Wegen Drogen verhaftet: DNA führt zu 100.000-Euro-Diebstahl bei einer Chamer Rentnerin

Von Tanja Fenzl · 21. Januar 2026 um 05:00

Wegen einer mit Heroin gefüllten Socke wurde er festgenommen – jetzt sieht sich ein 41-Jähriger aus Cham mit noch ganz anderen Vorwürfen konfrontiert. Der Drogenbesitzer wird mit dem aufsehenerregenden 100.000-Euro-Diebstahl in Cham-Siechen vom November 2024 in Verbindung gebracht. Jetzt hofft die ältere Dame, der damals das Geld und Schmuck gestohlen wurden, vielleicht einen Teil ihres Hab und Guts wiederzubekommen.

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Denn ein obligatorischer DNA-Test bei dem 41-Jährigen landete einen Zufallstreffer in den gängigen Polizeidatenbanken.

Vor knapp zwei Wochen war der Mann in der Nähe des Chamer Bahnhofs bei einer Polizeikontrolle mit Heroin erwischt worden – unter anderem in einer Dose in seiner Socke (wir berichteten). Insgesamt hatte der 41-Jährige 30 Gramm Heroin sowie rund 2500 Euro Bargeld bei sich. Er wurde festgenommen und am Tag darauf auch dem Haftrichter vorgeführt – der Mann sitzt seitdem im Gefängnis.

DNA-Proben passen

Weil aber nach seiner Festnahme Fingerabdrücke, Fotos und DNA-Proben bei dem 41-Jährigen genommen und in Datenbanken eingepflegt wurden, kam es zu dem zufälligen Treffer. Die DNA-Proben des Chamers passten zu Spuren, die im Zusammenhang mit dem Raub in Cham gefunden wurden – unter anderem auf einem Stein, mit dem das Fenster eingeworfen worden war. Auch an dem Tresor im Büro, der bei dem Coup ausgeräumt worden war, fanden sich offenbar die DNA-Spuren des kürzlich Festgenommenen.

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Wie die Staatsanwaltschaft Regensburg auf Nachfrage mitteilt, wird derzeit gegen den Mann, der zuletzt in Cham wohnte, wegen verschiedener Delikte ermittelt: wegen Diebstahls und Sachbeschädigung im Zusammenhang mit dem Einbruch vom 14. November 2024, wegen Betäubungsmittelbesitzes und wegen Handelns mit Betäubungsmitteln. Der 41-Jährige ist den Vorwürfen zufolge bereits im November 2025 in Regensburg mit Heroin und Kokain erwischt worden.

Ein riesiger Schreck für die Rentnerin

Bei dem Einbruch vor über einem Jahr war neben rund 100.000 Euro Bargeld und Schmuck auch eine goldene Uhr gestohlen worden, erzählt die heute 77-jährige Chamerin, die morgens beim Betreten ihres Büros im Haus den Schreck ihres Lebens bekam. „Die Uhr hatte eine besondere Bedeutung für mich, sie wurde mir zu einem ganz speziellen Anlass geschenkt“, sagt sie, und hofft, dass das Erinnerungsstück vielleicht wieder auftauchen könnte.

Von dem Geld und den Sachen werde ich wohl nichts mehr sehen.Heute 77-jährige Geschädigte

Über die Festnahme des mutmaßlichen Diebes wurde die Rentnerin bis dato von den Behörden zwar noch nicht informiert – doch natürlich denkt sie immer wieder darüber nach, was mit ihren Sachen passiert sein könnte. „Ich denke, der Täter muss jemand gewesen sein, der zumindest etwas Insiderwissen hatte“, grübelt sie immer wieder nach.

Der Dieb hatte damals offenbar mit einem Stein ein Fenster eingeworfen und war ins Büro in dem Haus in Siechen eingedrungen, wo er sich am Standtresor zu schaffen machte und sich mit dem Inhalt aus dem Staub machte. Die damals 76-Jährige entdeckte den Schaden am Morgen selbst, als sie in ihr Büro ging. „Ich dachte, ich fall’ vom Glauben ab“, erinnert sie sich. Polizei und Spurensicherung kamen ins Haus und untersuchten den Tatort.

Tresor wiegt über hundert Kilo

„Der Tresor wiegt mindestens hundert Kilo“, sagt die Seniorin, weshalb sie meint, bei dem Täter müsse es sich um einen Mann gehandelt haben, der den Tresor mit großem Kraftaufwand bewegen konnte.

Seit dem Einbruch habe sie ihre Sicherheitsvorkehrungen natürlich verstärkt. „So etwas will man nie wieder erleben, da wird einem schon ganz anders“, sagt sie.

Trotz aller Hoffnung auf eine Aufklärung des Einbruchs klingt die Dame am Telefon recht abgeklärt: „Natürlich wäre es schön, wenn ich die Uhr wiederbekomme, und auch über das Geld würde ich mich natürlich wieder freuen. Das war schon ein großer Schlag ins Kontor. Doch von dem Geld und den Sachen werde ich wohl nichts mehr sehen.“ Auch die Festnahme eines Verdächtigen werde daran nichts ändern: „Wenn jemand verurteilt wird und ins Gefängnis muss, habe ich selber ja auch nichts davon, davon kann ich mir nichts rausbeißen.“

Beschuldigter sagt nichts zu den Vorwürfen

Laut Staatsanwaltschaft schweigt der Beschuldigte bisher zu den Tatvorwürfen.Vertreten wird der 41-Jährige vom Regensburger Strafverteidiger Philipp Pruy. Auf MZ-Nachfrage wollte sich der Anwalt allerdings nicht zu Details des Falles äußern. Für seinen Mandanten gelte die Unschuldsvermutung, betonte Pruy.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem Einzeltäter aus. „Derzeit liegen keine Hinweise vor, die auf eine Beteiligung mehrerer Personen bei dem Einbruchsdiebstahl hindeuten.“

Aus dem Tresor einer Chamer Rentnerin wurden bei dem Einbruch 100.000 Euro Bargeld und Schmuck gestohlen. - Foto: David Hammersen /dpa/Symbolbild