Durchbruch bei der Breitbandversorgung im Markt Schwarzenfeld

Was lange währt, wird endlich gut. So lässt sich die Situation beim Breitbandausbau in der Marktgemeinde Schwarzenfeld mit einem Satz skizzieren. Nachdem der ursprünglich geplante Ausbau durch die Telekom gescheitert war, hat der Gemeinderat das Vorhaben am Montag bei seiner Sitzung auf Grundlage der Gigabit-Richtlinie und Förderzusagen von Bund und Land mit einem einstimmigen Beschluss nun doch noch auf den Weg gebracht.
Eduard Maier von der Breitbandberatung Bayern fasste das bisherigen Verfahrens zusammen und erläuterte das weitere Vorgehen. Im März 2023 hatte der Marktgemeinderat einstimmig dem eigenwirtschaftlichen Breitbandausbau durch die Telekom zugestimmt. Doch Anfang Januar 2025 zog die Telekom den geplanten Ausbau zurück.
Neue Richtlinie des Bundes kam gerade zur rechten Zeit
Gerade zur rechten Zeit kam am 13. Januar 2025 ein Förderaufruf der Bundesregierung für die Gigabit-Richtlinie. Nach einer Förderbewilligung über Planungsleistungen bis zu 50 000 Euro begann im April das Markterkundungsverfahren. Im September 2025 wurde der Förderantrag beim Bund eingereicht.
Der Bescheid ließ nicht lange auf sich warten. Am 11. November wurde die Förderung mit einer vorläufigen Höhe von rund 6,46 Millionen Euro (50 Prozent) zugesagt. Auch ein Antrag auf Kofinanzierung über 40 Prozent der veranschlagten Kosten beim Freistaat Bayern wurde positiv beschieden. Die restlichen zehn Prozent der Kosten muss die Marktgemeinde tragen.
Auf Grundlage der Kostenschätzung, bei der pro Adresse 6000 Euro veranschlagt wurden, ergebe sich für alle 2150 Adressen für die Erschließungsgebiete Schwarzenfeld, Pretzabruck, Traunricht, Frotzersricht und Kögl ein zu erwartender förderfähiger Betrag von 12,924 Millionen Euro, wie Maier erläuterte.
Seiner Einschätzung nach könne der Betrag auch niedriger ausfallen, sagte er und empfahl der Gemeinde deswegen, bei ihrer Ausschreibung eine Obergrenze von zehn Millionen Euro zu setzen. Die Beschlussfassung umfasst auch ein Verkaufsangebot vorhandener Infrastruktur an interessierte Bieter auf Basis der ursprünglichen Herstellungskosten inklusive Verwaltungskostenpauschale von 15 Prozent.
Einstimmig erfolgte auch der Billigungsbeschluss des Marktgemeinderats zur Änderung des Bebauungs- und Grünordnungsplans für das Gewerbegebiet West. Der Entwurf dazu war bereits im Oktober 2025 gebilligt worden. Die Öffentlichkeitsbeteiligung hatte vom 24. November bis 12. Januar stattgefunden. Dabei gab es laut Neumeier fünf Einwände, die entsprechend einer Abwägungsliste, die dem Beschluss als Anlage beigefügt war, abgewogen werden sollen.
Durchgewunken wurden auch Baumaßnahmen beim Bauhof mit einem Gesamtvolumen von 217.000 Euro, nachdem der Bauausschuss im Dezember darüber beraten und das Vorhaben mit einer Zustimmungsempfehlung an den Marktrat weitergeleitet hatte.
Der im Winter 2024 abgebrochene, baufällige und mit asbesthaltigen Wellzementplatten eingedeckte Anbau beim Bauhof soll nun erneuert werden. Das geplante Gebäude hat ein Bauvolumen von 114 Kubikmetern mit einer 15 Quadratmeter großen Überdachung. Zudem sollen auf dem Gelände des Bauhofs zwei Streugut-Silos mit einem Fassungsvermögen von je 40 Kubikmetern errichtet werden. Die Lagerplatzüberdachung an der Ostseite des Bauhofs soll ebenfalls saniert werden. Hier werden Anbaugeräten für Maschinen, Verkehrszeichen und sonstige Gegenstände gelagert, die nicht der Witterung ausgesetzt werden sollen. Einstimmig erfolgten auch ein Neuerlass der Sondernutzungen an öffentlichem Verkehrsraum des Marktes Schwarzenfeld sowie der entsprechenden Gebührensatzung.
Beiträge für den Tierschutz wurden um 0,50 Cent erhöht
Nach einer Anfrage des Tierschutzvereins Stadt und Landkreis Schwandorf auf Festlegung einer neuen Gemeindepauschale für die Versorgung von Fundtieren erfolgte eine Vertragsanpassung, die eine Beitragserhöhung von 0,50 auf 1,50 Euro pro Einwohner vorsieht. Der Beschluss wurde mit einer Gegenstimme gefasst. „Tierschutz ist eine wichtige Angelegenheit“, begründete Bürgermeister Peter Neumeier (ÜPW) die Maßnahme.

Eröffnet worden war die Marktratssitzung mit einer Gedenkminute zu Ehren des Marktratskollegen Georg Greger, der am 9. Januar überraschend verstorbenen war. Seit 1987 war er beim Markt Schwarzenfeld beschäftigt und hat in seiner Zeit als Wasserwart dafür gesorgt, dass in Spitzenzeiten pro Jahr weit mehr als eine Millionen Kubikmeter Wasser aufbereitet und an die Verbraucher geleitet wurden. Seit März 2020 gehörte er dem Marktrat an. Schon vor der Sitzung wurde des Verstorbenen bei einem gemeinsamen Friedhofsbesuch gedacht.
Weitere Themen in der Marktratssitzung:
• Winterdienst: Bis 20. Januar wurden 220 Tonnen Streusalz ausgebracht. Dabei wurde mit den Streufahrzeugen eine Wegstrecke von 3250 Kilometer zurückgelegt. 360 Einsatzstunden fielen bei den Bauhofmitarbeitern an.
• Verkehrsüberwachung: Bei einem Ortstermin mit der Polizei Nabburg und dem Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung wurde ein einjähriger Probelauf zur Überwachung des fließenden Verkehrs besprochen. In Vorbereitung sind Messstellen im Lothradweg, der Morgenland- und Nabburger Straße.
• Familienfreundliche Kommune: Bei der Preisverleihung durch den Landkreis Schwandorf holte sich der Markt Schwarzenfeld nach zwei Silbermedaillen erstmals die Auszeichnung in Gold. Bürgermeister Peter Neumeier bezeichnete den Erfolg als Würdigung der kontinuierlichen Arbeit des Marktes in Kinder- und Familienangelegenheiten. Sein Dank galt dabei der Familienbeauftragten Sabine Grosser.