„Wollen Landrat im Landkreis Cham sein“: Hubert Aiwanger macht Werbung für Christian Schindler

Es war am Sonntagabend eine Minute vor 18 Uhr, als Hubert Aiwanger, stellvertretender bayerischer Ministerpräsident, Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie Bundes- und bayerischer Landesvorsitzender der Freien Wähler unter großem und langanhaltenden Beifall den Saal im Hotel am Regenbogen in Cham betrat.
Alexandra Riedl, Bürgermeisterin und Fraktionsführerin der Freien Wähler Kreistagsfraktion aus Roding brachte es auf den Punkt. „Was war das für ein Wahlkampfauftakt mit unserem Hubert Aiwanger“.
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Nach dem musikalischen Auftakt von der Kapelle die Gamsjäger war es Christian Schindler, stellvertretender Vorsitzender Ortsverband Cham, Kreisvorsitzender der Freien Wähler Kreisverband und Kreisvereinigung Cham sowie stellvertretender Bezirksvorsitzender Freie Wähler Oberpfalz, der die Begrüßung übernahm. „Unseren stellvertretenden Ministerpräsidenten kann niemand bremsen“, stellte Schindler fest und begrüßte Hubert Aiwanger.
Unseren stellvertretenden Ministerpräsidenten kann niemand bremsen.Christian Schindler
Schindler konnte eine große Anzahl von Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie gut 20 anstehende Bürgermeister- und Listenkandidaten aus 20 Ortsverbänden begrüßen. „Wenn ich mich heute hier im Kolpinghaus umsehe, dann erfüllt mich vor allem eines: Dankbarkeit. Dankbarkeit für diesen Zusammenhalt, für diesen Rückhalt, für einen Saal, der voll gefüllt ist. Und ich sage es ganz offen: Ich bin mir ziemlich sicher, dass man morgen bei der Landkreis-CSU nicht ohne einen gewissen Neid auf diesen Abend blicken wird. Denn was wir heute erleben, ist kein inszenierter Pflichttermin – es ist echte Begeisterung, echtes Interesse und ein starkes Zeichen dafür, dass die Freien Wähler im Landkreis Cham geschlossen, motiviert und entschlossen in diese Kommunalwahl gehen. Ich bin in Cham geboren, hier aufgewachsen und hier verwurzelt. Der Landkreis Cham ist nicht nur mein Wohnort – er ist meine Heimat“, konstatierte Schindler und führte weiter aus: „Verantwortung zu übernehmen, war für mich nie nur ein Schlagwort, sondern gelebter Alltag – ob im Jugendrat, auf dem Handballfeld oder in der Verwaltung. Seit über 16 Jahren arbeite ich in der öffentlichen Verwaltung. Ich kenne unsere Kommunen, ihre Herausforderungen und ihre Stärken. Ich weiß, wie Verwaltung funktioniert – und vor allem, wie sie für die Menschen da sein muss: zuverlässig, bürgernah und lösungsorientiert.
Heute trage ich als Sachgebietsleiter Verantwortung für zahlreiche Mitarbeiter im Landratsamt Regensburg. Nach seiner persönlichen Vorstellung wurde er politisch. Diese Erfahrung möchte ich für unseren Landkreis einsetzen – mit klaren Entscheidungen, offener Kommunikation und dem festen Willen, unsere Heimat weiterzuentwickeln, ohne ihre Identität zu verlieren“, so der Landratskandidat.
Wir stehen vor einer Kommunalwahl, die den Landkreis Cham verändern wird.Christian Schindler
„Wir stehen vor einer Kommunalwahl, die den Landkreis Cham verändern wird. Die Zeiten absoluter Mehrheiten sind vorbei. Der nächste Kreistag wird vielfältiger, aber auch konfliktreicher sein. Wir müssen außerdem damit rechnen, dass rechte und linke Extreme stärker werden – nicht aus Überzeugung, sondern aus Frust über eine verfehlte Politik auf Bundes- und EU-Ebene. Politik darf kein Geheimzirkel sein. Politik muss sichtbar, hörbar und verständlich sein“, so Schindler weiter.
