Wann kommt die Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof in Abensberg?

Von Lucia Pirkl · 16. Januar 2026 um 11:00

Rad-Touristen, die mit dem Zug nach Abensberg kommen und umweltbewusste Pendler müssen sich noch gedulden: Darum konnte die längst geplante Park-and-Ride-Anlage noch nicht verwirklicht werden.

Die jugendlichen Mountainbiker, die unerlaubt die Treppen bei der neuen Unterführung runterbrettern, wird die Antwort wohl herzlich wenig interessieren. Alle anderen Radfahrer, die mit dem Zug in Abensberg ankommen oder von hier aus weiter wollen, aber sehr wohl: Wie kommt man am besten mit dem Fahrrad von einem Bahnsteig zum anderen und wo stellt man sein teures Rad ab?

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Der Bahnhof Abensberg hat eine neue Unterführung, die sich sehen lassen kann. Was zum vollkommenen Glück aber noch fehlt, ist die seit Langem geplante Park-and-Ride-Anlage der Stadt, die eigentlich bei der Traubenstraße entstehen soll. Um das Ganze zu beschleunigen, suchten Stadträte unlängst Hilfe in Berlin.

Das „Go“ der Bahn fehlt

Die Planungen dafür wären eigentlich schon längst in trockenen Tüchern. Das Ganze könnte schon ausgeschrieben werden. Allein: Ein „Go“ von der Bahn fehlt bisher. Und so sieht man bislang nur eine Brache. Warum dauert das so lange, fragt sich nicht nur Richard Zieglmeier, Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen und Umweltreferent der Stadt.

Die Lokalpolitiker besprechen mit Schmidt, wie sie die Freigabe des Areals beschleunigen könnten. - Foto: Pirkl

Er würde sich wünschen, die Sommersaison mit ihren Radl-fahrern, die in der warmen Jahreszeit nach Abensberg reisen wollen, auch mitnehmen zu können – samt Sammelschließanlagen, in die man bei Bedarf seine teuren E-Bikes einschließen könne. Derzeit haben es Radfahrer, die hier ankommen, noch schwer. Denn zum Einen funktionieren die Aufzüge noch nicht. „Zeitnah im Januar“ sollen sie in Betrieb gehen, heißt es, „Außer Betrieb“ steht an der Tür. Der TÜV sei wohl schon da gewesen zur Abnahme, hat Zieglmeier beobachtet. Er musste dann aber wieder unverrichteter Dinge abziehen – für die Abnahme von Aufzügen waren anscheinend nicht die richtigen Prüfer vor Ort.

Eine Rampe an den Treppen für größere Fahrradgruppen samt deren E-Bikes, die wäre ebenfalls nicht verkehrt, so Zieglmeier. Ob und wann die wohl kommt? All das sind Fragen, von denen sich Zieglmeier, seine Stadtratskollegen Sebastian Kneitinger (CSU), Claudia Ziegler (SPD), Magdalena Groll-Zieglmeier (Bündnis 90/Die Grünen) und dritte Bürgermeisterin Marion Huber-Schallner (CSU) an diesem Tag Antworten erhofften. Kneitinger konnte zumindest schon einmal vermelden, dass die Bahn zugesichert hatte, dass am neuen Bahnsteig noch ein zusätzlicher Fahrkartenautomat käme.

Das Park-and-Ride-Areal scheitere bisher wohl daran, dass es noch rechtliche Fragen zu klären gibt, erzählt Zieglmeier. Unter dem neu geschaffenen Bahnsteig liefen Kabelschächte durch, die gestützt werden müssten. Ob diese Stützwand schon im Rahmen des Baus des neuen Bahnsteigs mitgemacht worden ist oder ob das noch gemacht werden muss, soll ein Gespräch zwischen DB Netz und dem Tiefbauamt der Stadt klären.

Um dem Ganzen etwas Schub zu geben, hatte Zieglmeier zu einem Treffen mit MdB Stefan Schmid eingeladen. Als Sprecher für Tourismuspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied im Ausschuss für Tourismus und als jemand, der selbst gern mit dem E-Bike ins Grüne fährt, setzt der sich für einen nachhaltigen Tourismus in Deutschland ein, wie auf seiner Homepage zu lesen ist. Schmidt ist mit dem Zug aus Regensburg angereist, im Gepäck hat er einen Antwortbrief aus dem Bundesministerium für Verkehr. Warum das ganze rechtliche Verfahren so lange dauert, darauf hat auch Schmidt keine Antwort erhalten. „Das ist freilich einfach unangenehm für eine Gemeinde, wenn so etwas so lange dauert.“ Da könne man sicherlich parteiübergreifend auch Druck machen, rät er.

Keine Entwidmung nötig

Klar ist nun aber, wie aus dem Antwortschreiben hervorgeht, dass gar keine Entwidmung, wie ursprünglich angenommen, nötig sei. Das Gelände soll bei der Bahn verbleiben, weil sich dort weiterhin bahnnotwendige Infrastruktur, insbesondere Kabelanlagen, befinden. Vorgesehen sei, dass die Stadt die Fläche mit einer Laufzeit von mindestens 25 Jahren erhält. Die Fläche selbst bleibt bahnrechtlich gebunden.

Die Frage, ab wann man starten könnte mit den Arbeiten für die P-R-Anlage, bleibt damit aber trotzdem unbeantwortet. Radfahrer müssen sich also noch etwas gedulden – bis auf Weiteres einen Umweg über die Traubenstraße nehmen.