13 Gemeinden rund um Bad Kötzting haben immer weniger die Wahl beim Bürgermeister

Von Stefan Weber · 17. Januar 2026 um 17:00

Am 8. März sind die Bürger in ganz Bayern aufgerufen, neue Gemeinde-, Markt- und Stadträte sowie deren Vorsitzenden zu wählen. Seit 15. Januar um 18 Uhr ist die Nachmeldefrist auch für die Bürgermeister-Kandidaten abgelaufen. Damit steht fest: In den 13 Gemeinden des Altlandkreises Kötzting wird es in zehn gar keine Wahl zwischen zwei Kandidaten geben – mindestens. Ein mehrfach unterlegener Kandidat wird diesmal wohl gewinnen, und auch ein früherer Amtsinhaber tritt überraschend wieder an.

Noch nicht sicher, dass der zweite Kandidat zugelassen werden wird, ist die Sache in Rimbach. Hier ist seit sechs Jahren Heinz Niedermayer von der CSU der Chef im Rathaus, und das will er auch weiter bleiben. Während sich die meisten seiner Amtskollegen über Gegenkandidaten keinen Kopf zu machen brauchen, gibt es in Rimbach allerdings jemanden, der ebenfalls Bürgermeister werden möchte, und das ist Maximilian Stoiber von der eigens gegründeten Liste „Hohenbogen Plus“. Ende November war die Wahlversammlung und die gleichzeitige Nominierung des 25-Jährigen zum Kandidaten.

Entscheidung fällt Dienstag

Da es sich um eine neue Liste handelt, muss die allerdings erst genügend Unterschriften von Unterstützern aus dem Ort erhalten. Ob das Stoiber bereits gelungen ist, das wird erst am Mittwoch bekannt werden. Der Wahlausschuss der Gemeinde wertet die entsprechenden Listen erst am Dienstag aus. Ebenfalls zwei Kandidaten gibt es in Miltach: Hier tritt Johann Aumeier nicht mehr an. Auf der Liste FWG-Altrandsberg des Amtsinhabers geht Dominik Heigl ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus, um den sich auch Mario Höcherl (CSU-FWG) bewirbt. Die dritte Gemeinde mit zwei Kandidaten ist Arrach. Hier wurde Gerhard Mühlbauer (FW) vor sechs Jahren mit gut 57 Prozent zum Bürgermeister gewählt und hatte sich damit als einziger Kandidat im Altlandkreis gegen einen Amtsinhaber durchgesetzt: Sepp Schmid. Dieses Jahr bekommt er mit Marion Weber (CSU) eine Gegenkandidatin.

Am 8. März haben die Bürger in Bayern die Wahl. - Foto: Patrick Pleul/dpa

Die wäre dann immerhin die dritte Frau, die rund um Bad Kötzting in einem Rathaus das Sagen hätte: Denn Monika Bergmann (FW) in Blaibach und Sabine Steinlechner (FW) in Grafenwiesen treten jeweils für ihre zweite Amtszeit ohne einen Gegenkandidaten an.

Das gilt auch in der Stadt Bad Kötzting: Hier hatte sich Markus Hofmann (FW) im März 2020 gegen Herausforderin Carola Höcherl-Neubauer seine zweite Amtszeit mit über 80 Prozent Zustimmung gesichert – dieses Jahr ist sein Name der einzige, der auf dem Wahlzettel stehen wird. In Chamerau nimmt mit Stefan Baumgartner (CSU-FWG) einer der mittlerweile dienstältesten Bürgermeister der Region Anlauf für seine vierte Amtszeit und weiß bereits, wie es ist, ohne Gegenkandidaten anzutreten: Er wurde 2020 mit über 94 Prozent im Amt bestätigt. Als einziger Kandidat stand bereits vor sechs Jahren Hans Laumer (FW) in Zandt zur Wahl – auch dieses Jahr wird er als einziger Kandidat auf dem Wahlzettel zu finden sein. Ohne Gegenkandidat werden sich wohl auch die Lamer-Winkel-Bürgermeister Paul Roßberger (CSU-BWV) in Lam und Franz Müller (CSU-FWG) in Lohberg bestätigen lassen.

Jetzt schon kurios

Kurios wird es in den beiden Märkten des Hohenbogenwinkels: Während Amtsinhaber Florian Adam noch im Sommer erklärte, er wolle für eine zweite Amtszeit kandidieren, hat er mittlerweile davon Abstand genommen. Stattdessen tritt mit über 70 Jahren sein Amtsvorgänger Sepp Kammermeier (CSU-FWG) noch einmal und als einziger Kandidat an.

Müller wird wohl auch der Bürgermeister im Markt Neukirchen b. Hl. Blut nach der Wahl heißen: Hier war zwölf Jahre lang Markus Müller der Chef im Rathaus, der nicht mehr antritt. Sein Gegenkandidat hieß jedes Mal Dr. Johannes Müller (Freie Wähler der Altgemeinde Atzlern). Der unterlag zwar jedes Mal, ist bei dieser Wahl aber der einzige Kandidat. Ziemlich sicher Bürgermeister im ersten Anlauf wird zu guter Letzt wohl Markus Schmidberger in Hohenwarth werden. Hier tritt Amtsinhaber Xaver Gmach nicht mehr an Schmidberger auf der Liste „Bürger der Großgemeinde“ ist einziger Anwärter auf die Nachfolge.

Der Altlandkreis Kötzting in Zahlen

■ Einwohner: Bei der Auflösung des Altlandkreises Kötzting im Zuge der Gebietsreform im Jahr 1972 hatte dieser gut 32 000 Einwohner. Heute sind es rund 35 000 Einwohner.

■ Orte: Bis zur Auflösung des Altlandkreises 1972 gab es 45 selbstständige Gemeinden. Heute sind es noch 13. Davon war der Markt Kötzting (die Stadterhebung war erst im 1953, Bad Kötzting seit 2005) der einzige Ort im Altlandkreis mit mehr als 3000 Einwohnern.

■ Fläche: Der Altlandkreis Kötzting maß 451 Quadratkilometer in der Fläche – von Harrling bis Lohberg, von Niederndorf bis Kleinaign. Damit nimmt er heutzutage in etwa ein Viertel der Gesamtfläche des neuen Großlandkreises Cham ein, der 1520 Quadratkilometer umfasst.

■ Wahlberechtigt: Von den 35 000 Einwohnern der 13 Kommunen auf dem Gebiet des Altlandkreises werden im März etwas mehr als 28 000 Menschen wahlberechtigt sein. (wf)