Bischofshof-Areal in Regensburg: Ruf nach Wohnungen wird lauter – Stadt will reden

Von Philip Hell · 1. Februar 2026 um 15:00

Was geschieht mit dem riesigen Bischofshof-Areal im Regensburger Westen, wenn die Brauerei Ende des Jahres das Feld räumt? Diese Frage beschäftigt derzeit viele in der Stadt. Ein neues Wohngebiet scheint logisch – gerade in einer Stadt, in der Wohnraum knapp ist. Doch: Wird das was?

Video ansehen

Die Nachricht vom Bischofshof-Aus schlug zu Jahresbeginn ein wie eine Bombe. Die Markenrechte der Brauerei wurden nach Kelheim an Schneider Weisse verkauft. Der Standort in Regensburg wird damit in rund einem Jahr geschlossen – womit ein Filet-Areal in bester Lage im Stadtwesten frei wird. Die etwa 38.000 Quadratmeter gehören der Kirche.

Bislang hat sich das Bistum Regensburg allerdings noch nicht geäußert, wie es mit der Fläche weitergehen soll. Wer sich im Umfeld der Verhandlungsteilnehmer umhört, bekommt auch wenig Erhellendes zu hören. Mit dem Vorgang vertraute Personen sagen allerdings auch, dass es für Mutmaßungen hinsichtlich einer möglichen Bebauung deutlich zu früh ist.

Brücke fordert Wohnungen auf dem Bischofshof-Areal im Regensburger Westen

Dennoch wagte sich vergangene Woche die Brücke-Fraktion aus der Deckung. In einer Pressemitteilung bedauerte die Fraktion um Joachim Wolbergs und OB-Kandidat Thomas Thurow „zutiefst“ den Verlust von 56 Arbeitsplätzen. Man „hoffe, dass sich möglichst schnell gute Lösungen und neue Perspektiven für diese Personen finden“, schreibt die Brücke.

Darüber hinaus spricht die Fraktion in der Pressemitteilung von neuen stadtplanerischen Möglichkeiten. Diese müssten „vor allem vor dem Hintergrund der extrem angespannten Situation auf dem Regensburger Wohnungsmarkt dringend und schnell ergriffen werden“, hieß es in dem Schreiben. Der Brücke schwebt auf dem Areal eine Mischnutzung mit einem hohen Anteil an Wohnbebauung vor. „Um dieses Ziel zu erreichen, fordern wir die Stadtspitze auf, umgehend mit den Eigentümern der Fläche in Verhandlungen über eine Nachnutzung zu treten.“

Besagte Stadtspitze sieht das ähnlich. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) bezeichnet die Schließung der Brauerei auf MZ-Anfrage als „herben Schlag“. Das scheidende Stadtoberhaupt betont: „Ich hoffe sehr, dass für die Belegschaft sozialverträgliche Lösungen gefunden werden und die betroffenen Mitarbeiter auf dem Regensburger Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen können.“

Derzeit gebe es keinen Bebauungsplan für das Areal, sagt die OB. „Es wäre natürlich sehr zu begrüßen, wenn diese Fläche möglichst schnell einer Entwicklung zugeführt werden würde, idealerweise einer Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe.“ Doch erst einmal müssten die Eigentümer entscheiden, was sie dort entwickeln möchten. „Hierzu wird die Stadt selbstverständlich mit den Eigentümern in Kontakt treten.“

CSU und Grüne betonen in Sachen Bischofshof-Areal in Regensburg: Der Ball liegt bei der Kirche

CSU-Fraktionschef Michael Lehner sagt ebenfalls, dass es zunächst einmal Sache des Bistums sei, was mit dem Grundstück geschieht. „Es ist ja privater Grund. Wir sind ja nicht im Sozialismus.“ Aber freilich sei die CSU prinzipiell schon dafür zu haben, an der Stelle Wohnen zu ermöglichen. „Wir brauchen Wohnungen.“ Gerade diese Gegend habe sich gut entwickelt. Wichtig sei jetzt jedenfalls erst einmal, sich um die betroffenen Mitarbeiter zu kümmern.

Es ist ja privater Grund. Wir sind ja nicht im Sozialismus.Michael Lehner, CSU-Fraktionschef

Grünen-Fraktionschef Daniel Gaittet betont auf MZ-Anfrage, dass es zunächst eine gute Lösung für die Belegschaft brauche. In Bezug auf das Grundstück liege der Ball erst einmal bei den Eigentümern. „Die Debatte ist daher vielleicht etwas voreilig.“ Dennoch macht Gaittet klar: „Es ist gut, wenn die Stadt gesprächsbereit ist.“ Sicherlich seien Wohnungen auf dem Areal wünschenswert, sagt Gaittet. Er betont aber auch: „Ideen haben ist einfach“ und verweist auf Baugebiete, für die bereits Planungen vorliegen, wo aber nicht gebaut wird. „Die Kunst ist doch, Ideen auch umzusetzen.“

Was wird aus dem Bischofshof-Areal in Regensburg? Wohnungen „eine tolle Sache“ und „der Favorit“

Michael Schien, OB-Kandidat der Freien Wähler, spricht von einer „Filet-Lage“. Auch er sagt allerdings, dass man gut daran tue, abzuwarten, was die Kirche vorhat. „Die Fläche könnte natürlich auch für private Investoren interessant sein.“ Jedenfalls wären Wohnungen an dieser Stelle „eine tolle Sache“ für den Wohnungsmarkt.

ÖDP-Fraktionschef Benedikt Suttner betont ebenfalls, dass es einen Bedarf an Wohnungen gibt. Zum jetzigen Stand könne man aber schlicht nicht sagen, was an der Stelle entstehen soll. „Wohnungen sind allerdings schon der Favorit.“