Tanzbein geschwungen: Beste Stimmung beim Orchesterball 2026 in Bad Kötzting

Von Michael Roeßgen · 19. Januar 2026 um 05:00

Der sehr gut besuchte Orchesterball 2026 im Postsaal war wieder ein voller Erfolg – für die Organisatoren, für das Orchester Thomas Pöschl, für Paul und Paul mit ihrer Einlage zur Pause und nicht zuletzt für die Tanzbein-schwingenden Besucher.

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Der Wunsch für den einen oder die Sehnsucht für den anderen, mal im tiefen Winter die Ballrobe herauszuholen und – vielleicht auch wegen der kalten Außentemperaturen – eine heiße Sohle aufs Parkett zu legen, ist ungebremst; der ausverkaufte Saal in Bad Kötztings feiner Adresse hat es wieder einmal bestätigt.

So konnte Mitorganisatorin und Leiterin des Kammermusikkreises, Elvira Frauendienst, nahezu 200 Ballgäste begrüßen: aus Waldkirchen, Kaiserslautern, Cham, Viechtach, Sinzing und Regensburg – um dann verschmitzt hinterherzuschieben: „Ja, und Kötztinger sind auch einige da“, was für große Heiterkeit im Saal sorgte.

Nachdem jahrelang das Salonorchester Karl Edelmann für gute Stimmung sorgte und beim vorjährigen Orchesterball das neu gegründete Tanzorchester Thomas Pöschl zum ersten Mal den Saal mit seinen mitreißenden Klängen und Rhythmen erfüllte, kann man schon heuer festhalten: So schnell hat sich in Bad Kötzting noch kein Orchester etabliert. Der junge Dirigent Thomas Pöschl führte gleich bei der Festpolonaise zum Einzug, die wiederum von Elvira Frauendienst und ihrem Mann angeführt wurde, sein Tanzorchester mit routinierter Hand. Genauso routiniert waren auch die in feiner Abendgarderobe gekleideten Ballbesucher bei ihren Tänzen durch das fürwahr abwechslungsreiche Musikprogramm mit Walzer, Tango, Foxtrott, Cha-Cha-Cha, Rumba, Samba, Quickstepp oder Charleston.

Die Festpolonaise zum Einzug wurde von Elvira Frauendienst und ihrem Mann angeführt. - Foto: Michael Roeßgen

Höhepunkt des Abends

Ein Höhepunkt des Abends war die stets beliebte und bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entstandene Münchener Française zu der Musik der Fledermaus-Quadrille von Johann Strauss jun. unter der Anleitung von Bernhard Stahl, der seine verhinderte Mutter Dr. Claudia Stahl bestens vertrat. Als weiteres Highlight kristallisierte sich die mit Spannung erwartete Einlage von „Paul und Paul“ heraus.

Drei Sketche hatten sie vorbereitet. Der eine Paul erläuterte dem anderen Paul, dass er erst mal acht Takte zu pausieren habe, bevor er mit seiner Trommel einsetzen sollte. Doch zu diesem musikalischen Vortrag kam es gar nicht. Es fing schon mit dem Missverständnis an, dass der andere Paul auf keinen Fall acht Tage bis zu seinem Einsatz warten wollte. So gab das eine Wort das andere, und schon waren beide mitten in einem handfesten Streit und philosophierten schließlich darüber, dass doch alles, was passiere, eher als reiner Zufall zu betrachten sei, wie der Radfahrer, den sie abends zuvor beobachtet hätten, der ja auch ein Flieger hätte sein können.

Paul und Paul bei ihrer Einlage - Foto: Michael Roeßgen

Im zweiten Sketch wurde es dann doch musikalisch, aber auch nachdenklich hochpolitisch, als beide Jungkünstler Bodo Wartkes Lied „Es wird Zeit“ im Duett interpretierten, bei dem es um die Abschaffung der Demokratie geht und in dem zu Ende gedacht wird, was es für Konsequenzen hätte, wenn man einen ersehnten Autokraten, also einen starken Mann, als politischen Führer für unser Land zulassen würde. Am Ende, so heißt es in dem Lied, geht man wieder auf die Straße und demonstriert wieder, diesmal aber für die Wiedereinführung der Demokratie.

Dass so manch gute Idee nicht an sich selbst scheitert, sondern zumeist an der Kommunikation, wird den Ballgästen überaus lustig im dritten Sketch vor Augen geführt, bei dem drei Flaschen auf dem Parkett die drei Geister „Was“, „Wie“ und „Egal“ symbolisieren.

Worte im Mund umgedreht

Was dann im Dialog zwischen Paul und Paul geschieht, ist ein Hochgeschwindigkeits-Wortwechsel, bei dem der eine dem anderen gleich dreimal das Wort im Munde umdreht und wieder zurück. Wer das gehört hat, wird wohl Elvira Frauendienst zustimmen, die schon bei der Anmoderation der beiden jungen Kötztinger Künstler prophezeite: „Von denen werden wir noch viel in Funk und Fernsehen hören.“

So manche Robe sticht heraus. - Foto: Michael Roeßgen
Auch kleine Tänzer wagten sich schon aufs Parkett. - Foto: Michael Roeßgen
Der Walzer war der beliebteste Tanz. - Foto: Michael Roeßgen
Die Festpolonaise zum Einzug - Foto: Michael Roeßgen

So ging es gut gelaunt in die nächsten Tanzrunden, bevor in eine winterliche Nacht hinein die letzten Tanzpaare den Postsaal nach einem großartigen Orchesterball 2026 verließen, deren Besucher sich schon auf die Wiederauflage freuen, und zwar am Samstag, 23. Januar 2027.