Warum das Stolper-Pflaster am Regensburger Haidplatz nicht abgefräst werden kann

Von Philip Hell · 20. Januar 2026 um 11:00

Wer über den Regensburger Haidplatz flaniert, muss bisweilen aufpassen, nicht ins Straucheln zu geraten. Genau deshalb hat die FDP nun vorgeschlagen, etwas am Stolper-Pflaster zu machen. Bei der Diskussion im Planungsausschuss wird klar: Die Stadt ist schon dran.

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Konkret hatten die Liberalen angeregt, vom Kohlenmarkt bis zur Ludwigstraße einen Weg mit einer ebenen Oberfläche zu schaffen. Zum Beispiel, indem man das Pflaster abschleift oder einen anderen Belag verwendet. Ziel ist mehr Barrierefreiheit. Der FDP-Antrag wurde im Planungsausschuss des Stadtrats besprochen – und fiel auf fruchtbaren Boden.

Unser historisches Kopfsteinpflaster macht es für viele schwer.Gertrud Maltz-Schwarzfischer

Liberalen-Stadtrat Horst Meierhofer führte aus, dass die Altstadt noch nicht komplett barrierefrei sei, weil man ein kleines Stück begradige. „Es ist eine erste Idee.“

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer bekundete Sympathien für den Antrag. „Unser historisches Kopfsteinpflaster macht es für viele schwer.“ Es sei nicht ohne Grund vor Jahren beschlossen worden, dass die Stadt bei neuen Vorhaben gesägtes Pflaster zum Einsatz bringt. Das merke man sofort, wenn man es beispielsweise über den Haidplatz geschafft habe und in der Ludwigstraße unterwegs sei. Dort ist das Pflaster bereits verlegt. „Das macht es viel leichter.“ Das betreffe auch Frauen mit hohen Absätzen. „Viel schlimmer ist es aber für Menschen mit Behinderung“, betonte die scheidende OB.

Tiefbauamt-Chef: Pflaster am Haidplatz „würde uns um die Ohren fliegen“

Ganz so leicht geht das allerdings nicht, schilderte Tiefbauamt-Chef Michael Köstlinger. Das Pflaster könne man nicht abschleifen, da der erforderliche Verbund nicht vorhanden ist. „Auf Deutsch: Es würde uns um die Ohren fliegen, wenn wir das fräsen.“ Man müsse das Pflaster regelmäßig nachverfugen, weil es sich bewegt – zum Beispiel durch Busse. Es bedürfe eines Konzeptes, um die Thematik im Ganzen betrachten zu können. Das Pflaster müsse jedenfalls definitiv ausgetauscht werden.

Bei den Stadträten stieß der FDP-Vorschlag auf breite Zustimmung – allerdings unter der Voraussetzung, aus dem Antrag einen Prüfantrag zu machen. Michael Achmann-Denkler (Grüne) wollte wissen, ob es denn ein Konzept gebe, um die Altstadt systematisch barrierefrei zu machen. Das gebe es nicht, betonte die OB. „Das wird uns auch nicht gelingen. Wir sind in einem Denkmal.“ Die Stadt habe sich sehr wohl aber mit den Themen Pflaster und Barrierefreiheit beschäftigt.

Stolper-Pflaster am Haidplatz: Verwaltung soll Konzept erarbeiten

Frank Reinel, Inklusionsbeauftragter der Stadt, betonte: „Das ist ein Thema, mit dem ich in der Verwaltung schon hausieren gegangen bin.“ Dabei sei ein Plan für ein Wegenetz entstanden. Nun müsse man sich genauer anschauen, wie das funktionieren könnte.

Schlussendlich beschloss der Planungsausschuss einstimmig, dass die Verwaltung ein Konzept erarbeitet, wie der Bereich zwischen Kohlenmarkt und Haidplatz barriereärmer gestaltet werden könnte.