Bürgerbus in Abensberg startet Ende Januar

Von Wolfgang Abeltshauser · 9. Januar 2026 um 11:00

Zu Beginn des Jahres gibt es in Abensberg gleich einmal eine gute Nachricht. Ein Projekt, das viel Vorlauf gebraucht hat, kommt in der Stadt jetzt endlich auf die Straße. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

„Ende Januar wird der Bürgerbus das erste Mal fahren“, kündigt Bürgermeister Bernhard Resch im Gespräch mit dieser Zeitung an. Der genaue Zeitpunkt, zu dem das Abensberger Verkehrsprojekt startet, soll nach seinen Worten, bald bekanntgegeben werden. Damit startet ein Vorhaben, dessen Beginn vor allem bürokratische Hürden verzögert haben.

Eine erste Informationsversammlung, bei der das Projekt vorgestellt wurde und im Rahmen derer sich rund ein Dutzend Abensberger gemeldet haben, um ehrenamtliche Fahrdienste zu übernehmen, fand bereits im April vergangenen Jahres im Herzogskasten statt. Damals gingen Resch und Carolin Wohlgemuth, Marketingchefin der Stadt, noch davon aus, dass das Vorhaben bereits einen Monat später umgesetzt sein könne.

Wichtiges Ziel nicht erreicht

Der Rathaus-Chef hatte seinerzeit vor allem im Auge, die Aumühle und die Münchner Straße, die durch die Brückenbaustelle sprichwörtlich von der Innenstadt abgeschnitten waren, auf diese Weise wieder besser anzubinden. Bekanntlich kam alles anders, die Einführung verzögerte sich immer mehr.

Jetzt soll es aber soweit sein: Noch in diesem Monat soll der Bus das erste Mal nach Fahrplan durch Abensberg fahren. „Es wird eine Auftaktveranstaltung geben, bei der der genaue Fahrplan mit Haltestellen sowie weitere Details vorgestellt werden.“ Grundsätzlich soll der Bus jeweils dienstags von der Aumühle durch die Innenstadt zum Ärztehaus in Gaden fahren - und wieder zurück. Es gibt einen klar vorgegebenen Fahrplan, denn es handelt sich nicht etwa um ein Rufbus-System. Wie gesagt sollen Freiwillige den Bus steuern.

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Eingesetzt wird dabei das Fahrzeug, das ansonsten Vereinen für Ausflüge an den Wochenenden zur Verfügung steht. Ursprünglich war wie berichtet vorgesehen, den Bus zweimal in der Woche einzusetzen. „Weil es aber so lange gedauert hat, haben wir einen Teil der Fahrerinnen und Fahrer wieder verloren.“

Persönliche Gespräche brachten den Durchbruch

Resch blickt im Gespräch zurück: „Die Frage war, ob die ehrenamtlichen Fahrer einen Personenbeförderungsschein benötigen oder nicht.“ Wäre der notwendig, hätten weitere Voraussetzungen erfüllt werden müssen - etwa umfangreiche medizinische Untersuchungen. Seit einigen Wochen stehe nun fest, dass dies nicht notwendig ist. „Ich will mich jetzt nicht hervorheben“, spricht der Rathaus-Chef, „aber persönliche Gespräche von mir beim Bezirk und im Landratsamt haben dafür gesorgt, dass es jetzt eine Lösung gibt“.

Letztendlich sei es darum gegangen, ob hinter dem Projekt Bürgerbus die Absicht stehe, finanziell einen Gewinn zu erwirtschaften. Wenn das so wäre, bräuchte es besagte Beförderungsscheine für die Fahrerinnen und Fahrer. Resch habe nach eigenen Worten glaubhaft machen können, dass mit dem Vorhaben, das wie gesagt auf dem Ehrenamt beruht, keine solche Absicht verfolgt wird.

Zweiter Einsatztag als nächstes Ziel

Immerhin hätten sich mittlerweile schon wieder weitere interessierte Abensberger gemeldet, die den Bus steuern wollen. Wenn das Reservoir an Fahrerinnen und Fahrern wieder groß genug ist, wolle man in einem ersten Schritt den Bus an einem zweiten Tag einsetzen, bevor eventuell über eine zweite Linie nachgedacht werde. Sicherlich müsste man spätestens dann ein zweites Fahrzeug anschaffen.

Kexi-Busse fahren bis an den Stadtrand von Abensberg. - Foto: Manfred Forster

Haltestellen in den Abensberger Ortsteilen waren von vorn herein nicht angedacht. Diese Orte werden vom Landkreis-Kexi angefahren. Für diesen gibt es auch in der Aumühle und in Gaden eine Haltestelle, so dass Bürgerinnen und Bürger dort zwischen beiden Systemen wechseln können.

Den Anstoß zu dem Projekt gab wie berichtet stellvertretender Bürgermeister Heinz Kroiss, für den es ein Zukunftsprojekt ist. „Die Menschen werden älter, so dass nicht mehr alle Autofahren können“, sagte Kroiss im April vorigen Jahres bei der Informationsveranstaltung im Herzogskasten.

Hier könnten Haltestellen eingerichtet werden

Haltestellen sollten nach damaligen Stand vor allem markante Bereiche wie die Haltestellen des Land-Kexis in Abensberg, der Bahnhof oder das Einkaufszentrum sein. Angefahren werden sollen demnach auch existierende Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs. Eine Tour könnte etwa eine Stunde dauer, die erste Fahrt am Tag von der Aumühle um 8.30 Uhr beginnen, die letzte um 17.30 Uhr.

Vorgesehen ist, dass unabhängig vom Fahrziel der Fahrpreis für Erwachsene einen Euro, für Jugendliche und Kinder 50 Cent beträgt.