Versammlung zur Historischen Rötzer Fasenacht: Es werden 25000 Besucher erwartet

Von Mittelbayerische Zeitung · 2. Februar 2026 um 19:00

Die Dandla und die Faschingszeitung, das Ausspieln und der Faschingszug, der Gardetanz, die Faschingsparty und der Kehraus – das alles und noch viel mehr machen die Althistorische Rötzer Fasenacht aus, die im zweijährigen Turnus am Faschingsdienstag durchgeführt wird. Dieses Jahr ist es am 17. Februar so weit.

Bereits seit Oktober läuft dazu beim etwa 15-köpfigen Team des Faschingskomitees „Immer dieselben“ – kein Verein, sondern ein „wilder Haufen“ – die Planung. Am frühen Sonntagabend hatte es zur 2. öffentlichen Fasenachtsversammlung in die nahezu voll besetzte Pizzeria „Due Fratelli“ geladen. Es ging vor allem um Informationen zum Stand der Vorbereitungen.

Die „Dandla“ sind schon mal eingewiesen

Dem Ehrenpräsidenten Herbert Kestler galt der besondere Gruß des Präsidenten Frank Gazinski, der seit 2007 amtiert. Nachdem sich die Rötzer Garde schon wunderbar beim Brettlhupferball präsentierte und die Stimmung durch den Kappenabend der KAB (6.2.), den Judoball (14.2.) und den Rosenmontagsball der KLJB und des SV Bernried gesteigert werden könne, steuere man nun dem Höhepunkt der diesjährigen Faschingssaison zu.

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Bereits eine halbe Stunde vor der Versammlung hatte der Präsident die 32 Zeitungsverkäufer, die „Dandla“, willkommen geheißen, um sie in ihre Aufgabe einzuweisen. Zudem stellte er deren Ausstattung mit Frack und Zylinder vor. Die sich bereits in Druck befindliche Faschingszeitung eines kleinen Redaktionsteams entwickelte sich vom selbst geschriebenen Ausspielzettel um 1860 bis zur 16-seitigen DIN A3-Ausgabe von heute. Damals war ein humorvoller Rötzer auf die Idee gekommen, lustige Begebenheiten der Bürger aus dem Jahresverlauf zu reimen, auf einen Zettel zu schreiben und sie am Faschingsdienstag in den Gasthäusern zu verkaufen. Daraus entstand Jahre später die Idee, sie auch auf eine Tafel zu malen und nachzuspielen. Bald fuhr man mit dem Rosswagen von Wirtshaus zu Wirtshaus und zu öffentlichen Plätzen, wo die Ausspielstücke aufgeführt wurden. Aus dem Zettel wurde die Zeitung, und da sich immer mehr Wägen und Fußgruppen anschlossen, entstand ein großer Faschingszug.

Faschingszeitung von Haus zu Haus ausgetragen

Nach einem gemeinsamen Frühstück im Gasthaus Weigl und letzten Hinweisen über die WhatsApp-Gruppe wird am Faschingsdienstag ab 9 Uhr die Zeitung von Haus zu Haus ausgetragen und auch mit „Schirm, Charme und Melone“ den Autofahrern angeboten, wobei stattdessen auch eine Spende in die Büchse der Dandla gegeben werden darf. Nun erst erfahren auch die Betroffenen, wer ausgespielt wird.

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Nach einem Standkonzert um 13.15 Uhr am Marktplatz mit den „Grenzfähnlein“ aus Furth im Wald startet ab 14 Uhr der Faschingszug, zu dem an die 25 000 Besucher erwartet werden und kein Eintritt verlangt wird. Die PR-Werbemaschinerie lief so gut, dass bereits einen Monat vorher die maximale Teilnehmerzahl erreicht und die Anmeldephase beendet wurde. Es werden 62 Gruppen mit tollen Themen mitmachen, darunter zwei Spielmannszüge. Im Anschluss an den Faschingszug findet am Marktplatz ein buntes Faschingstreiben bis 20 Uhr statt. Dabei tanzen die Rötzer Gardemädels auf der Bühne, und es werden die vier Ausspielstücke aufgeführt, moderiert vom Charivari-Conférencier Herbert Feldbauer.

Auch der Nachwuchs lässt sich schon für den Zylinder als Kopfbedeckung begeistern. - Foto: Ferdinand Schönberger

Die Ausspielgruppen ziehen dann traditionell durch die Wirtshäuser und besuchen außerdem die ausgespielten Bürger zu Hause, meist vor versammelten Verwandten und Nachbarn. Dabei werden die Ausspieltafeln mit den gemalten Geschehnissen den Ausgespielten gegen eine Spende als Erinnerung überlassen. Währenddessen hat auf dem Marktplatz die große Faschingsparty mit Tom Larusso, dem Charivari-DJ, begonnen.

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Dem Engagement des Radiosenders, der Rötz immer wieder im Programm erwähne („Wir lieben Rötz“) und auch mit einem fahrenden Showbühne vertreten sei, sprach Gazinski hohes Lob aus. Logistisch sei man noch besser als zuletzt aufgestellt: ein zusätzlicher Verkaufsstand auf dem Marktplatz, bedeutend mehr Toiletten und besondere Sicherheitsvorkehrungen durch drei Besprechungen mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sowie ein erarbeitetes Sicherheitskonzept. Parallel zur Party steigt ab 17 Uhr im Fürstenkasten bei freiem Eintritt der Kehraus mit der Tanzband „Coolties“, noch einmal tritt die Garde auf und es wird ein letztes Mal ausgespielt.

Der Erlös fließt hiesigen Vereinen und Institutionen zu

Der Ausschuss versteht die Faschingsgaudi als Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Mit dem Erlös werden Vereine und Institutionen im Gemeindebereich der Stadt unterstützt. So heißt für alle das Motto: „Die Menge ruft, die Menge schreit. Es ist Rötzer Fasenacht, die schönste Zeit.“

Termine: Für das Schmücken der Traktoren und Wägen können am Samstag, 7. Februar, 9 bis 12 Uhr, am Bauhof bei Herbert Kestler kostenlos die bunten Girlanden abgeholt werden. Am Sonntag, 15. Februar, ist nach dem Faschingsgottesdienst mit Überraschungen um 11 Uhr im Gasthaus Sturm (Stockl) die letzte öffentliche Versammlung des Komitees. Dazu muss jede am Faschingszug teilnehmende Gruppe einen Verantwortlichen schicken, da es um letzte Infos, die Sicherheitsbelehrung und Startnummernvergabe geht.