Multifunktions-Stadion und Sportkindergarten – wieder ein Millionen-Ding in der Stadt Cham

Von Johannes Schiedermeier · 30. Januar 2026 um 08:00

Es ist eine ziemlich runde Planung: Die Stadt möchte nicht nur ihr Stadion neben der Stadthalle sanieren und regionalligatauglich machen. Nein, sie möchte auch gleich einen Sportkindergarten dort bauen und eine Kita. Außerdem sollen beste Voraussetzungen für die Nutzung durch die umliegenden Schulen geschaffen werden. Klingt jetzt abwegig: Aber genau deshalb könnte es vielleicht billiger werden.

Der Bauausschuss hat einen ersten Blick auf die Vorplanungen geworfen. Dort, wo die alte Betontribüne abgerissen worden ist, soll neu gebaut werden: Ganz oben eine Kindertagesstätte und ein Sportkindergarten, möglichst mit einem Anschluss an die Stadthallen-Terrassen. Auf der anderen Seite soll eine Mehrzweckfläche angrenzen, die für kulturelle Veranstaltungen im Freien genutzt werden kann. Unten an der maroden Laufbahn, die ebenfalls herausgerissen und neu angelegt werden soll, wird es Umkleiden und Duschen geben.

Die Hoffnung der Stadt

Nun hoffen die Stadtväter. Denn der Bund hat 333 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Sportstätten freigegeben. Wenn das einmal auf die Länder verteilt ist, dann wird für Bayern nicht viel bleiben, befürchtet Bürgermeister Stoiber. Und genau da könnte dann das runde Konzept vielleicht wirken.

Mit etwas Glück könnte die Stadt für ihr multifunktionales Stadion 60 bis 70 Prozent Förderung bekommen. Das wäre auch nötig, denn unter dem Strich könnten Kosten von rund neun Millionen Euro auf die Stadt zukommen. Dafür spricht, dass die benachbarte Stadthalle bereits auf Betonpfeiler gegründet werden musste und das Sparkassengebäude zuvor auch schon. Der Untergrund in der Further Straße hat bisher noch jedem Bauherrn zu schaffen gemacht.

Probebohrungen: Worauf gründen die Bauten?

Deswegen, so berichtete die stellvertretende Stadtbaumeisterin Melanie Gietl dem Bauausschuss, habe man nun Probebohrungen in Auftrag gegeben. So will die Stadt feststellen, wie viel Befestigung der Untergrund braucht. Die Tatsache, dass die alte Betontribüne über die Jahre gerissen ist und nach hinten zu kippen begonnen hat, macht da wenig Hoffnung.

Im Frühjahr will der Bürgermeister dann die Ausschreibung auf den Tisch bringen und – wenn alles gutgeht – hofft Stoiber im Spätsommer auf einen Baubeginn.