Merz besucht Isar Aerospace in Norwegen

Von Johannes Geigenberger · 13. März 2026 um 19:56

Johannes GeigenbergerAndøya. Am kommenden Donnerstag beginnt – nach einem gescheiterten Versuch im Januar – das nächste Zeitfenster für einen Start der Bayern-Rakete von Isar Aerospace in Nordnorwegen. Am Freitag hat das Unternehmen mit Wurzeln in Reischach (Landkreis Altötting) nun besondere Glücksbringer empfangen: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kam im Zuge seines Norwegen-Besuchs mit dem norwegischen Amtskollegen, Premierminister Jonas Gahr Støre, vorbei.

Wie das Unternehmen mitteilt, unterstrich der Besuch die strategische Bedeutung von Isar Aerospace für Europas Raumfahrtfähigkeiten und seine Sicherheit und industrielle Resilienz. Ebenfalls Teil der Delegation waren die norwegische Ministerin für Handel und Industrie Cecilie Myrseth und Verteidigungsminister Tore O. Sandvik sowie Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär (CSU).

Daniel Metzler, Vorstandschef und Mitgründer von Isar Aerospace, sagte: „Es gibt mittlerweile ein deutliches Bewusstsein dafür, dass der Weltraum eine zentrale Rolle für unsere Verteidigung spielt. Die Herausforderung besteht jetzt darin, diesem Bewusstsein Taten folgen zu lassen. Dazu braucht es gezielte Investitionen und starke Partnerschaften. Der Besuch der Regierungsdelegationen aus Norwegen und Deutschland signalisiert die Entschlossenheit, Europas Souveränität im Weltraum zu sichern – indem wir sie hier aufbauen.“

Die Delegation besichtigte den firmeneigenen Startplatz von Isar Aerospace am Weltraumbahnhof Andøya Space besichtigt, von wo aus die Trägerrakete „Spectrum“ startet. Der von Isar Aerospace eigens entwickelte und betriebene Startplatz spiegele „den hohen Grad an vertikaler Integration entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Unternehmens wider“, hieß es. Diese Strategie umfasse nicht nur die Konstruktion und Fertigung der Trägerraketen, sondern auch die Entwicklung und den Betrieb aller Test- und Startanlagen. Der Besuch verdeutlicht die vertiefte Partnerschaft beider Nationen und die Ambitionen Europas im Weltraum. Erst kürzlich hat Verteidigungsminister Pistorius im Rahmen der Weltraumsicherheitsstrategie Investitionen in Höhe von 35 Milliarden Euro angekündigt. Diese sollen zum Aufbau souveräner Weltraumfähigkeiten eingesetzt werden und so die deutsche Verteidigung stärken. Norwegen hat die Bedeutung des Raumfahrt-Sektors frühzeitig erkannt und gemeinsam mit Isar Aerospace massiv in eigene Kapazitäten investiert: Der Startplatz in Andøya ist der erste orbitale Weltraumbahnhof in Kontinentaleuropa. Vor rund einem Jahr schickte Isar Aerospace von Andøya aus die „Spectrum“-Rakete in den Himmel, die für den Transport erdnaher Satelliten in die Umlaufbahn gedacht ist. Nach nur 30 Sekunden stürzte sie ab, das Unternehmen zeigte sich wegen wertvoller Ergebnisse des Testflugs trotzdem zufrieden. Ab 19. März soll es nun ernst werden. Erstmals soll eine der 30 Meter langen „Spectrum“-Raketen mit fünf Satelliten ins All starten – wenn das Wetter mitspielt. Das Unternehmen dämpfte allerdings die Erwartungen, dass es gleich kommenden Donnerstag so weit sein wird.