Chamer Landrat Franz Löffler tritt nicht mehr an

Von Johannes Schiedermeier · 30. Juni 2025 um 21:00

Das ist selbst für viele Polit-Insider im Landkreis Cham eine Überraschung: Landrat Franz Löffler hat am Montagabend dem CSU-Kreisvorstand mitgeteilt, dass er zur Kommunalwahl am 8. März 2026 nicht mehr für dieses Amt kandidieren wird. Löffler – am 10. September 1961 in Waldmünchen geboren – hätte zum Wahlzeitpunkt die Altersgrenze von 65 Jahren noch nicht erreicht gehabt. In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz hat er seine Entscheidung begründet.

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Franz Löffler ist seit 2010 Landrat des Landkreises Cham. An diesem Abend sitzt er locker im Besprechungsstuhl seines Amtszimmers, die Ärmel seines weißen Hemds bis an die Ellbogen zurückgekrempelt – und verkündet das Ende seiner Amtszeit.

Außen lässig, innen angespannt

Die lässige äußere Haltung steht aber in einem ziemlichen Gegensatz zur inneren Anspannung. Das gibt Löffler auf Nachfrage auch zu: „Es ist für mich nicht einfach, und das habe ich in den letzten Wochen sehr gespürt.“ In diesen letzten Wochen hat es sich nämlich erst entschieden. „Ich habe jetzt richtig verstanden, was derjenige gemeint hat, der am Anfang meines Landrats-Daseins gesagt hat: In ein Amt reinzukommen, das ist das Eine – rauszukommen ist schwieriger.“

Löfflers Entscheidung trifft die CSU ins Mark und viele Parteimitglieder unvorbereitet. Der Landrat erklärt sich deshalb ausführlich: „Mein Herz sagt: Der Job gefällt dir. Du hast einen guten Kontakt zu den Menschen und einiges bewegt – mach weiter! Der Verstand sieht das objektiver und sagt: Du bist 49 Jahre im Dienst, 24 davon politisch als Bürgermeister und Landrat. Es reicht!“

„Dann wäre ich 71 Jahre“

Und von einer weiteren Sichtweise ist Löffler ebenfalls zutiefst überzeugt: „Es beginnt nicht 2026, sondern es endet 2032. Dann bin ich 71 Jahre alt. Der Landrats-Job hat immer 120 Prozent gefordert. Du bist digital auch im Urlaub erreichbar und oft genug von außen gesteuert. Corona war da ein gutes Beispiel.“ Löffler sagt, dass für ihn ein Wahlamt ein Vertrag mit dem Bürger ist. Er hat einige Zeit mit sich gerungen und ist am Ende zu einer Überzeugung gekommen: „Wir haben nichts auf die lange Bank geschoben, wir haben alle Chancen genutzt und alles angepackt. Wenn ich gehe, dann wird kein faules Ei im Regal liegen. Natürlich sagt man sich manchmal: Ich muss aber unbedingt noch... Bei genauem Hinsehen muss man aber nicht.“

Rückblickend hat Löffler ein gutes Gefühl: das Krankenhaus-Problem und Breitband angepackt, die Regionalwerke gegründet, massiv in Bildung investiert und einen Landkreis geführt, der nun wirtschaftlich gut dasteht. Des Landrats Fazit: „Ich treffe eine unbelastete Entscheidung.“

Derzeit kein Kronprinz

Ob sein Kreisverband das auch von sich sagen kann, steht in den Sternen. Denn der erfährt die Sache an diesem Abend erst offiziell. Gibt es einen Kronprinzen? „Nein“, sagt Löffler. „Wir werden da einen Kandidaten finden und wir werden dabei nichts irgendwie unter der Hand regeln. Die Bürger haben da nämlich ein gutes Gespür.“

Das Vorgehen wird laut Löffler an diesem Abend mit dem Kreisvorstand und den Ortsvorsitzenden der CSU festgelegt. Auf die Frage, ob er da beim Aufbau eines Nachfolgers etwas versäumt hat, sagt der Landrat: „Ich habe junge Stellvertreter ins Amt gebracht und den Nachwuchs immer gefördert. Jetzt können Kandidaten sich zeigen.“

G'sund bleim und sich net in Dinge einmischen, die einen nix angehen!

Franz Löffler über seine Vorsätze im Landrats-Ruhestand

Bezirkstagspräsident bleibt Löffler auf jeden Fall. Denn hier läuft seine Amtszeit noch bis 2028. Überraschend: Der Landrat schließt nicht aus, dass er auf der Kreistagsliste für die CSU kandidiert. Als Landrat hat er bei der letzten Wahl bei sechs Gegenkandidaten 67,5 Prozent der Stimmen geholt und 77 252 Stimmen für die Liste. Das wäre ein Pfund, von dem sich die CSU gut überlegen wird, ob sie darauf verzichten kann.

„Bis zum letzten Tag ...“

Löffler verspricht die 120 Prozent bis zum letzten Tag zu geben: „Ich werde guten Gewissens aufhören. Aber dieser Job fordert und das spüre ich jetzt auch langsam.“ Es werde Zeit für mehr Familie, Freizeit, Haus und Garten, sagt er. Sein Wahlspruch: „G’sund bleim und sich net in Dinge einmischen, die einen nix angehn!“