Schlammteiche in Regensburg: Gericht setzt Baurecht für Logistikhallen aus

Von Juliana Ried · 23. Januar 2026 um 18:00

Im Gerichtsverfahren, das der Bund Naturschutz (BN) wegen der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets Lago A3 bei den ehemaligen Schlammteichen der Zuckerfabrik gegen die Stadt Regensburg angestrengt hat, gibt es einen neuen Zwischenstand: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat den Bebauungsplan für das Gebiet „Südlich der Kremser Straße“ bis zur Entscheidung in der Hauptsache außer Vollzug gesetzt.

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Der BN begrüße den Beschluss, teilte Kreischef Raimund Schoberer am Freitag mit. Schoberer betont: „Es kommt nicht oft vor, dass ein Bebauungsplan außer Vollzug gesetzt wird.“ Der BN engagiere sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit vielen Verbänden und Bürgern „für den Erhalt dieses wertvollen Areals“, nicht nur für die Vögel dort, sondern auch für viele andere geschützte Tierarten, schreibt Schoberer in seiner Mitteilung.

Der Bebauungsplan „Südlich der Kremser Straße“ war nach einem entsprechenden Stadtratsbeschluss seit 5. Mai 2025 rechtskräftig. Damit waren die Weichen gestellt, dass Investor Ferdinand Schmack mit seiner Lago-A3-GmbH Baurecht für zwei weitere Logistikhallen bekommt. Seit mehr als zehn Jahren plant er eine Erweiterung des Industriegebiets an dem Standort. Dieser eigne sich wegen seiner Nähe zu namhaften Unternehmen gut für einen Zuliefer-Park.

Mit dem für die Erweiterung nötigen Ausbau der Kremser Straße begann Schmack im vergangenen Jahr, schloss diesen allerdings nicht ab. Nachdem der BN seine Klage einreichte, sagte der Unternehmer seinen Angaben nach freiwillig zu, „dass wir keine Maßnahmen vornehmen“, und zwar bis zu einer Entscheidung des Gerichts im Eilverfahren. Eine solche gebe es nach wie vor nicht, sagt Schmack. Der jetzige Beschluss sei lediglich „ein Zwischenstand“. „Es gibt keine Tendenz“, betont er. Den Richtern sei es wichtig, „dass sie sich einen Eindruck vor Ort verschaffen“, und deshalb gebe es im März einen Ortstermin. Gegen die BN-Kritik, er zerstöre ein Vogelparadies, wehrt sich Schmack mit dem Argument, dieses sei „menschengemacht und nicht natürlich“, und zwar unter anderem von seiner Lago-A3-GmbH. Durch Bewässerung habe sie streng geschützte und bedrohte Arten im Gelände halten können.

Schoberer räumt zwar ein, hier handle es sich um „Natur aus zweiter Hand“, wertvoll sei sie aber dennoch. „Es gibt gute Alternativen für bebaubares Areal in unmittelbarer Umgebung; besser wäre aber, endlich den übermäßigen Flächenverbrauch hier in Regensburg und allerorten zu stoppen.“

Im Stadtrat war der Bebauungsplan hoch umstritten. Dagegen stimmten letztlich Grüne, ÖDP, Irmgard Freihoffer (BSW), Ingo Frank (Die Partei) und Jakob Friedl (Ribisl-Partie). Die Stadt bezog am Freitag bis Redaktionsschluss keine Stellung mehr zu dem Beschluss des Gerichts.