Mainburger Bauträger plant große Wohnanlage im Kelheimer Donaupark

Von Beate Weigert · 20. Januar 2026 um 05:00

Drei große Wohnanlagen gibt es im Kelheimer Donaupark bereits. Noch in diesem Jahr sollen weitere Wohnungen entstehen. Ein Bauträger zeichnet verantwortlich. Auch ein Antrag der Feuerwehr in Kelheimwinzer beschäftigte den Kelheimer Bauausschuss. Für einen Wunsch gab es grünes Licht, aus einem weiteren wird erst einmal nichts.

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Drei große Wohnanlagen gibt es im Kelheimer Donaupark bereits. Die Klenze-Arkaden gegenüber von Landratsamt und Baumarkt sowie eine weitere Wohnanlage direkt am Donauufer und das Seniorenzentrum Vitalis nebenan. Noch in diesem Jahr sollen weitere Wohnungen entstehen.

Im Bauausschuss gab es grünes Licht für das Vorhaben eines Bauträgers, ebenfalls direkt am Donauufer. Das Grundstück neben der Außenstelle des Landratsamts im Donaupark 13 sei verkauft worden, teilt Johann Auer, der Geschäftsführer der Donaupark Wirtschaftsentwicklungs mbH auf Nachfrage mit.

24 Einheiten zum Kauf

Erworben hat es die Archus Bösl GmbH aus Mainburg. Der Bauträger ist nach eigenem Bekunden seit 35 Jahren am Markt tätig. Neben Wohnbauprojekten in Bad Abbach, Abensberg und Mainburg war das Unternehmen auch schon in der Kreisstadt aktiv. In der Maria-Fels-Straße habe man bereits 18 Wohnungen realisiert.

Visualisierung der Wohnanlage: Die neue Wohnanlage des Bauträgers Archus Bösl soll auf dem freien Grundstück entstehen, das an die Außenstelle des Landkreises im Donaupark 13 anschließt. Geplant sind zwei Gebäude-Riegel, die im „Erdgeschoss“ durch eine Parkgarage und Serviceräume verbunden sind. - Foto: Archus Bösl GmbH

Im Donaupark soll nun ein Mehrparteien-Ensemble mit 24 Eigentumswohnungen entstehen. Angedacht sind laut Archus Bösl Einheiten von 70 bis 130 Quadratmeter. Von der Zwei-Zimmer-Wohnung bis zum Penthouse.

Laut Sitzungsunterlage ist für die Fahrzeuge der künftigen Bewohner eine Parkgarage mit 18 Stellplätzen geplant, darüber hinaus soll es im Freien 32 weitere Parkplätze geben, zwei davon sollen barrierefrei sein. Die Energieversorgung soll laut Archus Bösl über moderne Wärmepumpentechnik in Kombination mit PV-Anlagen inklusive Speicherkapazität erfolgen. Realisiert wird das Bauvorhaben im Effizienzhaus-Standard EH40 mit QNG-Zertifizierung, laut Bösl seien damit „höchste Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit erfüllt“.

Für den Mainburger Bauträger war das Vorhaben im Donaupark interessant, weil hier viele Einrichtungen des täglichen Bedarfs, vom Supermarkt bis zum Arzt, in unmittelbarer Nähe zu finden sind. Gleichzeitig biete die Nähe zur Donau hohen Freizeit- und erholungswert, so Bösl.

Läuft alles glatt könnte im Sommer Baubeginn sein, heißt es aus Mainburg. Bürgermeister Christian Schweiger freute sich im Bauausschuss, dass ein „potenter Bauträger“ die Wohnanlage realisieren wolle. Dass weitere Wohnungen in Kelheim entstehen, sei positiv, werteten auch einige Stadträte, von SPD oder Kelheimer Mitte.

In der Sitzungsunterlage war zudem zu lesen, dass in wenigen Metern Entfernung bereits ein Spielplatz bestehe, daher wäre es „unverhältnismäßig“ vom Bauherrn – so wie eigentlich in der städtischen Spielplatzsatzung vorgesehen – ein weiteren Spielareal zu fordern.

Auch der Spielplatz im Donaupark war Thema in der Sitzung. „Wirklich attraktiv ist er nicht“, befand Grünen-Stadtrat Christian Rank. - Foto: Beate Weigert

Für Christian Rank (Grüne) wäre zumindest die Vergrößerung des bestehenden Spielplatzes eine Überlegung Wert gewesen. „Den bestehenden kann man nicht gerade als attraktiv bezeichnen“, merkte er an.

Der Bürgermeister konterte, dass die Stadt bei der Anlage dies Spielplatzes bewusst die Krippenkinder des Kinderhauses an der Donau im Blick gehabt habe. Diese nutzten die Spielgeräte täglich.

Des Weiteren fand sich ein Antrag der Feuerwehr Kelheimwinzer auf der Tagesordnung. Weil die Umkleide im Gerätehaus für die Aktiven und Mitglieder der Jugendfeuerwehr aus allen Nähten platzt, braucht es weitere Umkleiden. Deshalb soll eine Garage, die bislang ein Lager war, umgenutzt und umgebaut werden. Dafür gab es einhellige Zustimmung im Bauausschuss.

„Stimmungsbild“ abgefragt

Ludwig Birkl (FW) ergänzte, dass in der vergangenen Stadtratssitzung nicht öffentlich ein „Stimmungsbild“ zu einem weiteren Anliegen der Winzerer Floriansjünger im Stadtrat abgefragt worden sei. Diese würden gerne einen Teil des Garagen-Dachs neben dem Gerätehaus als Terrasse nutzen. Zum einen für Absicherungsübungen, aber natürlich auch für geselliges Beisammensein, heißt es von der Feuerwehr auf unsere Nachfrage.

Das „Stimmungsbild“ hierzu sei eindeutig gewesen, so der Bürgermeister im Bauausschuss. Auf unsere Nachfrage ergänzt er, dass die Stadträte eindeutig „gegen eine Terrasse“ gewesen seien. Deshalb sei im Bauausschuss nur die Umkleide Thema. Wenn sich die Sicht der Stadträte ändere, könne man künftig anderes beschließen.

Dass aus der ursprünglich mitbeantragten Terrasse nichts würde, habe man schon vor dem Bauausschuss läuten hören, heißt es von der Feuerwehr. Nur der Grund sei nicht klar ersichtlich. Indessen hofft die Truppe nach zwei Jahren des Vorarbeitens und Wartens 2026 die zusätzlichen Umkleiden realisieren zu können.

Präzendenzfall oder nicht?

• Gronsdorfer Hang: Die Sicht auf ein Bauvorhaben am Gronsdorfer Hang war zunächst kontrovers. Auf einem dreieckigen Grundstück will ein Bauherr ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung ung Garage bauen. Wegen der speziellen Hanglage und dem speziellen Grundstückszuschnitt widerspricht das Vorhaben einigen Festsetzungen im Bebauungsplan. Für Benjamin Plantsch sah den Antrag kritisch. Man wolle keinen Präzedenzfall schaffen. Stadträte wie Josef Pletl (KM) oder Andreas Ober (FW) sahen keine Problem. „Wir können froh sein, wenn da jemand sein Haus reinbauen will“, befand Pletl. Ober: „Das Nachbarhaus ist fast höher.“

• Abwägung: Ein Bebauungsplan würde nicht jedes Grundstück und seine Besonderheiten berücksichtigen, warf der Bürgermeister ein. Am Ende fand sich eine knappe Mehrheit (5:4) , die die Befreiung von den Festsetzungen befürwortete. „Genau darüber zu entscheiden“, sei Aufgabe des Bauausschuss, so Schweiger.