Die Medaillenjagd startet in Abensberg

Die Zielsetzung für die Deutsche Judonationalmannschaft formuliert Cheftrainer Marco Spittka klar und eindeutig: „Wir wollen bei der Weltmeisterschaft eine Medaille holen“, spricht der seit vielen Jahren in Abensberg lebende Coach. Die Vorbereitung auf dieses Vorhaben startet in diesen Tagen in der Josef-Stanglmeier-Halle.
Es ist kurz vor 10 Uhr am Montagvormittag. Rund 50 Sportler in blauen und weißen Judoanzügen machen sich auf der Matte warm. Das ist ein ungewohntes Bild zu dieser Jahreszeit. Die Mannschaften des TSV, sowohl Bundesliga- wie beide Bayernligateams, sind zu dieser Zeit ja längst noch in der Winterpause. Der übliche Trainingsbetrieb in der Halle beginnt erst wieder in einigen Tagen.
Es ist der Nationalkader der Männer, der dort ins neue Wettkampfjahr startet. Spittka, selbst vor Jahren Bundesligakämpfer für den TSV und unter anderem Bronzemedaillengewinner bei Olympia 1996, hat den Kader in Abensberg zusammengezogen für ein kurzes Trainingslager zum Warmwerden.
So könnte man es ausdrücken. Am Mittwoch reist der Kader weiter nach Mittersill in Österreich. Dort findet wieder ein internationales Trainingscamp statt, zu dem sicherlich viele starke Teams anreisen werden. „Das wird körperlich sehr fordernd sein“, schätzt Spittka die kommenden Tage für seine Schützlinge ein.
Versprechen an Abensberg
Deshalb habe er sich entschlossen, ein kurzes Trainingslager einzuschieben, bei dem es vor allem darum gehe, den Körper aufzulockern. „Nach den vielen Feiertagen sind alle ja etwas eingerostet“, beschreibt er es mit lockeren Worten im Gespräch mit dieser Zeitung. „Es geht darum, wieder reinzukommen“, formulierte er es vor seinen Athleten, bevor diese Wurfübungen absolvieren sollen. Noch keine hundert Prozent sollen sie dabei geben – „60 bis 70 reichen“.

Er werde auch in den kommenden Jahren ein solches Kurztrainingscamp vor dem eigentlichen Trainingsstart in Mittersill einbauen – auch dann wieder in Abensberg. „Ich habe dem TSV versprochen, dass die Nationalmannschaft hier wieder sichtbarer sein wird. Und das werde ich auch einhalten.“ Alle TSV-Kämpfer, jetzt einmal abgesehen von den Anfängern, dürfen nach seinen Worten durchaus zu diesen Trainingseinheiten dazustoßen. An heutigen Dienstag gibt es am Nachmittag immerhin noch eine davon.
Spezielles Aufwärmen
Am Anfang wird dabei wieder ein umfangreiches Aufwärm-Programm stehen. Dafür ist der Abensberger Physiotherapeut Knut Nowak zuständig, der unter anderem auch die Bundesligamannschaft des TSV betreut. Im Gespräch mit dieser Zeitung betont er, dass er den Kaderathleten in seinen Übungseinheiten vor allem das mitgeben will, was in seinen Augen bei den Erwachsenen mittlerweile zu kurz kommt. In diesem Altersbereich würde oftmals zu viel Wert auf Krafttraining gelegt.

Dabei seien Übungen zur Stabilität von Sehnen und Gelenken, die im Nachwuchsbereich durchaus ausreichend gemacht würden, ebenso wichtig, um Verletzungen vorzubeugen. Und so sieht das dann aus, wenn die Judoka das umsetzen: Im Watschelgang marschieren sie über die Judomatte – oder sie springen darauf mit beiden Beinen, wobei die Knie durchgestreckt sind.
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Die Vormittagseinheit dauert insgesamt an die zweieinhalb Stunden, am Nachmittag folgen dann noch einmal 90 Minuten. Dann steht Randori auf dem Trainingsplan. Das bedeutet, es wird in mehreren Runden vier Minuten gegen jeweils andere Gegner gekämpft – wie bei einem Wettkampf. Um hier genügend Trainingspartner zu haben, hat Spittka die Nationalmannschaft der Vereinigten Arabischen Emirate für zwei Trainingstage eingeladen. Deren Trainer kenne er noch aus seiner aktiven Zeit.