Neujahrsempfang: Regensburger ÖDP macht Artenschutz zum Top-Thema

Die Partei hatte zu einem Kinoabend in den Andreasstadel eingeladen und zeigte den Dokumentarfilm „Vogelperspektive“. Er sollte den Zuschauenden die Schönheit der bedrohten Tiere vor Augen führen. In Zeiten des Artensterbens sei die Arbeit von Naturschutzverbänden wichtiger denn je, betonten die Redner.
Vögel sind alltägliche Begleiter – und doch ist ihre Präsenz längst keine Selbstverständlichkeit mehr. In den vergangenen sechs Jahrzehnten hat Deutschland nahezu die Hälfte seiner Vögel verloren. Die Tiere sind damit wichtige Indikatoren des Klimawandels. Ihr Rückgang macht sichtbar, wie stark ökologische Gleichgewichte bereits aus dem Lot geraten sind.
„Artenschutz ist bei der aktuellen Kommunalwahl nicht immer das Top-Thema“, sagte der Kreisvorsitzende der ÖDP, Robert Fischer, am Mittwochabend beim Neujahresempfang seiner Partei im Andreasstadel. Auch jenseits politischer Moden müsse das Thema jedoch Priorität haben. In Zeiten des Artensterbens sei die Arbeit von Naturschutzverbänden wichtiger denn je. Der Dokumentarfilm „Vogelperspektiven“, der an diesem Abend gezeigt wurde, begleitet den Biologen Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV Bayern, bei seiner Arbeit für den Schutz der Vogelwelt. Der Film blickte hinter die Kulissen der Umweltpolitik und öffnete den Zuschauenden die Augen für die Schönheit der bedrohten Tiere.
Hinter den Kulissen des LBV
Schäffer, der am Mittwochabend ebenfalls zu Gast war, blickte darauf zurück, wie der Dokumentarfilm entstand: Sein ehemaliger Mitschüler, Filmemacher Ingo Fließ, rief ihn eines Tages an und berichtete ihm von seiner Idee. Zwei Jahre lang wollte er mit der Kamera hinter die Kulissen des LBV blicken und die Arbeit des Verbands auf Schritt und Tritt verfolgen. Daraus entstanden seien mehr als 300 Stunden Filmmaterial und der etwa 100 Minuten lange Film.
Die ÖDP-Landesvorsitzende Agnes Becker spielte ebenfalls eine Rolle im Film. „Vor fast genau sieben Jahren ging das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in die heiße Phase“, erzählte sie. Innerhalb von 14 Tagen mussten mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten Bayerns in die Rathäuser gebracht werden, um ihre Unterschrift zu setzten. Am Ende unterstützten 1,8 Millionen Bürger das Begehren, das dadurch zum erfolgreichsten in der Geschichte Bayerns wurde. „Ich glaube, dieses Volksbegehren war das wichtigste Ereignis in einer ganzen Generation von Naturschützerinnen und Naturschützern und hat gezeigt, dass Veränderung möglich ist“, meinte Schäffer.

Auch Astrid Lamby, Stadträtin und Spitzenkandidatin für den Stadtrat, genoss den Kinoabend. „Es ist schön, mal nicht die Hauptrolle zu spielen und stattdessen diese wunderschönen Aufnahmen zu genießen.“ Der Film habe ihr erneut gezeigt, wofür sie ihre tägliche Stadtratsarbeit mache. „Leute, der Klimawandel und das Artensterben – das stoppt nicht.“ Auch nicht, wenn niemand mehr darüber spreche, wenn es keine Demonstrationen mehr gebe.