Grüne in Furth im Wald stellen Stadtratsliste auf und nominieren Bürgermeister

Bis zum Ende der Wahlversammlung am Dienstagabend im Café KuL hatte sich Stefan Zeller die Mitteilung aufgehoben, die aufhorchen lässt: Er wird am 8. März als Bürgermeisterkandidat der Grünen ins Rennen gehen. Ihm zur Seite steht eine bunte Truppe engagierter Kandidaten, die mit Grüner Politik Furth im Wald nach vorne bringen wollen.
Mit der Ankündigung ist auch klar, der amtierende Bürgermeister Sandro Bauer (CSU) hat bei der Kommunalwahl einen zweiten Gegenkandidaten hat. Bereits im Dezember hatte Günter Stelzer (CFW) angekündigt, ins Rennen zu gehen.
Drei Kandidaten im Rennen
Während sich Letzterer im Gespräch mit unserer Zeitung kaum Chancen ausgerechnet hat, aber sagte, er wolle, dass der Wähler eine Wahl hat, geht Zeller durchaus zuversichtlich ins Rennen: „Ich will Bürgermeister werden und traue es mir zu“, rief er den zahlreichen Interessierten, die ins KuL gekommen waren, am Ende der Versammlung zu.
In seiner Antrittsrede führte er aus, wie er das Amt ausfüllen möchte. Politik erklären, offene Kommunikation mit den Bürgern und Transparenz stehen auf seiner Agenda. Aufgrund der angespannten Haushaltslage sei der Handlungsspielraum in den kommenden sechs Jahren eingeengt. Im Fall seiner Wahl möchte er sich „ganz viel mit den kommunalen Pflichtaufgaben beschäftigen.“ Er will seriös arbeiten, keine großen Wahlversprechen abgeben und abwarten, wie sich die Wirtschaft entwickelt. In den vergangenen Jahren haben man mit Gewerbesteuereinnahmen Glück gehabt, weil die höher als erwartet ausgefallen waren. Davon sei derzeit nicht unbedingt auszugehen. Deshalb stehe Wirtschaftspolitik ganz oben auf der Liste. Innerstädtische Grundstücke wie das ehemalige Betriebsgelände der Flabeg oder der Güterbahnhof müssten für Gewerbeansiedelungen statt der sogenannten grünen Wiese bevorzugt werden. Dadurch gewonnene Gewerbesteuer schaffe auch wieder mehr Handlungsspielraum. Grundsätzlich müssten alle Investitionen geprüft werden, „ob sie uns für die Zukunft etwas bringen.“ Weitere Punkte seiner „verantwortungsvollen“ Zukunftspolitik: Hochwasserschutz und offene Jugendarbeit. Er begrüßt die mannigfaltigen Angebote der Vereine, es gebe aber auch Jugendliche, die sich nicht auf diese Art engagieren wollen. Auch der Stadtplatz liegt ihm am Herzen. Noch funktioniere er, aber man müsse sich über Leerstandsmanagement Gedanken machen.

Letztlich sei es immer wichtig, offen zu kommunizieren, was geht und was nicht. Dafür sieht er sich qualifiziert: „Ich kann Ja sagen und ich kann Nein sagen.“ Die Bürger sollen von der Stadtratsarbeit in Zukunft besser mitgenommen werden. Dazu gehöre zum Beispiel Sitzungsprotokolle im Internet zur Verfügung zu stellen. Er findet auch, dass der Stadtrat mehr Transparenz braucht. Stefan Zeller wurde von den anwesenden Wahlberechtigten einstimmig als Bürgermeisterkandidat bestimmt.
Vielfältige Themen
Vor der Wahl der Kandidaten, die sich auf der Liste Bündnis 90 / Die Grünen für die Kommunalwahl zur Verfügung stellen, hatte jeder die Möglichkeit, sich kurz vorzustellen. Tierschutz, energetische Weiterentwicklung der Stadt, soziale Themen, Klimaanpassung an Hitzesommer und Starkregenereignisse, die Förderung einer offenen Gesellschaft, Umgang mit natürliche Ressourcen, Erhaltung von Lebensräumen auch für den Menschen und viele weitere kommunalpolitisch und überregional wichtige Themen wollen die Kandidaten anpacken.
Auf Listenplatz 1 steht diesmal Marina Schmid. Die weiteren Namen in der Reihenfolge ihrer Nominierung: Stefan Zeller, Julia Bertsch, Simon Löffelmann, Manuela Kerscher, Dr. Martina Löffelmann, Tanja Federl, Thore Zuber, Julia Wallner, Sandro Christoph, Daniela Skalla, Dr. Gottlieb Meixelsperger, Michaela Loistl, Tobias Jakobi, Anne Aschenbrenner, Dieter Spieler, Nathalie Wäger, Christian Luger, Michaela Brückner-Spieler und Christian Dreher. Als Ersatzkandidat wurde Bernhard Loistl gewählt.