Wendung für Regensburger Andreasstadel: Das passiert mit Kino und Restaurant

Von Christian Eckl · 23. Juni 2024 um 15:12

Der Kunstmäzen und Unternehmer Oswald Zitzelsberger übergibt das Gebäude mit Zustimmung der Stadt an die Katholische Jugendfürsorge. Deren Direktor Michael Eibl verrät, wie es mit dem Kino und dem Italiener weitergeht.

Es sind gute Nachrichten vom Andreasstadel, der in den vergangenen Monaten leider auch für Negativschlagzeilen gesorgt hat. Sowohl das beliebte Programmkino, als auch das italienische Restaurant können bleiben. Das sagte der Direktor der Katholischen Jugendfürsorge, Michael Eibl, nachdem die KJF am Freitag überraschend per Pressemitteilung verkündet hat: Oswald Zitzelsberger zieht sich aus dem Andreasstadel zurück, die KJF übernimmt. „Ich werde jetzt am Montagabend erst einmal eine ordentliche Zeche mit Kollegen beim Italiener dort machen“, schmunzelt KJF-Direktor Eibl am Sonntag. Gegenüber der Mediengruppe Bayern betont Eibl, das nun das Thema Inklusion – also die Beteiligung von Menschen mit Behinderung – im Mittelpunkt stehen werde.

Künstler mit Behinderung

Schon länger ist bekannt, dass Zitzelsberger sich aus dem Andreasstadel zurückziehen will. Der Unternehmer, der sein Vermögen mit einer Spedition gemacht hat, sanierte unter der Ägide von Oberbürgermeister Hans Schaidinger verfallene Gebäude und schuf damit Kulturstätten. Neben dem Velodrom sanierte Zitzelsberger auch den Stadel an der Donau auf Stadtamhofer Seite. 2003 wurden zwei Verträge geschlossen, wie auch Eibl bestätigte: Zum einen ein Erbpachtvertrag auf 99 Jahre, der nun noch 75 Jahre Restlaufzeit hat. Zum anderen gibt es einen Vertrag über die Nutzung für einen kulturellen Zweck. „Wir haben beide Verträge übernommen und diese allerdings noch nachjustiert.“

Die KJF verwalte beispielsweise den Nachlass des Künstlers Kurt Sennebogen, der im Alter von 70 Jahren verstarb und eine Behinderung hatte. Neben dem Kino und dem Restaurant sollen auch die Ateliers bleiben. „Wir haben uns auf ein Kuratorium geeinigt“, sagte Eibl. Wichtig sei ihm, dass nachvollziehbare Kriterien gelten für die Belegung der Ateliers. Neben einem Vertreter der KJF und der Kulturstiftung Zitzelsbergers werde auch ein Kunstverband vertreten sein und eine Künstlerin oder ein Künstler, die über die Belegung der Ateliers gemeinsam bestimmen. Die Mieteinnahmen aus Restaurant und Kino sollen dafür verwendet werden, die Instandhaltung des Gebäudes zu gewährleisten.

„Ich bin begeistert von beiden: Sowohl das Restaurant ist eine Bereicherung für Regensburg, als auch das Programmkino“, so Eibl. Er werde bei beiden aber anregen, dass künftig auch Menschen mit Behinderung als Mitarbeiter angestellt werden. Die KJF ist auch in der Arbeitgeberberatung für Menschen tätig, die es auf dem Arbeitsmarkt aufgrund einer Behinderung schwer haben. Durch die Übernahme des Andreasstadels können sich auch für diese Menschen neue Chancen auftun.

Die Formalien für die Übernahme sind ebenfalls aus dem Weg geräumt. Im Stadtrat hatte das Thema in den vergangenen Monaten für Debatten gesorgt. Für Aufsehen sorgte auch, dass die Akademie für Gestaltung, die sich in dem Gebäude fast 20 Jahre befand, aus den Räumen ausziehen musste. Eine Klage dagegen scheiterte. Gegen die Übernahme des Andreasstadels durch die KJF sprach allerdings nichts: Der Stadtrat genehmigte diese als Eigentümer des Gebäudes.

Höhe der Spende unklar

Geklärt werden muss nun noch, wie viel dieser „Deal“ im Kulturbereich wert ist. Denn Zitzelsberger hat, das betont Eibl im Gespräch, selbst viel Geld in die Sanierung des Gebäudes gesteckt. „Das hätten wir so nicht gekonnt, das ist toll, was Herr Zitzelsberger da geleistet hat“, lobt dann auch Eibl. Aber weil natürlich alles seine Richtigkeit haben muss, werde derzeit geprüft, wie hoch die Spendenquittung ausfällt, die von der KJF an Zitzelsberger ausgestellt wird. „Der Betrag wird erheblich sein“, sagt Eibl. Aber so einen Fall habe das Finanzamt Regensburg eben auch noch nicht gehabt.

Bei der Vertragsunterzeichnung: Michael Eibl und Oswald Zitzelsberger Foto: Christine Allgeyer
Der Andreasstadel wurde von Oswald Zitzelsberger Anfang der 2000er Jahre saniert. Foto: Eckl