Bereit für den Landkreis Cham und für die CSU: Stefan Baumgartner will Landrat werden

Zu hören war es schon länger – und nun ist es offiziell: Chameraus Bürgermeister Stefan Baumgartner will Chamer Landrat werden. Nach intensiver Überlegung übers Wochenende sei er zum Schluss gekommen, in dem internen Kandidatenrennen der Christsozialen um einen geeigneten Kandidaten anzutreten, sagte er auf Nachfrage.
Damit wirft der erste CSU-Kandidat offen seinen Hut in den Ring. Am 30. Juni hatte Landrat Franz Löffler erklärt, er werde bei der Landratswahl im kommenden Jahr nicht mehr antreten – und damit auch manchen CSUler überrascht. Nachdem dessen bisherige Stellvertreter aus den CSU-Reihen, Neukirchens Bürgermeister Markus Müller und Furths Bürgermeister Sandro Bauer, als mögliche Nachfolger auf dem Posten abgewunken hätten, habe er sich nun entschieden, sich als Kandidat zu stellen, sagte Stefan Baumgartner auf Nachfrage.
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Dabei geht es zunächst um eine parteiinterne Entscheidung, die Baumgartner überstehen muss, wenn es mehrere Bewerber gibt. Der CSU-Kreisvorstand will Ende Juli entscheiden, mit welchem Kandidaten die Landkreis-CSU bei der Kommunalwahl im März 2026 ins Rennen geht. Eine öffentliche Kampfabstimmung werde es darum nicht geben, erläuterte der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp das Vorgehen.
Ein oder zwei Bewerber?
„Ich bin zuversichtlich, dass wir mit einem Kandidaten antreten“, sagt er auf Nachfrage. Er sei vor drei Wochen vom Kreisvorstand beauftragt worden, Gespräche mit den Bürgermeistern zu führen, um deren Wiederantritt in den Kommunen abzuklären, und zudem geeignete Kandidaten für die Landratswahl zu finden.
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„Wir haben glücklicherweise in der CSU viele, die Verantwortung tragen und sich engagieren – sind also sehr gut aufgestellt. Da bin ich froh“, so Hopp. Daher kämen auch einige als Kandidat infrage, wobei es eben Ziel sei, den Besten zu nominieren. Nach seinen bisherigen intensiven Sondierungen denke er, dass sich doch nur ein oder zwei Bewerber finden werden, die für die CSU um den Landratsposten antreten wollen. Einer davon ist nun der 45-jährige Stefan Baumgartner, der sich gut gewappnet sieht, die Aufgabe als Landrat zu meistern. Es sei sicher eine große Aufgabe, Landrat zu werden, doch habe er in seinen Jahren als Bürgermeister seit 2008 – „damals war ich der jüngste Bürgermeister Bayerns“ – bewiesen, dass er mit Verantwortung umgehen könne.
18 Jahre im Amt
Seine Kommune sei gut aufgestellt, er habe in den 18 Jahren vieles voran gebracht, so Baumgartner. Sicher gehe er an die Kandidatur mit Demut ran, denn er wisse, wie groß die Fußstapfen von Landrat Franz Löffler seien und dass dieses ein 24/7-Job sei. Von der Ausbildung her sei er Verwaltungsfachangestellter, was der Arbeit als Landrat sicher dienlich sei.
„Und ich bin zudem seit zwölf Jahren Kreisrat“, betont Baumgartner. Er wisse also, welche Landkreisthemen wichtig seien. Und auch parteipolitisch ist er kein Greenhorn – seit 20 Jahren engagiert er sich in der CSU, ist im Kreisvorstand aktiv und in Chamerau Ortsvorsitzender. „Ich habe hier auch in schweren Zeiten die CSU-Fahne hochgehalten“, hält er sich aus Parteisicht zugute. Daneben ist er auch schon zwölf Jahre Schulverbandsvorsitzender.
Die meisten Stimmen
Dass er durchaus ein politisches Gewicht im Landkreis auf die Waage legen kann, hat er bei der letzten Kommunalwahl bewiesen: „Ich hatte mit 24 933 Stimmen bei der Kreistagswahl die meisten Stimmen im Altlandkreis Kötzting.“ Das führt Baumgartner auch darauf zurück, dass er sich vielerorts engagiere. Eingesetzt hat sich Chameraus Bürgermeister auch bei der Wiedereinrichtung einer Gastronomie auf dem Lamberg, wo er sich bis heute einbringt.
Stefan Baumgartner will wie Hopp keine Kampfabstimmung, sondern setzt auf eine Einigung im Kreisvorstand, sagt er: „Möge der Beste gewinnen.“
Kriterien für einen Landrat
Was so ein Gewinner des CSU-Postenrennens mitbringen muss, hat Dr. Hopp im Gespräch beschrieben. Er müsse ein klares Profil haben, in den Themen drin und fachlich stabil sein, zudem nah an den Menschen und einige Erfahrung mitbringen.
„Keiner ist jedoch allein“, betont Hopp. Von der EU- bis zur Kommunalebene sei es bei der CSU ein gutes Miteinander – um den Landkreis voran zu bringen.
Michael Multerer steht auch bereit
Dieser Beschreibung würde nach Meinung Hopps auch Arnschwangs Bürgermeister Michael Multerer entsprechen. Der ist zwar im Gespräch, will seine Kandidatur aber nicht so offen preisgeben. „Ich kann mir das durchaus vorstellen, wenn die CSU mich will“, sagt er auf Nachfrage, ob er Ende Juli als möglicher Löffler-Nachfolger antrete.
Er beteilige sich jedenfalls am Findungsprozess für einen geeigneten Kandidaten, habe bei den Gesprächen um eine Kandidatur nicht abgesagt: „Ich bin grundsätzlich bereit.“ Letztlich werde das in einem „demokratischen Prozess“ bestimmt, wer in die Wahl gehe, die dann erst einmal gewonnen werden müsse. Es werde eine Mannschaftsaufgabe, den Richtigen auszuwählen, so Multerer.