Franz Albang bewirbt sich für AfD als Bürgermeister in Tiefenbach

Von Martin Hladik · 9. Januar 2026 um 11:00

Die Nominierung von Gemeinderats- und Bürgermeisterkandidaten der AfD in Tiefenbach war gleich in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Da war einmal der Veranstaltungsort: Nicht in Tiefenbach, sondern laut Google Maps rund 50 Straßenkilometer entfernt in Schwandorf fand die Aufstellungsversammlung statt. Zudem war es der beinahe letztmögliche Termin für eine Nominierung: am Vorabend des Endes des Abgabefrist.

Vor diesem Hintergrund ist vermutlich das bei der Veranstaltung an mehreren Stellen deutlich hörbare Bemühen zu verstehen, ja keinen Fehler zu machen, der die Aufstellung der Wahlliste im nachhinein verhindern könnte. So zog sich die Nominierungsveranstaltung in der Gaststätte „Zum Turner“ in Schwandorf vom nominellen Beginn um 19.30 bis kurz vor 22.30 Uhr. Dafür hat die AfD jetzt fünf Kandidaten für den Gemeinderat in Tiefenbach, von denen drei anwesend waren. Bürgermeisterkandidat ist der 48-jährige Landwirt Franz Albang.

Nicht-Tiefenbacher gehen

Der Absicht, möglichst keinen Fehler im Wahlverfahren zu machen, ist ein sehr ungewöhnliches Vorgehen bei der Wahlversammlung zuzuschreiben: Weil man Gewissheit haben wollte, dass nur Tiefenbacher bei der Aufstellung der Kandidaten mitwählen, forderte der Bundestagsabgeordnete Reinhard Mixl anfangs der Versammlung alle Nicht-Tiefenbacher auf, den Raum zu verlassen. Das reduzierte die Zahl der Anwesenden von etwas über 40 auf 31 zunächst Stimmberechtigte, die sich alle als Tiefenbacher beim Versammlungsleiter Thomas Deutscher ausweisen mussten.

Dieser Regelung fiel auch die Landratskandidatin Christl Fischer zum Opfer, die den Saal verließ und sich kurz nach 21 Uhr mit einem Blick durch die Tür verabschiedete. Von Mixl wurde auch der Reporter als Nicht-Tiefenbacher aufgefordert, den Raum zu verlassen. Nach kurzer Gegenrede, stimmte die Versammlung aber mehrheitlich für den Verbleib des Reporters.

Kurz bevor es zu der in vielen Partien üblichen Blockabstimmung über eine Nominierungsliste für den Gemeinderat kam, machte Protokollführer Stefan Eiber, ein Waldmünchner, der sich im Vorfeld um die Organisation der Wahlveranstaltung gekümmert hat, auf ein Problem aufmerksam. Es könnten der Liste keine Tiefenbacher zustimmen, die schon bei einer anderen Nominierungsveranstaltung ihrer Gemeinde einer anderen Liste zugestimmt hätten. Darauf verließen sechs weitere Personen den Saal und die Zahl der Stimmberechtigten reduzierte sich laut Deutscher auf 25.

Vor der Abstimmung stellten sich die Kandidaten kurz vor, wobei nur der Listenführer und spätere Bürgermeisterkandidat Franz Albang sich ausführlicher äußerte. Der 48-jährige verheiratete Landwirt mit zwei Töchtern sagte, dass er sich bisher im Vereinsleben in Tiefenbach engagiert habe. Er danke allen Versammlungsteilnehmern, dass sie die Fahrt bis nach Schwandorf und das Procedere einer Wahlversammlung auf sich genommen hätten. Er wolle künftig für Tiefenbach Verantwortung übernehmen, sagte Albang. Wichtig sei ihm , die lokale Wirtschaft zu unterstützen und zu stärken, damit „Familien und junge Leute“ in der Region bleiben können. Um die kommunalen Finanzen aufzubessern, sollten PV- und Biogasanlagen über einen Verband oder eine Genossenschaft gemeindlich verankert werden.

Zur Vollständigkeit sei auch ein darauf folgendes kurzes Zwiegespräch mit Mixl erwähnt. Albang machte den Scherz, leerstehende Schulen in den Gemeinden doch als Förderstätten für Abgeordnete ohne Berufsausbildung zu nutzen. Darauf entgegnete Mixl, da sei Albang wohl in der falschen Versammlung. Solche Wünsche wären bei den Grünen besser aufgehoben.

Als weiteren Kandidaten für den Gemeinderat stellte Albang den 2004 geborenen Felix Hiob vor, der selbst nicht anwesend war. Hiob arbeite nach dem Abitur als Zimmerer.

Ohne größere Ausführungen stellten sich Martin Forster (40) und Josef Beier (70) vor. Die fünfte Kandidatin Jennifer Knobloch (35) war nicht anwesend. Die Kandidaten wurden en Block mit vier Enthaltungen gewählt.

Albang einziger Kandidat

Deutlich schneller als die Aufstellung der Gemeinderatskandidaten ging die Aufstellung des Bürgermeisterkandidaten. Hier trat als einziger Kandidat Franz Albang an. Er wurde bei fünf Gegenstimmen gewählt. Albang bedankte sich für das Vertrauen und das gute Ergebnis.