Isar-Aerospace will am Montag zweite Spectrum-Rakete starten

Von Bernd Hofmann · 20. März 2026 um 08:05

Das bayerische Raketenunternehmen Isar Aerospace plant laut Mitteilung auf dem Kurznachrichtendienst „X“ für Montag, 23. März, seinen zweiten Startversuch der Spectrum-Rakete in Andenes in Norwegen. Diese Fakten sollten Sie zum Start wissen.

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1. So groß ist die Rakete

Die Spectrum Trägerrakete ist laut Informationen von Isar Aerospace darauf ausgelegt, kleine und mittelgroße Satelliten in die Erdumlaufbahn zu befördern. Mit einer Höhe von 28 Metern ist Spectrum im Vergleich zu anderen Trägerraketen relativ klein.

2. So viele Kilo kommen ins All

Eines der wichtigsten Merkmale einer Raketen ist, wie viel Kilo damit in die verschiedenen Umlaufbahnen befördert werden können. Eine Tonne Nutzlast soll Spectrum laut Isar Aerospace in eine niedrige Erdumlaufbahn (LEO) bringen können. Diese spezielle Umlaufbahn wird von vielen Satelliten genutzt. In einer sonnensynchronen Umlaufbahn (SSO) verringert sich die Nutzlast dann auf 700 Kilo.

Eine vergleichbare Ladung hat zum Beispiel die bereits regelmäßig startende Electron Rakete des neuseeländisch-amerikanischen Unternehmens Rocket Lab. Electron ist laut Informationen von Rocket Lab etwas kleiner als Spectrum (18 Meter) und hat eine geringere Nutzlast (300 Kilo in LEO). Relativ ähnlich ist die Rakete Alpha von Firefly. Sie ist rund 30 Meter groß und befördert ebenfalls rund eine Tonne in die niedrig Erdumlaufbahn, so das Unternehmen.

3. Ist ein Raketenstart umweltschädlich?

Für den Start der Rakete Spectrum verwendet Isar Aerospace flüssigen Sauerstoff und Propan. Bei der Verbrennung von Propan entsteht Kohlenstoffdioxid. Das Unternehmen nennt diesen Treibstoff auf seiner Internetseite einen „sauberen Antrieb, der die Umweltbelastung von Spectrum minimiert.“Oft kritisieren Umweltschutzorganisationen auch die kontrollierten Abstürze der ersten Raketenstufen ins Meer. Beim ersten Start der Spectrum landeten zum Beispiel auch die Trümmerteile der Spectrum-Rakete im Meer vor der norwegischen Küste.

Momentan ist die Anzahl an weltweiten Raketenstarts vergleichsweise gering. Das könnte sich jedoch im Lauf der nächsten Jahre ändern: Eine aktuelle NASA-Analyse von Surendra Sharma kommt zu dem Schluss, dass die Emissionen durch Raketenstarts und Wiedereintritte bis 2040 massiv zunehmen werden und die Zusammensetzung der Atmosphäre messbar verändern könnten.

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4. Wann startet eine Rakete?

Bei Raketenstarts wird immer mit sogenannten Zeitfenstern gearbeitet. Durch sie wird sichergestellt, dass die Raketen in die gewünschte Umlaufbahn gelangen können. Zeitfenster geben den normalerweise streng reglementierten Abläufen etwas Spielraum, um zum Beispiel bei schlechter Witterung den Start um einige Minuten zu verschieben.

5. Was wird ins All geschossen?

Beim zweiten Start der Spectrum Rakete hat Isar Aerospace zum ersten Mal eine tatsächliche Fracht. Unter dem Missionsnamen „Onward and Upward“ sind unter anderem verschiedene kleine Satelliten an Bord, unter anderem von der TU Berlin und dem Space Team der TU Wien.

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6. Made in Europa

Die Spectrum Rakete wird laut Isar Aerospace komplett intern entworfen und gefertigt. Die Firma aus Ottobrunn bei München wird dabei durch das sogenannte „Boost!“ Programm der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) unterstützt.

7. Weitere Raketen bereits in Produktion

Nach dem Start der zweiten Mission soll es für die Münchner Firma schnell weiter gehen. Laut einer Pressemitteilung sind bereits fünf weitere Raketen in der Produktion. Im Laufe des Jahres soll ein rund vierzigtausend Quadratmeter großer Produktionsstandort in Vaterstetten bei München eröffnet werden, in dem dann für die nächsten Starts Raketen produziert werden. Dieses Jahr könnten noch zwei bis drei weitere Starts aus Norwegen folgen.