2027 sollen am Walhalla-Bahnhof in Regensburg wieder Züge halten

Von Juliana Ried · 14. Januar 2026 um 05:00

Ab Ende 2027 sollen im Regensburger Stadtnorden wieder Personenzüge halten: Mehr als 40 Jahre seit der Aufgabe des Bahnhofs Walhallastraße soll er als Haltepunkt reaktiviert werden, das wird in Kürze mit einem Realisierungs- und Finanzierungsvertrag zwischen Stadt und Deutscher Bahn besiegelt. Dem stimmte am Dienstagabend der Planungsausschuss des Stadtrats einhellig zu.

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Damit rückt die Umsetzung der seit vielen Jahren laufenden Planung zur Wiederbelebung der Haltestelle an der Strecke Regensburg-Weiden einen großen Schritt näher. Der Zeitplan steht seit 2023, jetzt soll er wie vorgesehen umgesetzt werden: Baubeginn soll Anfang 2027 sein, Ende 2027 Inbetriebnahme und ein Jahr später soll auch das Umfeld fertiggestellt sein. Wie von der Stadt gewünscht soll der Haltepunkt die Gebiete westlich der Station – dort liegt der Gewerbepark – und östlich davon verbinden, über Rampen, Treppen und einen Fahrstuhl.

Gewerbepark-Chef: „Hervorragende Möglichkeit“

Gewerbepark-Geschäftsführer Roland Seehofer, der sich seit mehr als 20 Jahren für den Haltepunkt einsetzt, zeigte sich am Dienstag vor der Ausschusssitzung erfreut, dass das Projekt „jetzt endlich zu einem Abschluss kommt“. Die neue Haltestelle sei eine „hervorragende Möglichkeit, sehr schnell, staufrei und ökologisch“ in den Stadtnorden zu kommen, aber gerade angesichts anstehender Verkehrs-Großprojekte wie der Sanierung des Pfaffensteiner Tunnels auch für Stadt und Region „sehr positiv“. So lasse sich dann von Schwandorf aus der Gewerbepark wohl in maximal 25 Minuten erreichen. Insgesamt arbeiten laut Seehofer mehr als 6000 Menschen in den gut 300 Firmen und Praxen dort, bis zu 15 000 Menschen besuchen ihn täglich. Seehofer betont aber auch, wie wichtig eine gute Anbindung des Haltepunkts an den Busverkehr von städtischer Seite wäre. „Es würde sich eine Chance eröffnen, eine Mobilitätsdrehscheibe für den Osten und den Norden zu realisieren.“

Auf eine gute Nahverkehrsanbindung pocht auch Herbert Schmid, Vorsitzender der Siedler- und Eigenheimervereinigung Regensburg, deren 820 Mitglieder schwerpunktmäßig in der Konradsiedlung leben. Sei die gegeben, sei es eine „super Sache“, wenn Fahrgäste aus dem Stadtnorden direkt Richtung Schwandorf oder auch München reisen können. Wer aus den Wohngebieten im Norden ins Stadtzentrum wolle, nehme wohl eher den Bus. Ein positiver Nebeneffekt ist seiner Ansicht nach die Vergrößerung der Eisenbahnunterführung Donaustaufer Straße. Das sei „dringend notwendig“ für die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern.

Bahnunterführung Donaustaufer Straße wird doppelt so groß

Dass die Unterführung doppelt so groß werden soll, nannte im Planungsausschuss SPD-Stadtrat Klaus Rappert „richtig gut“. Die Kosten dafür trägt die Stadt, circa zehn Millionen Euro hat sie eingeplant. Rappert erinnerte auch daran, dass er sich schon 2011 nach dem Bahnhaltepunkt erkundigt hatte, damals sei von einer Umsetzung bis 2016 die Rede gewesen. „Es ist unglaublich. Wir kommen zu einer Realisierungsvereinbarung“, jubelte er. Es sei „der Wahnsinn“, dass das „Schlüsselprojekt für die Verkehrspolitik“ 2027 kommen solle; die Stadträte sind bei Bahn-Projekten lange Vorläufe gewohnt. CSU-Stadtrat Josef Zimmermann sagte: „Besser spät als nie. Zeit wird’s, dass wir es jetzt endlich mal auf den Weg bringen.“ Michael Achmann-Denkler (Grüne) gab der Verwaltung noch mit, „frühestmöglich das Thema Radabstellanlage mitzudenken“.

Die soll kommen, ebenso sind Kurzzeitparkplätze und prinzipiell auch Park-and-Ride-Plätze vorgesehen. Noch seien die angrenzenden Flächen aber bahnrechtlich noch nicht „entwidmet“ worden, sagte Planungsamtschefin Tanja Flemmig. Auf der Westseite sei der Stadt aber eine Gestattung in Aussicht gestellt worden. Das Grundstück im Osten gehöre der Stadt, dort solle aber erst einmal die Baustelleneinrichtung Platz finden, bevor sie dort tätig werden kann. Auch dann muss sie sich ohne Entwidmung auf Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Bahnbetrieb beschränken. Die geplante Ansiedlung von Gewerbe wäre in diesem Fall nicht möglich.

Das ist geplant

An Gleis 1: Der Zugang zum westlichen Bahnsteig auf Höhe des alten Bahnhofsgebäudes am Gleis 1 soll von der Wegverbindung Bei der Anhalt zwischen Donaustaufer Straße und dem Harthofer Weg über eine barrierefreie und wettergeschützte Rampenanlage und eine Treppe realisiert werden.

An Gleis 2: Der östlich gelegene Bahnsteig am Gleis 2 wird über eine barrierefreie Unterführung und eine Treppenanlage mit Fahrstuhl erschlossen.

Darüber hinaus: Um den östlichen und aktuell noch brachliegenden Gebietsteil neben dem Bahnhaltepunkt barrierefrei erreichen zu können, ist eine Verlängerung der Unterführung notwendig. Die Planung sieht auf Wunsch der Stadt auch eine Verbreiterung von 2,50 auf fünf Meter vor. Der Zugang zu dem östlichen Areal erfolgt über eine barrierefreie und wettergeschützte Rampenanlage. Zusätzlich wird ein Treppenbauwerk errichtet.