„Ich verneige mich hier vor den Urgesteinen der Kommunalpolitik in dieser Region“, begann Hubert Aiwanger seine fast einstündige Rede. Frei gehalten, ohne Manuskript, ohne Pause, jedes politische Thema streifend und immer wieder von viel Beifall unterbrochen. Für manche vielleicht ein paar Aussagen nahe der Gürtellinie, aber immer wieder auch sehr humorvolle ansatzlose Sätze, die alle zum Lachen brachten und die gut ankamen.
Ansichten über Politik in der Region präsentiert
Er präsentierte sich in Bestform, bürgernah und argumentationssicher. Er präsentierte seine Ansichten über Politik in der Region, dem Land und dem Bund und streifte auch die Außenpolitik. „Es ist höchste Zeit, auf die Freien Wähler zu setzen“, forderte er, „und wir wollen auch mehr Verantwortung übernehmen. Und: Wir wollen der Landrat im Landkreis Cham sein. Wir haben dazu einen jungen Mann“, nahm er Bezug auf Christian Schindler, der alle Voraussetzungen für diese Amt mit sich bringe.
„Politik ist eine Daueraufgabe und man muss rund um die Uhr bereit sein. Man ist immer im Dienst“, legte er noch nach. „Nehmt uns bitte ernst“, forderte er auf und versicherte an dieser Stelle, dass die FW auch mit anderen Politikern vernünftig arbeiten wollen. An dieser Stelle dankte er dem scheidenden Landrat Franz Löffler.
Politik ist eine Daueraufgabe und man muss rund um die Uhr bereit sein.Hubert Aiwanger
Bei den Bürgern im Land sehe Aiwanger eine gewisse Schwarmintelligenz. „Der Bürger ist oft vernünftiger als manche denken. Wir müssen die Bürger auch mitnehmen und in unsere Entscheidungen einbinden. Mit dem Volk zu regieren ist besser als gegen das Volk zu sein und genau deshalb sind die FW der richtige Weg“, konstatierte Aiwanger. „Gott beschütze den Landkreis Cham und die Freien Wähler“, sagte er.
„Es ehrt uns, dass du in den Landkreis Cham gekommen bist“, sagte MdL Julian Preidl bei seinem Grußwort in Richtung Aiwanger. „Bei uns ist die Welt noch in Ordnung im Gegensatz zu der Chaoshauptstadt“, führte er weiter aus und stellte noch fest, dass der Landkreis Cham Erneuerung benötigt. „Unser Landkreis braucht junge Menschen“, forderte er. Preidl schlug auch eine Zusammenarbeit mit dem ÖPNV in Regensburg vor. „Wir brauchen Mut für Veränderungen“, sagte er. Für Preidl ist es auch wichtig, dass Christian Schindler aus der Verwaltung kommt. Wir brauchen die FW im Landratsamt Cham. Es braucht einen starken Landrat. Preidl will aber seinen Blick nicht nur auf den Landkreis legen, als MdL gilt sein Engagement ganz Bayern. „Wir Freien wollen noch mehr Mandate“, forderte er.
Zusammenhalt und Tatendrang
„Was für ein Auftakt in die Kommunalwahl 2026. Ich freue mich riesig, dass das Kolpinghaus heute so gut besucht ist, das zeigt unseren Zusammenhalt und unseren Tatendrang, mit dem wir jetzt gemeinsam in die Kommunalwahl 2026 starten wollen“, begann die Rodinger Bürgermeisterin Alexandra Riedl. „Wir Freien Wähler sind keine Opposition im Kreistag, die sich dadurch ins Rampenlicht rücken muss, dass wir laut sind, dass wir dagegen arbeiten oder dass wir ständig Wortmeldungen abgeben müssen, nur damit wir in der Zeitung stehen. Nein, wir arbeiten mit, wir gestalten mit und wir sind dadurch auch in die Prozesse mit eingebunden gewesen. Unser Ziel muss immer sein, unseren Landkreis Cham mit all seinen Bürgerinnen und Bürgern und den Kommunen voranzubringen“, sagte Riedl.