht. Zudem plädierte er für mehr Begrünung in der Altstadt. „Ich bin bei der FDP und trotzdem Umweltfreund“, scherzte er.

Linke fordert Comeback der Stadtbahn

Für die Linke forderte Sebastian Mederer die Rückkehr der Stadtbahn. Seine Partei wolle Bezahlbarkeit und Umweltschutz verbinden. Die REWAG wünscht er sich in die öffentliche Hand. Jakob Friedl (Ribisl) sprach sich für eine ökologischere und sozialere Stadtpolitik aus. Insgesamt setzt er auf mehr Bürgerbeteiligung. „Es geht darum zu zeigen, dass die Bürger nicht ohnmächtig sind, sondern sich erfolgreich einmischen können.“

Für die Partei Volt betonte Gwydion Enbarr: „Wenn ich nachhaltig wirtschaften will, muss ich den Klimaschutz mitdenken.“ Die Altstadt müsse attraktiver werden mit mehr Aufenthaltsqualität. „Regensburg ist eine der heißesten und versiegeltsten Städte, da müssen wir ran.“