Flut von Fakten und Zahlen in der ersten Bürgerversammlung für Bodenwöhr

Knapp 25 Zuhörer konnte Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) kürzlich im Foyer der Hammerseehalle zur Auftaktbürgerversammlung für Bodenwöhr und Blechhammer begrüßen, damit etwas mehr, als im letzten Jahr. Dies dürfte auch an den bevorstehenden Kommunalwahlen liegen, da auch einige Gemeinderäte und Gemeinderatskandidaten mit anwesend waren.
Die Zahl der Einwohner mit Hauptwohnsitz in Bodenwöhr, so das Gemeindeoberhaupt, sei auf 4531 gefallen. Letztes Jahr waren es noch 15 mehr. Infolge des Schulhausneubaus mussten Kredite aufgenommen werden, so dass der Schuldenstand von 4,6 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 7,4 Millionen Ende 2024 angestiegen sei. Infolge von Tilgungen sei die Belastung bis Ende 2025 auf rund sieben Millionen Euro gesunken. Die Pro-Kopf-Verschuldung bezifferte Hoffmann auf rund 1550 Euro.
Rund 885.000 Euro wurden laut Bürgermeister für die Verbesserung der Infrastruktur ausgegeben, darunter die Sanierung der GVS von Pingarten nach Taxöldern (220.344 Euro), die Sanierung von Wasserleitungen in Blechhammer und in der oberen Weihersiedlung (228.528 Euro, die Umrüstung der Straßenlampen auf LED (80.941 Euro) und Investitionen in den Abwasserzweckverband für den Neubau einer Klärschlammtrocknung (356.387 Euro).
Glasfaser: Abschkuss der Arbeiten in 2027?
Die Erneuerung der Wasserleitungen in der oberen Weihersiedlung wird auf Wunsch der ausführenden Baufirma im Jahr 2026 ausgeführt, sagte Hoffmann. Der Auftrag für den Glasfaserausbau wurde an die Telekom vergeben. Hoffmann zeigte sich zuversichtlich, dass die Baumaßnahmen 2027 abgeschlossen werden.
Die Freiwillige Feuerwehr Altenschwand hat im letzten Jahr ein neues Einsatzfahrzeug im Wert von 320.000 Euro erhalten. Für das Hackschnitzelheizwerk, das das Schulareal mit Wärme versorgt, wurde ein überdachtes Depot auf dem Recyclinghof angelegt, das künftig in das Industriegebiet verlegt wird.
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Durch die ILE Schwarzach-Regen werden Kleinprojekte gefördert, so Hoffmann. Letztes Jahr die Ausstattung der FF Pingarten mit Biertischgarnituren, Kühlschränken und Stehtischen im Wert von knapp 5000 Euro. Knapp 30.000 Euro wurden für die Renovierung des Leitungsbüros im Kindergarten St. Barbara ausgegeben. Hocherfreut zeigte sich der Bürgermeister, dass die Raiffeisenbank Niederbayern/Oberpfalz ein Spielgerät im Wert von 40.000 Euro für den Generationentreff gesponsert hat.
Mit der neuen Grundschule konnte 2025 das „größte Projekt in der Geschichte Bodenwöhrs“ fertiggestellt werden, sagte Hoffmann. Bisher wurde hierfür knapp 8,6 Millionen Euro ausgegeben. Fördergelder habe man 4,4 Millionen erhalten. Die Außenanlagen mit Einbau der Sandsteine aus der ehemaligen Pausenhofmauer müssten heuer noch fertiggestellt werden.

Auch das zweite Großprojekt, der alte Bahnhof in Blechhammer, schreite mit Abschluss der Trockenbauarbeiten, dem Einbau von Heizung und Lüftung voran. Die Möblierung werde vom Landkreis bezahlt. Die Kosten von rund 4,7 Millionen Euro würden mit über 80 Prozent gefördert.
Das alte Rathaus in der Ortsmitte soll in ein Bürgerhaus mit Postfiliale, Bücherei, Tourismusbüro, Bürgersaal, Musikzimmer und Cateringküche für das Bürgerfest umgestaltet werden. Der Dachstuhl darf nun durch einen neuen ersetzt werden. Es sei mit einer Förderung von 80 Prozent zu rechnen, weshalb man bald anfangen müsse, sagte Hoffmann.
Zur ärztlichen Versorgung teilte Hoffmann mit, dass man trotz der Übernahme der Praxis des Ehepaares Windisch durch die Wackersdorfer Hausärzte weiterhin die Gründung eines medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) nach dem Vorbild von Neunburg anstrebe.
Mit der „Schwandner Höhe“ in Altenschwand und dem „Wohnen in der Ziegelzell“ in Taxöldern konnten zwei Baugebiete auf den Weg gebracht werden. Besonders freute sich Hoffmann, dass sich die Grundstückspreise im Baugebiet „Ziegelzell“ trotz Verzögerung an denen des Baugebiets Wirtskellerweg/Wegäcker orientieren können.
Da die Energiekosten 2025 weiter zurückgingen, konnte man die im Jahr 2023 angehobenen Wassergebühren weiter auf 2,15 Euro pro Kubikmetersenken, ebenso wie den Hebesatz der Grundsteuer B von 200 auf 175 Prozent.
Auch mehrere Fragen blieben nicht unbeantwortet
Bei der Flurneuordnung in Windmais, so Hoffmann, wurde vergangenes Jahr der Wegebau westlich, südlich und östlich von Windmais abgeschlossen. Bei der geplanten Flurneuordnung in Taxöldern-Pingarten werden Gewässer-, Wege- und Dorferneuerungspläne durch das Büro Landimpuls erarbeitet.
In der Neunburger Straße werde bei der Abzweigung Schulstraße eine Fußgängerbedarfsampel mit Fahrbahnverengung, Bushaltestelle und Gehsteige sowie barrierefreiem Zugang aus der Weihersiedlung errichtet. In Neuenschwand konnte als „Dorfheizung“ das Hackschnitzelheizwerk realisiert werden. Bisher sind 38 Häuser daran angeschlossen.
In der Diskussion beantwortete Hoffmann Fragen zur Sanierung der Wasserleitungen in der oberen Weihersiedlung, zum Hackschnitzelheizwerk am Schulgelände, zum geplanten Funkmast in Blechhammer, zu Problemen beim Ausbau der Schwandorfer Straße und zum kaputten Aquamotec-Modul im Hammersee.