Drei Kommunen im Altlandkreis Kötzting bekommen 2026 sicher einen neuen Bürgermeister

Von Stefan Weber · 30. August 2025 um 19:00

Wenn am 8. März die Wähler nach sechs Jahren wieder ihre Stadt- und Gemeinderäte wählen, dann geht es auch wieder darum, wer Bürgermeister werden wird. Im Altlandkreis Kötzting gibt es drei Märkte, neun Gemeinden und die Stadt Bad Kötzting, in denen elf Männer und zwei Frauen an der Spitze der Verwaltung stehen. Einige von ihnen sind bereits wieder durch ihre Parteien nominiert worden, andere warten noch darauf – und für drei Bürgermeister steht bereits fest, dass sie nicht mehr antreten werden.

Dazu gehört zum Beispiel Xaver Gmach. Seit 2002 ist er Bürgermeister von Hohenwarth, und das sei „lange genug“, sagt er. Unter seinen Kollegen im Altlandkreis ist er der am längsten amtierende Bürgermeister. Es werde Zeit für ein neues Gesicht, darum werde er auch nicht mehr für den Gemeinderat antreten. Er lässt aber auch durchblicken, dass es mindestens zwei Bewerber geben könnte um den Posten bei der nächsten Wahl, mit denen er auch schon gesprochen habe. Einer davon ist Markus Schmidberger. Er geht für die Liste „Bürger der Großgemeinde“ ins Rennen.

Xaver Gmach, Bürgermeister von Hohenwarth - Foto: Hausladen

Nach 18 Jahren ist Schluss

Auf immerhin 18 Jahre Amtszeit wird nach der Wahl Johann Aumeier in Miltach zurückblicken können. Auch er kündigt an, nicht mehr antreten zu wollen. „Ich werde 68 Jahre alt“, sagt er im Gespräch mit unserem Medienhaus. Im Gegensatz zu Hohenwarth hätten sich in Miltach aktuell noch keine möglichen Nachfolger hervorgetan, sagt er. Wenn er zurückblickt, dann sagt er: „Das Positive überwiegt, auch wennst das andere auch mitnehmen musst.“ Schule, Kanal, Kindergarten – viele Millionen Euro seien in den vergangenen Jahren investiert worden. Auch er wolle nicht mehr im Gemeinderat vertreten sein, werde sich aber wohl im Ehrenamt schon noch die eine oder andere Aufgabe finden.

Johann Aumeier, Bürgermeister von Miltach - Foto: Feiler

Ebenfalls bereits angekündigt, dass er nicht mehr antreten wolle, hat Markus Müller in Neukirchen b. Hl. Blut. Er war 2014 gewählt worden, wolle sich künftig aber mehr auf die Aufgaben als Geschäftsführer der Hohenbogenbahn konzentrieren. Wer als Nachfolger infrage käme? Das sei noch völlig offen, hatte er bei der Ankündigung seines Rückzuges gesagt.

Markus Müller, Bürgermeister von Neukirchen b. Hl. Blut - Foto: Helga Brandl

In der höchstgelegenen Gemeinde des Landkreises, in Lohberg, steht für Franz Müller fest: „Ich will weitermachen.“ Er wurde im Jahr 2008 ins Amt gewählt. Natürlich sei ein Bürgermeister „nie fertig“ – aber dass der Bau einer neuen Brauerei anstehe, das sei ein Projekt, das er mindestens noch eine Amtszeit lang mitbegleiten wolle. Außerdem sei es mit Blick auf die Unzufriedenheit in der Bevölkerung und auch bei manchen Parteien wichtig, zu zeigen, dass „doch Vieles sehr gut funktioniert“, sagt er. Auch das gehöre zu seiner Motivation für eine weitere Amtszeit, wenn er denn wieder gewählt werde.

Franz Müller, Bürgermeister von Lohberg - Foto: Maria Frisch

Genauso lange wie Franz Müller in Lohberg ist auch Stefan Baumgartner schon Bürgermeister von Chamerau. Bei seiner Wahl sei er der jüngste Bürgermeister in der gesamten Oberpfalz gewesen, erinnert er sich. Seine Bewerbung auf den Posten des Landrats, der am 8. März kommenden Jahres ebenfalls gewählt werden wird, hat er wieder zurückgezogen. Darum freue er sich schon sehr auf eine mögliche vierte Amtszeit, sagt er. „Wir haben Schulden abgebaut und viel investiert“, sagt er. Nicht zu vergessen sei natürlich die Einweihung der Ortsumgehung von Lederdorn, die nach vielen Jahrzehnten der Planung habe realisiert werden können. Nach der Zeit des „Säens hängt es nun auf unsere Seite als Gemeinde“, sagt er.

Stefan Baumgartner, Chamerau - Foto: Hermann Schropp

Bereits seit zwei Amtszeiten ist Paul Roßberger Bürgermeister seines Heimatmarktes Lam. Auch er will weitermachen: „Es stehen noch einige große Projekte an und es macht Spaß, vor allem mit den Kollegen im Lamer Winkel“, sagt er. Er finde, „das Team passt“ und er hoffe, dass die Wähler das im März auch so sehen werden.

