Bald könnte es mit Discgolf eine neue Sportart in Furth im Wald geben

Von Alexander Frimberger · 2. Februar 2026 um 15:00

Die CSU Furth im Wald strotzt vor Selbstbewusstsein. Das zeigte einmal mehr die Kandidatenvorstellung beim Wahlkampfauftakt im Gasthof des Hotel Fellner am Sonntagabend. Bürgermeister Sandro Bauer ist überzeugt: „Wir haben gute Leute, die uns viele Sitze einbringen.“

Mit dem Rathauschef sitzen derzeit sieben „Schwarze“ im Stadtrat. Man will mehr erreichen, einer oder zwei dürfen es gerne sein, erklärt Bauer.

Trotzdem sagt Andreas Roder, Ortsvorsitzender der Partei, will man das Wort Wahlkampf bewusst vermeiden. „Wir werben um die Wähler. Wir müssen nicht kämpfen.“ Er bricht eine Lanze für die Kommunalpolitik. Die sei so wichtig, weil sie jeden vor Ort betreffe. Sie beeinflusst das Zusammenleben und die Einrichtungen vor Ort. Furth im Wald sei eine tolle Stadt mit vielen Chancen. Die Landesgartenschau (LGS) habe gezeigt, was man im Stande ist zu leisten.

Diskussionen werden immer auf Augenhöhe geführt

Er brach auch eine Lanze für die Zusammenarbeit im Stadtrat. Gut sei die mit der Umlandfraktion ohnehin, aber auch mit den anderen Gruppierungen gebe es immer ein gutes Miteinander. Das konnte Bauer so bestätigen. Sonst wären Großprojekte wie die LGS gar nicht möglich gewesen. In der Sache habe man zum Teil hart diskutiert aber immer fair und derart, dass man sich im Anschluss noch in die Augen schauen konnte.

Die Landesgartenschau, der er noch einmal einen Rückblick auf die Erfolge gönnte (wir berichteten), sei ein tolles Erlebnis gewesen und ist demnach „ein Grund, warum ich weitermachen möchte.“ Jetzt gelte es die Euphorie in die Zukunft zu tragen. Zwölf Brücken sind entstanden, die Innenstadt habe sich verändert, es gebe ganz neue Stadtansichten, „das gilt es jetzt zu bewahren und auszunutzen.“

Zu den Mammutprojekten gehörte die Parkarena, um die es im Vorfeld einigen Wirbel gab. So gründete sich eine Bürgerinitiative (BI), die nach dem Stadtratsbeschluss, die Stadthalle für das Jahrhundertbauwerk abzureißen, genau dies verhindern wollte. Die Aktion verlief aber letztlich im Sande. Als die BI aufploppte, war sich Bauer nach eigenen Augen im ersten Moment nicht mehr sicher, ob der Stadtrat – ihn eingeschlossen – die richtige Entscheidung getroffen habe. Doch man habe es sich im Gremium nicht leicht gemacht. Er betonte: „Keiner macht absichtlich oder gerne etwas falsch.“ Eine Besonderheit sei, dass man bei den Abstimmungen nur dafür oder gegen einen Beschluss sein darf. Enthaltungen seien nicht möglich. Letztlich ist die Arena mit der markanten Dachkonstruktion ein Leuchtturmprojekt geworden, das es jetzt zu bespielen gilt. „Sie muss sinnstiftend eingesetzt werden, um unseren eigenen Weg zu finden für die Bevölkerung aber auch in der Region.“

Auch der Volksfestplatz hat ein neues Gesicht bekommen. Er ist jetzt nicht mehr die viereckige Fläche, sondern mehr eine Parkanlage. Die Frage stellt sich, wo man das Bierzelt für das Volksfest aufbaut und wo die Fahrgeschäfte stehen werden.

In einem Nebensatz verriet der Rathauschef, dass es gerade Überlegungen gebe, ob in den Chambauen eine Discgolfanlage aufgebaut werden kann. Dabei wird versucht mit speziellen Frisbee-Scheiben in aufgestellte Körbe zu treffen. „Das schauen wir uns gerade an.“

Schließlich folgte ein Blick auf die aktuelle Haushaltslage. Vor einigen Jahren war die Stadt schuldenfrei. Zwar stand man mit der Kläranlage noch mit vier Millionen Euro in den roten Zahlen, die werden aber durch die Gebühren jedes Jahr weiter abgegolten. Trotzdem habe man in die Sanierung von Straßen, Teilen des Museums und in die Feuerwehr investiert.

Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Uhr tickt für die Kommunalwahl am 8. März. - Foto: Alexander Frimberger

Fördergelder muss man sich leisten können

Für die Maßnahmen rund um die Landesgartenschau und die damit verbundene Stadtentwicklung waren es 25 Millionen, die man durch Förderung bekommen habe. Investiert wurde aber wesentlich mehr. Das gelte es auch in Zukunft zu beachten, denn es gibt keine hundertprozentige Förderung. Man muss einen Teil der Summe selbst zur Verfügung haben.

Die Aussage „nach meinem Empfinden , brummt es nach wie vor“, belegte Bauer mit dem Blick auf Steuereinnahmen. Die Gewerbesteuer sei in den letzten Jahren immer wesentlich höher als angenommen ausgefallen. Das gelte auch für das Jahr 2024, als es zwei große Insolvenzen zu beklagen gab. Neue Schulden möchte man trotzdem vermeiden, auch weil Darlehen für Gemeinden inzwischen drei Prozent Zinsen kosten. Früher waren sie zinsfrei. Damit ist im Moment auch das Hallenbad kein Thema. Man hat sich gut aufgestellt, um den Neubau eines Schulschwimmbads zu realisieren, wenn es entsprechend hohe Förderungen gibt. Bei zwölf Millionen Euro geschätzten Baukosten und einer momentanen Förderquote von 45 Prozent, blieben rund sieben Millionen Euro an der Stadt hängen. „Wir haben Interesse bekundet und Pläne eingereicht, aber wenn es dabei bleibt, werden wir uns in den kommenden zwei Jahren schwer tun.“

In der Vorstellungsrunde der Kandidaten war ein bunter Mix über alle Branchen und gesellschaftlichen Bereiche zu erkennen. So fanden auch alle relevante Themen Platz: Familie, Schaffung von Wohnraum, Innenstadtbelebung, Leerstandsmanagement, weitere Stärkung der Wirtschaftskraft, Kultur, Lebensqualität und mehr.