In Treffelstein tritt kein Bürgermeister an, beim Nachbarn Tiefenbach gleich drei

Am Donnerstagabend um 18 Uhr lief die Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen ab. Wir haben am Freitag bei den Wahlleitern für Waldmünchen, Tiefenbach, Treffelstein und Schönthal nachgefragt, welche Personen sich um das jeweilige Bürgermeisteramt und welche Parteien und Gruppierungen sich um Plätze in den Gemeinderäten bewerben.
■ Treffelstein: Die größte Überraschung hat hier wohl Treffelstein zu bieten. Hier hat sich bislang kein Kandidat für das Bürgermeisteramt beworben, teilt der zuständige Wahlleiter, Alfred Müller von der Verwaltungsgemeinschaft mit. Bei den Listen treten wie bisher die CSU/Freie Wähler, die Wählergruppe Eintracht, die Wählergruppe Gemeinschaft und die Freie Wählgemeinschaft Biberbach an.
Wenn sich kein Bürgermeister findet, wird die Frist zur Aufstellung eines Kandidaten um eine Woche bis zum 15. Januar verlängert. Findet sich gar kein Interessent, dann kann der Bürger auf dem Wahlzettel selbst die von ihm gewünschte Person eintragen. (Weitere Informationen zu dem rechtlichen Vorgehen siehe auch im Info-Stück).
Enttäuscht, aber immer noch hoffnungsvoll äußerte sich der noch amtierende Bürgermeister Helmut Heumann über den oder die fehlende Kandidaten bzw. Kandidatin. „Schade, aber ich hoffe, wenn es zur Urwahl kommen sollte, dass sich dann einer bereit erklärt!“ Er verweist auf den Nachbarort Weiding im Landkreis Schwandorf. Dort sei der Bürgermeister auch schon über eine Urwahl, also ohne Wahlvorschlag, gewählt worden. Heumann sagt, nach 18 Jahren als Bürgermeister und mit einem Alter von demnächst 67 Jahren sei es „nicht einfach und nicht angenehm“, ohne Nachfolger da zu stehen. Er sage es den Leute immer wieder: „Noch nie war es so einfach, Bürgermeister in Treffelstein zu werden!“ Man müsse sich nur aufstellen lassen. Dennoch sei es schwierig, Kandidaten zu finden. Entsprechende Leute habe es gegeben, aber die seien meist auch beruflich stark engagiert. Heumann: „Gute Leute haben gute Positionen.“
■ Tiefenbach: Sorge um fehlende Bürgermeisterkandidaten muss man sich in Tiefenbach nicht machen. Dort bewerben sich laut Wahlleiter Johann Braun gleich drei Kandidaten um das Bürgermeisteramt. Einmal Martin Holler (CSU), Benjamin Hunger (FW) und Franz Albang (AfD). Dabei hatte Albang seine Bewerbung noch am Donnerstag eingereicht.
Um die Gemeinderatssitze bewerben sich in Tiefenbach sieben Parteien/Gruppierungen. „Das sind historisch viel“, sagte Braun. Bewerberlisten haben die CSU, die AfD, die Christliche Freie Wählergemeinschaft (CFW), die Wählergemeinschaft Schönau (WGS), die ÖDP, die Wählergemeinschaft Katzelsried/Stein/Grubhof (WG KSG) und die Wählergemeinschaft Hannesried (WGH) eingereicht. Die Hannesrieder Wählergemeinschaft benötigt noch Unterstützer-Unterschriften, die bis zum 19. Januar abgegeben werden können.

■ Waldmünchen: Das Überraschendste an den eingereichten Kandidatenlisten ist das Fehlen einer Liste. Allgemein war erwartet worden, dass die AfD eine eigene Stadtratsliste und sogar einen Bürgermeisterkandidaten stellen wird. Das ist aber nicht der Fall.
Dass die CSU zu dieser Wahl keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen wird, ist ja schon länger bekannt. Somit konnte Wahlleiter Michael Graßl bekannt geben, dass es zwei Kandidaturen für das Bürgermeisteramt gibt, nämlich Wolfgang Kürzinger (FW) und Sandra Wittmann (SPD).
Es treten neun Parteien und Gruppierungen zur Stadtratswahl an. Das sind genauso viele wie bei der letzten Stadtratswahl. Die Reihenfolge der Wahlvorschläge richtet sich dabei nach dem Ergebnis der letzten Landtagswahl. Eine Waldmünchner Besonderheit ist allerdings, dass keine der drei Gruppierungen der Freien Wähler als identisch mit der Partei der Freien Wähler auf Bayernebene gilt. Damit rücken sie hinter die Parteien. Bei den Gruppierungen richtet sich die Reihenfolge nach dem Ergebnis der letzten Stadtratswahl. Folgende Parteien und Gruppierungen treten an: CSU, Grüne, SPD, Freie Wählergemeinschaft Waldmünchen (FWG), Wählerunion Waldmünchen Land (WUL), Parteifreie Wählerschaft Land (PWL), Wählergemeinschaft Waldmünchen Land (WWL), Junge Wähler Waldmünchen (JW) und die Liste junge Waldmünchner (LjW).
Schönthal: Mit einer Partei mehr und mit einem Bürgermeisterkandidaten hat sich der Schönthaler Wahlleiter Armin Besinger bei der Kommunalwahl zu beschäftigten. Der Bürgermeisterkandidat ist Stephan Thomas. Er tritt für die CSU an.
Allerdings gibt es in Schönthal eine Besonderheit. Bisher gab es im Gemeinderat nur Gruppierungen ohne direkte Parteizugehörigkeit. Das könnte sich am 8. März ändern, denn mit der AfD wird eine Partei antreten. Aus diesen Grund wird sie in den Wahlvorschlägen auch zuerst genannt. Auch zur Wahl treten die Freie Wählerschaft Schönthal, die Freien Wähler - Hiltersrieder Gruppe, die Freie Wählergemeinschaft Döfering und der Wählerblock Flischbach-Öd an.