„Abensberg ist keine Touristenstadt“: Kopfschütteln über Aussage der Bahn

Von Lucia Pirkl · 2. Februar 2026 um 05:00

Die Deutsche Bahn hat keine Fahrradschienen bei der Unterführung in Abensberg (Landkreis Kelheim) vorgesehen – der Stadtrat wundert sich über die Begründung.

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Die Bahnunterführung und der Stand der Dinge in Sachen Fahrradschienen waren Thema in der Aussprache in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend. Baumamtsleiter Peter Schmid berichtete von einem Brief an die DB, in dem er nachfragte, ob und wann diese denn kämen.

Nach nochmaligen Nachhaken antwortete die Bahn, dass sie keine Fahrrandschienen vorsehe, weil Abensberg keine Touristenstadt sei. Das führte zu einigem ungläubigem Kopfschütteln im Gremium. Außerdem, so die Ansicht der Bahn, würden E-Bikes aufgrund des hohen Gewichts ohnehin nicht auf solchen Schienen hochgeschoben. Dafür gebe es ja den Lift.

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Richard Zieglmeier (Grüne) sagte, der Brief zeige, dass der Verfasser keine Praxiserfahrung habe. „Die Agilis fährt in der Saison mit Leuten, die auf der Donautal-Bahnstrecke beim Aus- und Zuladen der Räder helfen.“ Der Verfasser des Briefes sollte mal sehen, was da los sei, wenn dort zehn Räder auf einmal stünden. E-Bikes hätten zudem einen Schiebemodus, der das Schieben auch bergauf erleichtere.

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Zieglmeier verwies außerdem auf den Ortstermin am Bahnhof mit weiteren Ratsmitgliedern. Wie berichtet, sollte es die regionalen Bundestagsabgeordneten dazu bewegen, gemeinsam eine Anfrage beim DB-Bundesamt zu stellen, um die Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof schneller realisieren zu können.

Der gemeinsame Brief von MdB Stefan Schmidt (Grüne) und MdB Johannes Schätzl (SPD) sei fertig; CSU-Abgeordneter Florian Oßner werde separate Gespräche führen. „Damit wollen wir ein bisschen Schwung reinbringen“, so Zieglmeier. Er hofft, dass man mit baldigen Bauarbeiten noch die kommende Sommersaison mitnehmen könne.

Uli Glamsch (CSU) mahnte an, geduldig zu sein. „Ob die P-und-R-Anlage fünf Monate früher oder später da ist, damit kann man nicht ganz Deutschland beschäftigen.“ Es sei nicht entscheidend, so seine Meinung, ob das Projekt in der Planung im Frühjahr oder im Frühherbst beginne. Bahnprojekte dauerten häufig einfach etwas länger. Zu bedenken gab er auch, dass sich Ausschreibung oder die Beauftragung von Firmen verzögern könnten, was einen Start zum Frühjahr ohnehin eher unwahrscheinlich macht.

Ein gänzlich anderes Anliegen hatte Bastian Bohn (CSU). Er verstand nicht, warum die Stadt in Sachen geplanter Garagenbau an der ehemaligen Apotheke in der Ulrichstraße gegen einen Bescheid des Landratsamtes geklagt habe. Der Hausbesitzer will dort eine Garage bauen lassen statt eines Ladengeschäfts (wir berichteten mehrfach). Schon 2021 lag die Anfrage auf dem Tisch. Schon damals hatte es keine Zustimmung gegeben. Die Anfrage widerspreche den Zielen der Altstadtsanierung, so die Begründung. Wohnen und Einzelhandel seien die gewollten Nutzungsformen in der Altstadt.

Im September 2025 war die Bauvoranfrage dann erneut Thema im Gremium. In der Abstimmung hatten schließlich fünf Gremiumsmitglieder dafür, fünf dagegen gestimmt. Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt. Das so genannte gemeindliche Einvernehmen blieb dem Projekt also weiter versagt.

Landratsamt Kelheim gab grünes Licht - Stadt klagt

Mittlerweile aber, nach einem Einspruch beim Verwaltungsgericht Regensburg, hat das Landratsamt die Bauvoranfrage als genehmigungsfähig eingestuft und das Einvernehmen der Stadt ersetzt. Und dagegen wiederum klagt die Stadt Abensberg: Sie will keinen Präzedenzfall schaffen.

„Ich finde das schade, wenn so ein Projekt weiter verzögert wird“, kommentierte dazu Bohn. Auch Dagmar Kellner (fraktionslos) konnte die Klage der Stadt nicht nachvollziehen und wollte die Kosten dafür wissen.

„Wir hatten mehrheitlich im Bauausschuss darüber geredet, dass wir das nicht wollen“, antwortete Bürgermeister Bernhard Resch. Die Stadt erstelle derzeit einen einfachen Bebauungsplan für die Innenstadt. Zur Frage der Klage-Kosten sagte er, dass diese noch nicht exakt feststünden.