Paul Roßberger, Bürgermeister von Lam - Foto: Maria Frisch

Ebenfalls seit zwölf Jahren ist Markus Hofmann Bürgermeister der Stadt Bad Kötzting. Für ihn ein klarer Fall, dass er weitermachen wolle. Auch in seine Amtszeit gehört der massive Abbau von Schulden – von fast 30 Millionen Euro bei seiner Wahl 2014 auf aktuell rund sechs Millionen Euro – und das bei Großinvestitionen wie Sinocur, Kindergrippe, Kanal- und Straßensanierungen und aktuell das neue Parkhaus in der Innenstadt.

Markus Hofmann, Bad Kötzting - Foto: S. Weber

Knapp die Hälfte aller Bürgermeister im Kötztinger Land befindet sich gerade erst in der ersten Amtszeit. Dazu zählt zum Beispiel auch Eschlkams Bürgermeister Florian Adam. Für ihn steht jetzt schon fest, dass er sich wieder zur Wahl stellen will. Wie seine Kollegen war er 2020 mit der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen gestartet. Nachdem sich die Lage normalisiert habe, „macht es jeden Tag noch mehr Spaß“, sagt der Bürgermeister von Eschlkam.

Florian Adam, Bürgermeister von Eschlkam - Foto: Regina Heigl

Eine Einschätzung, die er mit seinem Amtskollegen in Arrach teilt. Hier ist Gerhard Mühlbauer seit der vergangenen Wahl im Jahr 2020 der Chef im Rathaus. „Der Job hängt mir am Herzen, bei allen Problemen, die es natürlich auch gibt“, sagt er und fügt an: „Das ist ein Top-Job“, den er gerne auch ab Mai 2026 weiter ausführen wolle.

Gerhard Mühlbauer, Arrachs Bürgermeister - Foto: V. Mühlbauer

Zwei Frauen von 13

Nach sechs Jahren will auch Heinz Niedermayer in Rimbach wieder antreten – er ist bereits durch seinen Ortsverband wieder nominiert. „Ich will weiter was für Rimbach bewegen“, sagt er und kündigt an: „Da braucht es sowieso eine zweite und vielleicht auch eine dritte Amtszeit.“

Heinz Niedermayer, Rimbachs Bürgermeister - Foto: S. Volkner

Auch Hans Laumer in Zandt ist seit 2020 Bürgermeister und hat noch viel vor: „Grundsätzlich bin ich bereit, weiterzumachen“, sagt er. Der Beruf des Bürgermeisters sei ein Mit- und Füreinander für die Menschen. Mit Blick auf seine Gemeinde sieht er die ärztliche Versorgung vor Ort, ein Veranstaltungsgebäude und auch die Ausweisung von Bauland als große Herausforderungen für die Zukunft. Zandt sei nicht nur als Standort des größten Arbeitgebers im Landkreis Cham ein attraktiver Wohnort, sondern auch für junge Familien.

Hans Laumer, Bürgermeister von Zandt - Foto: Rosi Stelzl

Und dann gibt es ja noch die beiden einzigen Frauen unter den 13 Amtsinhabern in den Rathäusern des Altlandkreises Kötzting: Beide sind während der Laufenden Wahlperiode in ihr Amt gekommen. Seit Februar 2022 ist Monika Bergmann Bürgermeisterin der Gemeinde Blaibach. Nach vier Jahren sei es für sie keine Frage, sie werde weitermachen, wenn die Wähler das wollten.

Monika Bergmann, Blaibachs Bürgermeisterin - Foto: F. Pfeffer

Noch ein gutes Jahr kürzer im Amt ist Sabine Steinlechner in Grafenwiesen. Mit 63 Jahren wolle sie noch eine Amtszeit dranhängen. Sie sei erst zweieinviertel Jahre im Amt, da gelte es, noch einiges abzuschließen, was in dieser Zeit begonnen worden ist. Bis zur nächsten Wahl im Jahr 2032 müsse sich dann aber sicher ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin finden, kündigt sie an.

Sabine Steinlechner, Grafenwiesen - Foto: Heinz Pletl

Bleibt noch spannend zu sehen, wer gegen die zehn Amtsinhaber antreten wird, und wer in den drei Orten mit freiwerdenden Bürgermeister-Sesseln Chef im Rathaus werden will.

Der Altlandkreis Kötzting in Zahlen

Einwohner: Bei der Auflösung des Altlandkreises Kötzting im Zuge der Gebietsreform im Jahr 1972 hatte der gut 32.000 Einwohner. Heute sind es rund 35.000 Einwohner.

Orte: Bis zur Auflösung des Altlandkreises 1972 gab es 45 selbstständige Gemeinden, heute sind es noch 13. Davon war der Markt Kötzting (die Stadterhebung war erst im 1953, Bad Kötzting seit 2005) der einzige Ort im Altlandkreis mit mehr als 3000 Einwohnern.

Fläche: Der Altlandkreis Kötzting maß 451 Quadratkilometer in der Fläche – von Harrling bis Lohberg, von Niederndorf bis Kleinaign. Damit nimmt er heutzutage in etwa ein Viertel der Gesamtfläche des neuen Großlandkreises Cham ein, der 1520 Quadratkilometer umfasst.

Wahlberechtigt: Von den 35.000 Einwohnern der 13 Kommunen auf dem Gebiet des Altlandkreises werden im März etwas mehr als 28.000 Menschen wahlberechtigt sein.