Burglengenfeld sucht Stadtbaumeister, Bauverwaltung hat wieder einen Chef

Von Thomas Rieke · 5. Februar 2026 um 19:00

Langsam, aber sicher bahnt sich in der Stadtverwaltung das Ende einer Ära an. Die Rede ist nicht vom Wechsel in der Amtsstube des Bürgermeisters. Auch das Bauamt steht vor einer gravierenden Veränderung. Dessen Leiter, Franz Haneder, hat seinen Abschied angekündigt. Die Stadt sucht bereits nach einem Nachfolger.

Haneder hat die Burglengenfelder Verwaltung geprägt wie kaum ein anderer. Als Mann mit Ecken und Kanten sowie Freund klarer Worte hat er sich im Laufe der Zeit nicht nur Freunde gemacht, womit er freilich selbstbewusst umzugehen versteht. Anlässlich seines 35. Jubiläums im öffentlichen Dienst lobte ihn Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) in den höchsten Tönen. „Franz, du kannst stolz auf dein Wirken zurückschauen, denn du hast die Stadt mit deinen Ideen und Visionen mitgezeichnet“, sagte das Stadtoberhaupt im Mai 2025.

Seit März 1992 arbeitet Haneder im Rathaus, seit 1999 trägt er den Titel Stadtbaumeister. Seitdem hat er viele große, aber auch kleinere Projekte der Kommune maßgeblich betreut und vorangetrieben, in jüngerer Vergangenheit zum Beispiel die Erweiterung der Grundschule oder die Sanierung der Fronfeste.

Offiziell in Rente erst 2029

Aber auch Haneder bekam zu spüren: Pausenloser Einsatz, der sich auch in der Anhäufung von Überstunden widerspiegelt, geht auf Dauer an die Substanz. Erst recht galt dies, als er über viele Monate zusätzlich den Leiter der Bauverwaltung vertreten musste. Und so reifte der Entschluss, Altersteilzeit zu beantragen. Im Mai kommenden Jahres beginnt für Haneder die Freistellungsphase. Er wird dann 64 Jahre alt sein. In Rente geht er offiziell erst im April 2029.

Die Stadtspitze ist nun bemüht, möglichst frühzeitig einen potenziellen Nachfolger zu suchen und aufzubauen. Am vergangenen Mittwoch war dazu in der MZ die Stellenanzeige zu lesen. Der neue Stadtbaumeister soll demnach nicht nur über „fundiertes Fachwissen mit mehrjähriger Erfahrung“ verfügen, sondern auch über sicheres Auftreten, Verhandlungsgeschick sowie „überdurchschnittliche Teamfähigkeit“. Bis Ende des Monats werden Bewerbungen entgegengenommen.

Ein Problem ist endlich gelöst

Einen Schritt weiter ist man – endlich, möchte man sagen – in der Bauverwaltung. Dort war die Stelle des Chefs bekanntlich seit September 2024 vakant. Bei der Suche nach einer Lösung waren wiederholt Rückschläge zu verkraften. Bürgermeister Gesche hatte darauf gehofft, den Posten mit einer schon vorhandenen Nachwuchskraft besetzen zu können, musste den Plan aber letztlich begraben.

Mitte Oktober vergangenen Jahres wurde die Stelle in der Bauverwaltung zum zweiten Mal öffentlich ausgeschrieben, und schon bald verkündete Gesche erfreut, es hätten sich mehrere geeignete Bewerber gemeldet.

Auch das könnte Sie interessieren: Steinbruch-Erweiterung Burglengenfeld: Finaler Austausch aller Argumente naht

Das Rennen machte letztlich Dominik Knoll. Der 33-jährige Bauingenieur arbeitete zuletzt bei der Stadtverwaltung Regensburg, wo er seit März 2021 tätig war. Zu Beginn wirkte er dort in der Planung eines großen Infrastrukturprojekts mit, heißt es in einem Bericht der städtischen Pressestelle. Anschließend sei Knoll im Tiefbauamt, Abteilung Stadtentwässerung, eingesetzt gewesen. Dort sei ihm ein breit gefächertes Aufgabenfeld zugeteilt worden: die Vorbereitung und Mitwirkung bei Vergabeverfahren mit anschließender Vertragsabwicklung, die Betreuung von Ingenieurbüros, die Abstimmung von Planungen, die Erstellung von Beschlussvorlagen sowie die Planung von Abwasseranlagen zu seinen Aufgaben.

Ein untypisches Erlebnis zum Start

Durch diese Tätigkeiten seien ihm die Abläufe und Strukturen innerhalb einer kommunalen Verwaltung „bestens vertraut“, heißt es im Burglengenfelder Rathaus. Seit 2. Februar ist Knoll hier im Dienst. Nur drei Tage später erlebte er seine erste Sitzung im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss. Die hatte freilich alles andere als repräsentativen Charakter. Nach rund 20 Minuten war der öffentliche Teil bereits wieder zu Ende.