Rötzer Fasenacht bekommt ihre eigene Hymne –Sicherheitskonzept mit viel Aufwand verbunden

Die Vorbereitungen für die Althistorische Rötzer Fasenacht 2026 laufen auf Hochtouren. Immerhin fällt der Faschingsdienstag wie schon 2024 auf einen relativ frühen Termin, 2026 ist es der 17. Februar. Nicht einmal sechs Wochen sind es noch, bis wieder Faschingsverrückte aus nah und fern nach Rötz pilgern werden.
Fasenachts-Präsident Frank Gazinski informierte am Montagabend bei der ersten öffentlichen Fasenachtsversammlung für alle Interessierten im Gasthaus Kellner/Weigl über den Stand der Vorbereitungen und stellte das Programm vor. Bevor er die Gäste, darunter Ehrenpräsident Herbert Kestler, begrüßte, gab es zum Einstieg in die Besprechung eine Premiere: Aus den Boxen schallte die offizielle Hymne auf die Rötzer Fasenacht.
Mitsingen jetzt schon üben
Ja, richtig gehört und gelesen: Bereits zum Jahreswechsel hatte der Fasenachts-Präsident die Neuigkeit verkündet, damit das Partylied schon an Silvester erklingen konnte und außerdem genügend Zeit zum Üben bleibt bis Faschingsdienstag. Über einen Countdown in den sozialen Medien wurde die Spannung bis zur Veröffentlichung gesteigert.
„Oh Rötzer Fasenacht“ ist ein eingängiger, gut drei Minuten langer Ohrwurm, der sich schon in der ersten Woche seinen Weg in die Gehörgänge von 11 500 Menschen gebahnt hat – so viele haben ihn nämlich bis jetzt auf Facebook, Instagram, YouTube und SoundCloud aufgerufen, berichtet Gazinski.
Die Idee zur Hymne ist bereits bei der letzten Fasenacht vor zwei Jahren geboren worden. Damals sind auch die Videos entstanden, mit denen seine Tochter Franzi Heilingbrunner den Song unterlegt hat. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) habe er nun die Möglichkeit gehabt, seine Idee – die übrigens auch für seine Komitee-Kollegen eine Überraschung war – umzusetzen, und die Hymne komme bei allen richtig gut an, so der Fasenachts-Präsident. Auch sonst war man nicht untätig: Es seien bereits viele Gespräche bezüglich der Organisation geführt worden, darunter Sicherheitsbesprechungen mit Polizei, Feuerwehr und Malteser Hilfsdienst, berichtet Gazinski. Seit der letzten Fasenacht vor zwei Jahren habe die Lage sich geändert, das Thema habe sich verschärft. Mit dem bewährten Sicherheitskonzept sei man bis jetzt immer gut gefahren, doch dieses Jahr müsse man noch aktiver werden.
Die entsprechenden Anträge seien gestellt, doch das Konzept liege in der Eigenverantwortung der Organisatoren. Es gebe ein paar neuralgische Punkte, mit denen man sich im Speziellen auseinandersetzen müsse, um die Sicherheit für Teilnehmer und Zuschauer zu gewährleisten.
Die Verträge mit den Musikgruppen seien bereits geschlossen, Plakate und Flyer gedruckt und die Garde fleißig am Trainieren. Die Zeitungsschreiber haben schon die Inserate für die Faschingszeitung gesammelt und sind jetzt dabei, die Geschichten für die Ausspielstücke zu schreiben. Auch das Auswurfmaterial ist organisiert.
Bemerkbar mache sich, so Gazinski, die massive Teuerung, beispielsweise bei Bühne, Technik oder Versicherungen. Gerade vor diesem Hintergrund sei das ehrenamtliche Engagement aller, die sich am Gelingen der Fasenacht beteiligen, gar nicht hoch genug einzuschätzen, wie dem Komitee „Immer dieselben“ und der Zeitungsschreiber, aber auch der Feuerwehr und des MHD. „Ansonsten wäre das alles nicht zu stemmen“, bedankte Gazinski sich bei den ehrenamtlich Engagierten.
Am Faschingsdienstag setzt man auf das bewährte Programm: Ab 9 Uhr morgens wird die Faschingszeitung verkauft, ab Mittag gibt es auf dem Marktplatz Essen, Trinken und Musik und um 13.15 Uhr gibt der Spielmannszug „Grenzfähnlein“ aus Furth im Wald ein Standkonzert. Das Highlight folgt um 14 Uhr mit dem großen Faschingszug durch die Stadt. Im Anschluss hat die Rötzer Faschingsgarde ihren Auftritt und beim Ausspielen auf der Bühne und in den Wirtshäusern werden die Lachmuskeln der Zuschauer strapaziert.
Der Kehraus im Fürstenkasten beginnt ab 17 Uhr mit Partymusik der neuen Band Cooltis. Auf dem Marktplatz wird bei der großen Faschingsparty mit DJ gefeiert, bis um 20 Uhr dort Ruhe einkehren soll. In den Wirtshäusern und im Fürstenkasten geht es danach mit dem Faschingstreiben aber wie immer noch weiter.
Vielversprechend klingen bereits jetzt die Anmeldungen für den Faschingszug, verrät Gazinski. Die Rötzer Fasenacht ist seit jeher für ihre qualitativ hochwertigen Motto-Wagen bekannt. Reine Party-Wagen und solche mit offensichtlicher Werbung für Firmen und dergleichen soll es auch diesmal nicht geben. Bislang sind sage und schreibe schon 35 Gruppen mit vielen guten Ideen angemeldet, und der Fasenachts-Präsident ist optimistisch, dass es wie 2024 letztlich wieder 51 werden. Anmeldungen für den Faschingszug sind weiterhin über die Homepage der Fasenacht möglich.
Man bleibe bei der beim letzten Mal eingeführten Größen- und Leistungsbeschränkung der Fahrzeuge: Traktoren dürfen nur bis 110 PS teilnehmen, Lastwagen gar nicht.
Zeitung geht bald in Druck
Den Verkauf der Faschingszeitung übernehmen wie immer die „Zädungsdandler“. Wer Interesse hat, diese zu unterstützen, kann sich telefonisch oder per WhatsApp beim Faschingspräsidenten melden.
Und noch knapp zwei Wochen kann jeder, der Verfehlungen oder lustige Geschichten für die Faschingszeitung zu berichten weiß, sich bei den Zeitungsschreibern melden, dann ist Redaktionsschluss, da die Faschingszeitung bald in Druck geht.
Organisatorisch ist noch zu erwähnen, dass es wesentlich mehr mobile Toiletten geben wird. So friedlich bei der letzten Fasenacht gefeiert wurde, ein einzelnes Ärgernis war gewesen, dass Unbekannte den Toilettencontainer neben dem Marktplatz sabotiert hatten, wodurch es immer wieder zu Problemen gekommen war.