Ungewöhnlicher Konvoi und kurzzeitige Sperrungen im Raum Roding: Das steckt dahinter

Von Theresa Baumann · 31. Januar 2026 um 05:00

Gelbe Sprinter, ein Lastwagen und mehrere Streifenwagen: Ein ungewöhnlicher Konvoi sorgte in der vergangenen Woche im Landkreis Cham für Aufsehen. Die ortsfremden Kennzeichen und kurzzeitige Sperrungen – unter anderem des Rodinger Stadtkerns – dürften Autofahrern aufgefallen sein. Dahinter steckt ein mehrtägiges Seminar.

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In einer Sechser-Gruppe fuhr der Ausbildungstrupp Freitagmittag von Roding in Richtung Zell los. Immer wieder bremste die Kolonne vor Kurven ab oder machte ganz Halt. Der hinterste gelbe Transporter des Zugs machte mit einem Verkehrsschild auf dem Dach klar: „Überholen verboten.“ Auf dem Heck war zu lesen: „Schwertransport-Ausbildung“.

Industrie- und Handelskammer und Polizei bilden aus

Ausgebildet wurden aber nicht die Fahrer der Großtransporter, sondern die Fahrer der sogenannten Begleitfahrzeuge in gelber Farbe, wie der Pressesprecher des Bayerischen Polizeiverwaltungsamts (PVA) Markus Plenk erklärt. Bis 2018 musste die Bayerische Polizei viele Schwer- und Großraumtransporte in Bayern begleiten. „Mit der steigenden Zahl an Schwer- und Großraumtransporten waren die Polizeikräfte für diese Aufgabe vermehrt gebunden“, betont Plenk. Daher sei 2017 eine Ausbildung für private Transportbegleiter ins Leben gerufen worden. Seither begleiten Polizeikräfte die Transporte nur noch in Ausnahmefällen.

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Mit der steigenden Zahl an Schwer- und Großraumtransporten waren die Polizeikräfte für diese Aufgabe vermehrt gebunden.Markus Plenk, Pressesprecher der PVA

Angeboten wird die bayernweite Ausbildung vom PVA, das in Straubing ansässig ist, in Zusammenarbeit mit der IHK. Übungsstandort ist auch die Kaserne in Roding. Dort findet nicht nur ein Teil des theoretischen Seminars statt. Auch die Transporter der Bundeswehr kommen zum Einsatz.

Allerdings ist das nicht der einzige Grund, warum die Begleitfahrzeuge genau in Roding üben: „Für den Praxisteil des Seminars eignen sich die besonderen topographischen Gegebenheiten des Großraums Roding und der umliegenden Landkreise“, erklärt der Pressesprecher.

Weitere Seminare im Landkreis Cham angesetzt

Während des Seminars lernen die 15 bis 20 Teilnehmer Anordnungen im Straßenverkehr einzusetzen. Je nach Stufe des Begleitfahrzeuges gibt es hier verschiedene Möglichkeiten. Ein Fahrzeug mit der höchsten Stufe vier „ist durch den drehbaren Dachaufsatz in der Lage elf unterschiedliche Verkehrszeichen in verschiedene Richtungen abzustrahlen“, erklärt Plenk. Der Dozentenkreis der Ausbildung setzt sich aus Personen der Polizei, der Regierung von Mittelfranken sowie verschiedenen Landratsämtern zusammen. Das erklärt, wieso die Streifenwagen Kennzeichen aus Nürnberg und dem Berchtesgadener Land hatten. „Die Beamten würden im Zweifel oder Notfall aufgrund der Übungssituation in den Transportablauf eingreifen“, sagt Plenk.

In diesem Jahr sind noch drei weitere Grundseminare, fünf Aufbauseminare und zwei Qualifizierungsseminare geplant.Markus Plenk, Pressesprecher der PVA

Am letzten Tag des elftägigen Seminars von 19. bis 30. Januar mussten die Auszubildenden einen Theorietest schreiben. „Dieser besteht aus unterschiedlichen Aufgaben, wie zum Beispiel ankreuzbaren Fragen, Freitextfragen, Skizzen und Berechnungen“, sagt Plenk. Eine praktische Prüfung gibt es nicht.

Nach bestandenem Test ist der Ausweis der Begleitfahrer drei Jahre gültig. Mit einem dreitägigen Aufbaukurs kann die Erlaubnis verlängert werden. Das Seminar, das am Freitag endete, war also vorerst nicht das letzte. „In diesem Jahr sind noch drei weitere Grundseminare, fünf Aufbauseminare und zwei Qualifizierungsseminare geplant“, so Plenk.