„Ein Jahr mit großen Veränderungen“: So lief 2025 für die Halbleiter-Hersteller in Regensburg

Von Lorenz Nix · 31. Dezember 2025 um 09:00

Die Halbleiter-Hersteller Infineon und ams Osram betreiben große Werke in Regensburg. Gegenüber der Mediengruppe Bayern blicken beide Konzerne auf 2025 zurück und geben auch Auskunft darüber wie weit die Stellenabbau-Pläne in der Oberpfalz mittlerweile vorangeschritten sind.

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Ohne Halbleiter geht nichts mehr. „Chips sind mittlerweile überall drin: in Waschmaschinen, in Kaffeeautomaten, in Autos sowieso, in sämtlichen elektronischen Dingen, in allen Robotern“, sagte im Frühjahr der im Landkreis Neumarkt lebende Physiker und Sprecher des Halbleiter-Netzwerks „Bavarian Chips Alliance“, Jörg Schulze, im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Welche Rolle die Branche im Freistaat spielt, zeigt sich ganz besonders auch im Süden der Oberpfalz. Gleich zwei weltweit tätige Halbleiterkonzerne – Infineon und ams Osram – betreiben große Werke in Regensburg. Beide Unternehmen blicken auf ein herausforderndes Jahr zurück.

Insbesondere ams Osram versuchte nach einem Rekordverlust in den vorangegangenen zwölf Monaten im Jahr 2025 wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen. Für das Regensburger Werk sei es „ein Jahr mit großen Veränderungen“ gewesen, sagt Standortleiter Jörg Schäfer nun. „Wir haben wichtige Maßnahmen umgesetzt, um Regensburg zukunftsfähig aufzustellen, technisch, strukturell und organisatorisch.“ Ein besonderer Fokus habe auf der „weiteren Automatisierung sowie der Digitalisierung von Produktionsprozessen“ gelegen, so Schäfer.

Stellenabbau bei ams Osram in Regensburg abgeschlossen

Das Werk in der Oberpfalz gilt als Schlüsselstandort für das wichtige Leuchtdioden- und Lasergeschäft bei ams Osram. Im Herbst waren dort etwa 2800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Konzern tätig. Ende des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen aber einen Stellenabbau verkündet und im Frühjahr 2025 präzisiert. Von Arbeitnehmervertretern hieß es damals, 133 Jobs sollen im Regensburger Werk wegfallen. Osram selbst nannte keine Details. Auf Nachfrage erklärt Schäfer nun, der angekündigte Stellenabbau sei mittlerweile abgeschlossen. „Die betroffenen Mitarbeitenden wurden informiert.“

Noch weniger auskunftsfreudig gibt sich der zweite große Halbleiterkonzern in Regensburg, Infineon. Eine mittlere zweistellige Zahl an Beschäftigten soll am Standort wegfallen, hieß es bereits im vergangenen Jahr. Dazu, wie weit der Abbau vorangeschritten ist, hält sich das Unternehmen bedeckt. Man mache „konzernweit sehr gute Fortschritte bei der Umsetzung des Strukturverbesserungsprogramms ,Step up‘“, sagt nun eine Sprecherin. „Bei den personalbezogenen Maßnahmen arbeiten wir eng mit dem Betriebsrat zusammen.“ Im Herbst beschäftigte Infineon in Regensburg, wie auch ams Osram, rund 2800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von beiden Unternehmen hieß es in den vergangenen Monaten immer wieder, dass die Spar- und Effizienzprogramme dazu dienten, die Oberpfälzer Werke fit für die Zukunft zu machen. Infineon lobt in diesem Zusammenhang die eigenen Beschäftigten. Diese sorgten dafür, dass der Standort Regensburg einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leiste, sagt die Sprecherin. „Gleichzeitig tragen sie die notwendigen, strategischen Veränderungen am Standort mit und gestalten diese mit Blick in die Zukunft.“

2025 habe das Werk „seine Rolle als wichtiger Entwicklungs- und Innovationsstandort im globalen Produktionsnetzwerk von Infineon geschärft und ausgebaut“. So leiste man beispielsweise einen Beitrag zu Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. „In den kommenden Jahren wird die Entwicklung neuer Produkte, unter anderem im Bereich der Künstlichen Intelligenz, eine wichtige Rolle spielen“, blickt die Sprecherin voraus.

Regensburger Osram-Werkschef: „Flexibel bleiben“

Das Regensburger Osram-Werk werde auch im kommenden Jahr weiter daran arbeiten, Abläufe „effizienter und robuster“ aufzustellen, so Schäfer. Diese Chance sei durch die zunehmende Digitalisierung am Standort auch bereits 2025 genutzt worden. Das Jahr war aber auch herausfordernd: „Veränderung im laufenden Betrieb ist nie einfach“, sagt der Werkschef. Ihm zufolge wird 2026 stark davon geprägt sein, wie sich die weltwirtschaftliche Lage weiterentwickelt. „Die aktuellen Unsicherheiten erschweren verlässliche Prognosen“, sagt Schäfer. Jedes Unternehmen sei deshalb gefordert, seine Planungen regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. „Für uns vor Ort heißt das: flexibel bleiben, Effizienz weiter steigern und technologische Stärken ausbauen.“ Eine zentrale Rolle spiele dabei erneut die Digitalisierung der Prozesse.