Kein Mittagessen am Chamer Technologie-Campus: Verdi-Warnstreik legt Cafeterien in Bayern lahm

Von Theresa Baumann · 29. Januar 2026 um 16:52

Mittagessen? Fehlanzeige! – Die Cafeteria des Chamer Technologie Campus blieb am Mittwoch kalt. Betroffen waren auch weitere Kantinen an der Regensburger Universität der OTH und an der Universität Passau. Dahinter steckt ein Warnstreiktag.

„Die Beschäftigten sind empört über Aussagen der Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen“, erklärte verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Nicht nur haben diese bislang kein verbindliches Angebot gemacht, sie haben auch erklärt, bei der Bildung sparen zu wollen. Das ist eine politische Bankrotterklärung.“

Deshalb rief die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (verdi) am Mittwoch zum Campus-Warnstreiktag auf, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. Direkt aufgerufen hätte verdi die TDH Deggendorf mit ihrem Außenstandort Cham aber nicht, sagt Christoph Kittel, Gewerkschaftssekretär für öffentliche und private Dienstleistungen, Sozialversicherung und Verkehr der Gewerkschaft. Aufgerufen hätten sie stattdessen das Studierendenwerk Niederbayern Oberpfalz. An diese seien die Cafeterien angegliedert, darunter auch die Kantine des Chamer Campus.

Anstehende Tarifverhandlung der Länder als Auslöser

Den Warnstreiktag kündigte das Studierendenwerk Niederbayern/Oberpfalz unter anderem über Instagram an. Der Pressesprecher des Werks Nicolas Müller erklärt: „Die Cafeterien konnten sich dem Streik anschließen oder auch nicht. Bei dem Streik ging es um die anstehenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst.“

Dass am Chamer Campus tatsächlich die Küche kalt blieb, bestätigte eine Mitarbeiterin der Pressestelle der THD Deggendorf. Lea Blöchinger sagt: „Da gab es kein Essen. Die Cafeteria hatte komplett geschlossen.“ Die Kantine am Hauptstandort in Deggendorf hätte allerdings nicht an dem Streik teilgenommen.

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„Bundesweit werden in über 60 Städten Beschäftigte aus Hochschulen, Studierendenwerken und Forschungseinrichtungen für ihre Tarifforderungen demonstrieren, an mehr als 40 Standorten werden Warnstreiks stattfinden“, kündigte verdi im Voraus an.

Forsetzung der Warnstreiktage in den kommenden Wochen

Grund für den Warnstreiktag war die zweite Tarifverhandlungsrunde der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) am 15. und 16. Januar. Diese hätten kein verbindliches Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft verdi fordert Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich mindestens 300 Euro für Beschäftigte am Campus. Nachwuchskräfte sollen monatlich 200 Euro mehr bekommen und nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden. Zudem will verdi erreichen, dass der Tarifvertrag auch für die studentischen Hilfskräfte gilt.

Beschäftigte der unteren Entgeltgruppen, zum Beispiel in den Mensen der Studierendenwerke, leiden am stärksten unter den hohen Preisen und Mieten.verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler

Laut einer Pressemitteilung der Gewerkschaft bräuchten alle Beschäftigten deutlich mehr Geld, um ihre Kaufkraft zu erhalten. „Beschäftigte der unteren Entgeltgruppen, zum Beispiel in den Mensen der Studierendenwerke, leiden am stärksten unter den hohen Preisen und Mieten. Deshalb fordern wir eine soziale Komponente bei der Gehaltserhöhung“, sagt Sylvia Bühler.

„Die Arbeitgeber lehnen dies vehement ab. Offensichtlich haben sie keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit vieler Beschäftigter.“ Darauf reagierten die Landesbeschäftigten mit einer Ausweitung der Warnstreiks. Diese sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden.