Bäckerei-Brand in Waldmünchen beschäftigt Feuerwehren noch dreimal – Inhaber spricht

Von Mittelbayerische Zeitung · 7. Januar 2026 um 09:57

Heilig Drei König war definitiv kein Feiertag – weder für Brandleider Christian Philipps mit seiner Familie noch für die eingesetzten zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. Der nächtliche Brand im Bäckerei-Gebäude in Waldmünchen im Landkreis Cham beschäftigte alle den ganzen Feiertag über. Die Einsatzkräfte wurden noch dreimal erneut alarmiert, weil immer wieder Flammen im Inneren des Gebäudes gesehen wurden. Das Gebäude selbst kann wegen der Einsturzgefahr nicht betreten werden.

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Sowohl hinter Christian Philipps als auch hinter den Einsatzkräften liegen nervenaufreibende und kräftezehrende Stunden. Was in der Nacht auf Heilig Drei König begann, dauert noch immer an. Und die Bilder werden allen Beteiligten, aber auch den Waldmünchnern, wohl dauerhaft in Erinnerung bleiben.

Als um 3.30 Uhr der Piepser schrillte bzw. die Sirene heulte, hatte der Brand bereits den Dachstuhl des Bäckerei-Gebäudes erfasst. Die Einsatzkräfte konnten schon von weitem den Feuerschein mitten in der Innenstadt sehen, der die Stadtsilhouette erhellte und der KBM Andreas Bierl sofort dazu veranlasste, eine Erhöhung der Alarmstufe bei der Leistelle Regensburg zu erwirken.

Noch mehrmals musste die FFW Waldmünchen mit der Drehleiter Nachlöscharbeiten organisieren. - Foto: Benjamin Schlegl
Lichterloh stand die Bäckerei in Flammen. - Foto: Benjamin Schlegl
Auch Christian Philipps gab Interviews und dankte den Einsatzkräften - Foto: Benjamin Schlegl
Angrenzende Gebäude sind dank des Einsatzes der Feuerwehr nicht beschädigt worden. - Foto: Benjamin Schlegl
Hunderte Feuerwehrleute taten ihr Bestes, um den Brand zu löschen. - Foto: Benjamin Schlegl
Das Löschwasser gefror bei den Temperaturen von gut -15 Grad selbst an der Einsatzkleidung. - Foto: Benjamin Schlegl
In der Berufsschule Waldmünchen konnten sich die Einsatzkräfte aufwärmen. - Foto: Benjamin Schlegl
Die Flammen waren weithin sichtbar. - Foto: Benjamin Schlegl
Die Einsatzkräfte waren gefordert. - Foto: Benjamin Schlegl
Die Bewohner konnten gerettet werden, die angrenzenden Gebäude geschützt. - Foto: Benjamin Schlegl
Auch die Drehleiter kommt zum Einsatz. - Foto: Benjamin Schlegl
Ohne die Unterstützungsgruppe für die Einsatzleitung wäre vieles schwieriger gewesen. - Foto: Benjamin Schlegl
Das Gebäude in Brand rund 20 Minuten nach Eintreffen der Einsatzkräfte. - Foto: Benjamin Schlegl

Damit rückten letztlich rund 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst zum Brandobjekt an. Und das war auch bitter nötig, denn die komplexe Lage des Gebäudes und die Temperaturen von bis zu -17 Grad forderten die Einsatzkräfte. Der Brandeinsatz konnte zunächst am späten Vormittag des Feiertages beendet werden.

Schon gegen Mittag aber löste die Leistelle Regensburg erneut Alarm aus, da wieder Flammen im Brandobjekt bemerkt wurden. Dies wiederholte sich sodann um 21.12 Uhr und um 0.35 Uhr des Folgetages. Bei letzterer Alarmierung wurden neben der FFW Waldmünchen noch einmal die Feuerwehren aus Ulrichsgrün, Prosdorf, Hocha und Geigant hinzugezogen, kamen dann jedoch nicht mehr zum Einsatz.

Wasserrohrbruch in der Böhmerstraße verlangte der Feuerwehr zusätzlich noch viel ab

Die Drehleiter der FFW Waldmünchen wurde aber bei allen drei Nachalarmierungen in Position gebracht, um von oben erneut zu löschen, teilweise unter dem massiven Einsatz von Schaummittel. Ein vollständiges Ablöschen war aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich, auch weil das Gebäude nicht betreten werden konnte. Die Feuerwehren Waldmünchen und Hocha hatten indes am Nachmittag noch einen weiteren schwierigen Einsatz abzuarbeiten: In der Böhmerstraße kam es während des Brandeinsatzes zu einem Rohrbruch der Hauptwasserleitung, das Wasser unterspülte teilweise die Straße und setzte den Keller eines angrenzenden Hauses unter Wasser. Hier waren die Einsatzkräfte ebenfalls längere Zeit gefordert.

Als am späten Nachmittag in der Feuerwache Waldmünchen das gröbste der nächtlichen Materialschacht beseitigt worden war und viele der Einsatzkräfte damit rund 14 Stunden im Einsatz waren, gab es noch eine Brotzeit im Florianstüberl, die Anstrengungen waren aber definitiv allen anzumerken. Aber die angrenzenden Gebäude konnten geschützt werden, obwohl es eine enorme Hitzeentwicklung gab. Glücklicherweise wurden keine Menschen verletzt. Viele Waldmünchner waren vom nächtlichen Feuer und den Sirenen aufgeschreckt und wollten sich daher am Nachmittag ein Bild von dem Brandobjekt machen. Die Anteilnahme war jedenfalls groß, was zahlreiche Gespräche auf der Straße zeigten.

Brandleider Christian Philipps reagiert gefasst auf den zweiten Brand innerhalb von wenigen Monaten

Brandleider Christian Philipps war angesichts des erneuten Brandes nach nur sechs Monaten und angesichts des enormen Schadens gefasst. Das Wichtigste sei, dass seine Eltern sowie weitere Bewohner dem Feuerinferno noch entkommen konnten. Er habe bereits viel Zuspruch und viele Hilfsangebote erhalten. Auch Bürgermeister Markus Ackermann sicherte städtische Unterstützung zu, wenn es um die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten gehen sollte.

Und Christian Philipps war den vielen Einsatzkräften dankbar, dass sie alles gegeben hätten. In Erinnerung wird ihm und den Einsatzkräften auch eine Brandschutztüre bleiben, welche sich direkt zwischen einem Wohnzimmer und dem angrenzenden Bäckereigebäude befand. Diese war der großen Hitze lange Zeit direkt ausgesetzt und hatte zuverlässig dazu beigetragen, dass der Brand nicht auch noch auf das Wohn- und Verkaufsgebäude übergreifen konnte, wenngleich Rauchgase die Wohnung trotzdem unbewohnbar machten. Die Tür wurde nunmehr zum Symbol dafür, dass nicht alles verloren ist – und dass der Zusammenhalt in der Stadt Waldmünchen groß ist, wenn Menschen in Not geraten.

Am Mittwoch fand eine allererste Brandbegehung gemeinsam mit der Kriminalpolizei statt. Dabei konnte das zerstörte Gebäude noch nicht von innen betreten, sondern lediglich von außen inspiziert werden. Nach Angaben eines Vertreters der Polizeistation Waldmünchen gibt es derzeit keine Hinweise auf eine vorsätzliche oder fahrlässige Brandursache. Die Ermittlungen dauern noch an.