Steigender Goldpreis belastet Halbleiterhersteller ams Osram und Infineon in Regensburg

Von Antonia Herzinger · 16. Januar 2026 um 16:00

Gold ist zugleich eine beliebte Wertanlage und ein wichtiger Rohstoff für Produkte in der Hightechbranche. Wegen geopolitischer Spannungen steigt der Preis für das Edelmetall seit vielen Monaten und hat 2025 sämtliche Rekorde gebrochen. Das macht sich bei den Produktionskosten von Firmen wie ams Osram und Infineon bemerkbar, die in Regensburg nicht nur herstellen, sondern auch neue Produkte entwickeln. Da der Goldpreis laut Experten wohl weiterhin steigen wird, müssen die Firmen teilweise nach Alternativen suchen.

Goldpreis 2025 von 2700 auf 4500 Dollar gestiegen

Um knapp 70 Prozent schoss der Preis für Gold im vergangenen Jahr in die Höhe, von rund 2700 auf mittlerweile über 4500 US-Dollar pro Feinunze (gut 30 Gramm). Dafür gibt es mehrere Gründe: Die wechselhafte Handelspolitik der US-Regierung, Russlands Krieg gegen die Ukraine sowie die Kriege in Gaza und im Sudan verunsichern die Märkte und schwächen Volkswirtschaften weltweit. Hinzu kommt, dass sich viele Staaten unabhängig machen wollen vom US-Dollar und ihre Geldreserven in das als krisensicher geltende Gold umschichten.

Ams Osram prüft Alternativen zum Rohstoff

Beim Halbleiterhersteller ams Osram spielt das Edelmetall eine wichtige Rolle, insbesondere bei Verbindungstechnologien in der Halbleiterfertigung. „Am Standort Regensburg entwickeln und produzieren wir unter anderem LED-Technologien und Halbleiterlösungen, zum Beispiel für die Automobilindustrie“, erklärt der Unternehmenssprecher Volker Gieritz. „Die Preissteigerungen bei Gold wirken sich belastenden auf unsere Materialkosten aus.“ Die Effekte versuche das Unternehmen mit langfristigen Lieferverträgen, der richtigen Lagerplanung und Recyclingstrategien abzufedern. „Parallel arbeiten wir intensiv daran, den Goldanteil in unseren Produkten zu reduzieren und Alternativen zu prüfen“, sagt Gieritz. Bereits heute werde 80 Prozent recyceltes Gold verwendet.

Spezielle Auswirkungen auf den Standort Regensburg sind nicht bekannt

Dazu, wie sehr sich der Goldpreis und steigenden Produktionskosten wirtschaftlich auf den Standort Regensburg auswirken, macht das Unternehmen gegenüber der Mediengruppe Bayern keine genauen Angaben. Gieritz sagt lediglich: „Investitionen in Regensburg konzentrieren sich auf Effizienzsteigerungen und die Entwicklung neuer Materialien.“

Auch die Halbleiterprodukte von Infineon enthalten Gold. Dazu, ob sich der steigende Preis auf die Produktionskosten in Regensburg auswirkt, macht Sprecher Felix Sparkuhle keine Angaben. „Unser Beschaffungsteam beobachtet Entwicklungen bei Rohstoffen kontinuierlich“, heißt es im Statement gegenüber unserer Zeitung. Auch inwiefern der Goldpreis Produktion und Entwicklung am Standort Regensburg beeinflusst, verrät Sparkuhle nicht. „Der Goldpreis ist ein globaler Preis, der die gesamte Branche gleichermaßen betrifft. Er hat keine standortspezifischen Auswirkungen.“